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Eines der größten zivilgesellschaftlichen Ereignisse wurde ein Forum über Migration, in dem abgeschoben Migranten von ihrem Schicksal und den erlittenen Schikanen erzählten. Rückkehrer haben eine Selbsthilfe Organisation aufgebaut. Von den 13 Millionen Maliern leben 3.5 Millionen im Ausland, davon 100.000 in Frankreich und 100.000 im restlichen Europa. In zahlreichen Städten in Europa und Afrika gab es Proteste zum „Transnationalen Migrations Aktionstag“.

Wissenschaftler eines internationalen Kongresses in Montpellier schätzen, dass 40% der Landoberfläche, vor allem in Afrika und Asien, von der Wüstenbildung bedroht sind. In Norden Malis bedecken die Wanderdünen immer mehr Ackerland, während im Osten Überschwemmungen den fruchtbaren Boden wegschwemmen.

In den beiden letzten Tagen soll es 47 Tote gegeben haben, die meisten von ihnen Rebellen. Vor drei Jahren hatten sie Frieden mit der Regierung in Bamako gemacht. Nun, gestützt durch gut bewaffnete Rückkehrer aus Libyen, die Gaddafi gedient hatten, nehmen sie den Kampf für ein autonomes Gebiet im Norden wieder auf. Die drei genommenen Wüstenstädte soll die Regierungsarmee zurück erobert haben.

Hilfswerke sind bemüht, die 233,000 Menschen, die im Norden Malis vor den Tuareg-Rebellen geflüchtet sind, mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu versorgen, denn die Flüchtlingsströme verschlechtern auch die Notlage in den angrenzenden Ländern Um eine mögliche Abhängigkeit zu vermeiden, wurden „cash for work“ und „cash for training“ angeboten, in denen Fähigkeit vermittelt werden, die der langfristigen Bekämpfung von Hungersnot dienen.

Schriftsteller aus ganz Afrika kommen für eine Woche in Mali zum 15. internationalen Festival der Literatur zusammen.

Manche Klassen sind auf ein Viertel der Schülerzahl geschrumpft, weil Jugendliche und ihre empörten Eltern die Einführung der Scharia mit Lehrplanwechsel und unannehmbaren Verhaltensregeln nicht dulden wollten. Schulen im Süden haben Tausende aufgenommen, und das Ministerium in Bamako hat die Examen verschoben und extra Klassen eingerichtet, um den Geflohenen Anschluss zu geben. Die Verurteilung eines jungen Paares in Timbuktu zu je 100 Peitschenhieben wegen eines unehelichen Kindes hat die Menschen aufgeschreckt.

Ein Anführer der Tuareg-Rebellen, die im Norden einen autonomen Staat ausgerufen hatten, sagte, dass das erste offizielle Treffen mit einer Regierungsdelegation von Bamako positiv verlaufen sei. Er beteuerte auch, dass seine Organisation alles Möglich tun wolle, um eine in Timbuktu entführte Schweizerin zu befreien. Da auch Kämpfer von Aquim und Ansar Dine im Norden aktiv sind, ist die Lage dort undurchschaubar.

Drei Monate war Mali relativ ruhig: Waffenstillstand, Präsidentenwahl und Friedensvertrag. Jetzt lieferten sich malische Soldaten und Tuareg-Kämpfer in der Stadt Kidal heftige Gefechte. In Timbuktu gab es einen Selbstmordanschlag. Die Tuareg Rebellen (MNLA) haben den Friedensvertrag einseitig aufgekündigt, weil der Präsident die darin enthaltenen Versprechen, einschließlich der Freilassung von politischen Gefangenen, nicht gehalten hat.

Französische Truppen haben erneut Positionen von Al-Quaida Kämpfern in der Nähe von Timbuktu bombiert. Anfangs letzten Jahres hatte ein französischer Militäreinsatz die Eroberung der Hauptstadt Bamako durch militante islamistische Milizen verhindert. Eine regionale militärische Aktion unter dem Namen ‚Operation Barkhane‘, in der Truppen aus Mali, Mauritanien, Burkina Faso and Tshad zusammenarbeiten, soll seit Mai die islamischen Extremisten in der Region bekämpfen. Frankreich engagiert sich mit 3000 Soldaten, sechs Kampfjets, 20 Helikoptern und drei Drohnen.

Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS hat zwischen dem Putschanführer Capt. Sanogo und der Interim-Regierung von Djouncounda Traore ein Abkommen vermittelt. Traore hat ein Jahr, um Neuwahlen zu organisieren. Sanogo bekommt für seine drei-wöchige „Regierungsführung“ das Gehalt eines ehemaligen Staatspräsidenten. Bei gewalttätigen Demonstrationen von Anhängern Sanogos gegen das Abkommen wurde Interim-Präsident Traore verwundet. In Vorbereitung ist eine 3000-Mann starke ECOWAS Truppe, die der malischen Regierung helfen soll, den von Tuareg, Al-Kaida und islamistischen Gruppen kontrollierten Norden, zurückzuerobern.

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