Schlagwort: Mosambik

Brasilien und die EU wollen Mosambik in die Entwicklung von Bioenergie mit einbeziehen. Produktion in Mosambik könnte den brasilianischen Ethanolkonzernen EU Importzolle sparen und Europa helfen, eher zu der 20% Quote von erneuerbarem Treibstoff zu gelangen. Umweltorganisationen nennen es „unmoralisch und pervers“, wenn auf fruchtbarem Boden Ölpalmen für Agrartreibstoffe angebaut werden, wenn in dem nämlichen Land Menschen hungern.

Ein Abkommen, das den freien Personen- und Warenverkehr zwischen Mosambik und Swaziland erlaubt, ist in Kraft getreten. Ähnlich Abkommen sollen mit Südafrika, Tansania und Sambia ausgehandelt werden.

Heute finden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Amtsinhaber Armando Guebuza und seine Frelimo Partei, die seit der Unabhängigkeit in 1975 an der Macht ist, werden als Gewinner gesehen. Neben Renamo mit ihrem Führer Alfonso Dhlakama ist noch eine dritte Partei (MDM) interessiert, die aber wegen angeblicher Formfehler nur in 4 von 13 Wahldistrikten antreten darf. Gerade diese Partei hätte neue Perspektiven in Politik und Wirtschaft bringen können. Obwohl Entwicklungsgelder reichlich fließen, gilt Mosambik als eines der ärmsten Länder der Welt.

Als Mosambik in 1975 nach einem blutigen Krieg unabhängig wurde, hat etwa eine Viertel Million Portugiesen das Land fluchtartig verlassen. 40 Jahre später, mit wachsender Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichem Chaos im Mutterland, zieht es viele Portugiesen zurück in die alte Kolonie. Tausende suchen jährlich eine neue Zukunft, in Minen, Bauindustrie oder eigenen Betrieben wie Restaurants und Touristik. Gute Wachstumsraten, eine verhältnismäßig stabile Regierung und das Schwinden des Argwohns gegen die alten Kolonialherren machen sie zuversichtlich.

Der Sohn des ehemhaligen Präsidenten, Nympine Chissano, wurde tot in seiner Wohnung in Maputo aufgefunden. Wegen Verdacht seiner Beteiligung am Mord des Journalisten Carlos Cardoso waren polizeiliche Untersuchungen gegen ihn im Gange.

Das Parlament hat ein neues Strafgesetzbuch verabschiedet, das die portugiesischen Gesetze aus dem Jahr 1886 ersetzt. Das neue Strafrecht definiert als Straftaten unrechtmäßige Bereicherung und Einflussnahme und erklärt Diskriminierung auf Grund von Rasse, Gender, Religion, ethnischer Zugehörigkeit für illegal.

Von seinem Buschversteck in den Gorongosa Bergen in Zentral–Mosambik aus will Afonso Dhlakama, der Anführer der RENAMO Partei, den Präsidentschaftswahlkampf führen. Heute wird er in einer Telefonkonferenz dem Parteikongress in Beira seine Wahlpropaganda überbringen. Seit 1994 versucht Dhlakama vergebens, an die Spitze des Landes zu kommen. Nachdem er sich vor zwei Jahren aus der Hauptstadt zurückgezogen hat, haben seine Truppen sporadische Attacken gemacht. Vor den Oktober Wahlen, jedoch, hofft man auf eine Verhandlungslösung mit der Regierung.

Die Fluten des Komati Flusses haben die wichtigste Nord-Süd Straße überflutet und so Maputo vom Rest des Landes abgeschnitten. Auch wurde die Straße teilweise zerstört. Durch Stürme zerrissene Kabel haben das Telefonnetz stillgelegt. Die Zahl der Toten stieg auf 22; tausende Menschen sind noch obdachlos.

Auf der 100 ha Farm der Tinonganine Haftanstalt bei Maputo arbeiten die Gefangenen beschwingt auf großen Gemüsebeeten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und Abwechslung in ihren Speiseplan zu bringen. Bei den überfüllten Zellen und schlechten sanitären Anlagen ist die Arbeit im Freien eine willkommene Neuerung. Der Erlös von verkauften Produkten deckt Medizin, Transport und andere Kosten. Weitere Gefängnisse werden in Zukunft so eingerichtet werden. Mosambik wurde wiederholt heftig kritisiert wegen seinen menschenunwürdigen Haftbedingungen. Seit 2004 sind 95 Menschen in überfüllten Zellen erstickt.

Nach den schweren Regenfällen und Überschwemmungen zum Jahreswechsel sind nun 350 000 Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Durch den Ausbruch der Cholera in Simbabwe verschärft sich die humanitäre Lage, da die Seuche auf die Nachbarländer übergreift.

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