Schlagwort: Namibia

Nach den vielleicht schwersten Überschwemmungen in der Geschichte des Landes hat Präsident Pohamba den Notstand ausgerufen und als Soforthilfe 30 Millionen Namibia-Dollar bereitgestellt. In der nördlichen Region kamen 62 Menschen um, 19,000 mussten vor den Wassermassen flüchten, besonders aus der Stadt Oshakati. Tausende mehr müssen umgesiedelt werden. 247 Schulen mit 100,000 Kindern mussten geschlossen werden; 22 Krankenhäuser sind außer Betrieb. Ernte und Vieh wurden weggeschwemmt.

Das Ministerium für Fischerei und Marine Ressourcen will in der gerade gestarteten Jagdsaison 86,000 Kap-Pelzrobben erlegen, darunter 80,000 Robbenbabys. Die Reduzierung sei eine ökologische Notwendigkeit, da die Tragfähigkeitsgrenze der Umwelt weit überschritten sei. Naturschutzorganisationen jedoch behaupten, in der jährlichen Aktion gehe es nur um politische und wirtschaftliche Interessen. Scharf kritisiert wird auch die grausame Tötungsmethode. Die Felle der Tiere gehen in die Kleiderproduktion, das Fett in Kosmetikartikel und die Geschlechtsorgane an asiatische Interessenten.

Die katholische Frauenbewegung Namibias hat den Menschenhandel im südlichen Afrika sehr scharf verurteilt. Besonders zur Zeit der WM seien sehr viele Frauen als Prostituierte benutzt worden. Die NCWM fordert Familien auf, jede Verschwundene der Polizei zu melden. Die Regierung soll streng gegen Menschenhandel vorgehen.

Die deutsch-namibische Versöhnungsinitiative, 2004 angestoßen durch die Bundesentwicklungsministerin, wird jetzt umgesetzt. Im Zuge der jüngsten Regierungsverhandlungen stellte das BMZ 20 Millionen Euro bereit, die speziell der Verbesserung der Lebensbedingungen derjenigen Volksgruppen dienen, die vor 100 Jahren unter der deutschen Kolonialherrschaft besonders zu leiden hatten. Zusätzlich werden die regulären Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit verdoppelt.

Die 4000 Hektar große Farm einer deutschen Eigentümerin wurde in einem Präzedenzfall für 470.000 Euro zwangsverkauft. Die Regierung will bis 2010 4,8 Million Hektar Land für die Ansiedlung landloser Namibier erwerben.

Der Arbeitsminister beklagte bei einem Treffen mit Geschäftsleuten, dass chinesische Unternehmen nicht die Arbeitsgesetzgebung des Landes über Mindestlöhne, Arbeitszeiten und Feiertage respektieren.

Das durch deutsche Siedler fast ausgerottete Großwild bevölkert wieder in großer Zahl den bedeutendsten Nationalpark Namibias – zur Freude der Touristen. Die Verlierer sind bis heute die Buschleute, die von ihrem Land vertrieben wurden. Sie bekommen wenig und nur schlecht bezahlte Arbeit.

Nach der Dürre und den anschließenden Überschwemmungen hat Präsident Pohamba in vier Nordregionen den Notstand ausgerufen und solidarische Hilfe erbeten. Dazu hat er sowohl die namibische Gesellschaft als auch internationale Partner angesprochen.

MTC Namibia will die Verbreitung von mobilen Telefonen in ländlichen Gebiete vorantreiben. Wo es keine Stromversorgung für Transmitterstationen gibt, soll eine Kombination von Solarzellen und Windgeneratoren die nötige Energie liefern.

Im Hinblick auf die Wahlen im November haben die christlichen Kirchen des Landes zu einem friedlichen Wahlkampf aufgerufen. Die Wahlen müssen transparent und fair sein. Es sei bedauerlich, dass die Zahl politisch motivierter Gewalttaten schon steigt. Vor kurzem soll das Heimatdorf des früheren Präsidenten Sam Nujoma angegriffen worden sein.

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