Schlagwort: Mali

Nördlich der Stadt Mopti ertranken 20 Menschen, darunter 15 Kinder, im Niger, als ihr Schiff in der Nacht entzwei brach und sank. Noch werden viele Passagiere vermisst, doch die Suche musste während der Nacht eingestellt werden. Das Schiff soll mit 400 Insassen völlig überladen gewesen sein.

Papst Benedikt XVI. hat Prälat Dr. Martin Krebs (51), Priester des Bistums Essen, zum Apostolischen Nuntius in Guinea (Conakry) und Mali sowie zum Titularerzbischof von Taborenta (Mauretanien) ernannt.

Präsident Amadou Toumani Toure wird für die Wahlen am 29. April kandidiern. Weitere acht Kandidaten, unter ihnen der ehemaligen Premierminister Ibrahim Boubacar Keita, haben sich registrieren lassen.

Der Präsident Venezuelas, Hugo Chavez, hat bei einem Besuch in Mali jährliche Lieferungen von Erdölprodukten im Wert von 100 Millionen Dollar im Austausch gegen Bauxite und Gold versprochen. Mali und Benin, der zweiten Station seiner Reise, können von der technischen Expertise Venezuelas bei der Suche nach Erdölvorkommen profitieren. Beobachter vermuten, dass Venezula die Unterstützung afrikanischer Länder für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat sucht.

Die USA haben zur Unterstützung französischer Truppen in Mali mehrere unbemannte Flugzeuge ins Nachbarland Niger geschickt, wo auf dem Militärstützpunkt in Niamey auch 100 amerikanische Soldaten stationiert sind. Die Drohnen sollen nur zum Auskundschaften der Stellungen islamistischer Rebellen eingesetzt werden. Neben erneuten Kämpfen in der Stadt Gao kam es auch zu Gefechten mit den Islamisten im Ifoghas-Gebirge an der Grenze zu Algerien, wohin sich viele Islamisten nach Einmarsch der malischen und französischen Truppen zurück gezogen hatten.

Nach Berichten von Human Rights Watch arbeiten etwa 20,000 Kinder in Malis Minen. Viele von ihnen sind unter zehn Jahre alt, manche erst sechs. Sie tragen Lasten schwerer als sie selbst, klettern in ungesicherte Schächte und atmen Quecksilber ein. Obwohl im Gesetz Kinderarbeit verboten und der Schulbesuch verpflichtend ist, stört das kaum jemanden.

Die Präsidentschaftswahlen sind ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. Aufgerufen waren rund sieben Millionen Wahlberechtigte. Als Favorit mit dem größten Anteil an den abgegebenen Stimmen wird Amtsinhaber Touré gesehen. Ein endgültiges Resultat ist frühestens für Mittwoch zu erwarten. Die ehemalige französische Kolonie ist eines der ärmsten Länder südlich der Sahara.

Der Übergangspräsident Traoré forderte in einer Fernsehansprache die schnelle Schaffung einer Einheitsregierung. Alle Kräfte müssten zur Rettung des Landes mobilisiert werden. Das Ultimatum der westafrikanischen Staatengemeinschaft läuft am 31. Juli aus. ECOWAS setzt sich für eine Eingreiftruppe von 3000 Mann in Mali ein, um den islamistischen Separatistenstaat im Norden noch zu verhindern. Die Islamisten drängen immer stärker auf totale Kontrolle des Nordens und die Einführung der Scharia. Am Wochenende wurde ein Paar wegen Ehebruchs gesteinigt.

Ein Bericht von Oxfam belegt, dass die von der Weltbank geförderten Massnahmen zur Festlegung des Baumwollpreises seit 2005 die Situation der lokalen Produzenten wesentlich verschlechtert haben.

Die Islamistengruppe MUJAO behauptet, dass die Tuaregs sich nach blutigen Kämpfen von der letzten Basis Menaka zurückziehen mussten. Fliehende Bewohner der Stadt bestätigten dies. Der Verlust von Menaka ist ein harter Schlag für die Tuareggruppe MNLA (Azawad National Liberation Movement), nachdem sie im Juni von MUJAO Milizen aus Gao vertrieben wurden.

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