Schlagwort: Mali

Burkina Fasos Außenminister Djibrill Bassole flog in Auftrag der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) nach Gao und besuchte das Krankhaus, führte aber keine Gespräche mit den Führern der „Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika“ (MUJAO). In Kidal traf sich Bassole mit den Anführern der islamistischen Gruppe Ansar Dine. ECOWAs diskutiert eine militärische Intervention, während UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Sanktionen fordert. Die Hälfte der Bevölkerung ausGao ist geflohen, 400.000 Menschen in der ganzen Region sind heimatlos geworden.Trotz Protesten der Bevölkerung wurden in strikter Anwendung der Sharia zwei Ehebrecher gesteinigt und einem Dieb die Hand amputiert. Auf seiner Afrikareise machte Minister Dirk Niebel einen Abstecher nach Bamako.

Eine Regierungsdelegation hat Vertreter der Tuareg getroffen, die Armeelager im Norden Malis angegriffen hatten. Die Tuareg wünschen, dass Algerien als Vermittler die Verhandlungen führt.

Tuareg-Rebellen und die vermutlich mit AQIM fusionierte Islamistengruppe Ansar Dine haben in der Wüstenstadt Gao ein Abkommen unterzeichnet, dass die Azawad Region ein islamistischer Staat werden soll. Die Tuareg hatten vor zwei Monaten währen des Putsches in Bamako die Chance genutzt und den Norden erobert. Die malische Übergangsregierung nennt den Plan „absurd“; Nachbarländer reagieren besorgt, und ECOWAS will Soldaten nach Mali schicken, um den Norden zurück zu gewinnen. Doch die verworrene Lage im Süden macht dies fast unmöglich. So wächst die Gefahr, dass sich der „Terrorgürtel“ auf die ganze Sahel-Zone ausdehnen könnte.

Der Bundeswehreinsatz im Rahmen der UN-geführten Mission MINUSMA von bis zu 150 Soldatinnen und Soldaten bis 30. Juni 2014 wird durch deutsche Polizeikräfte ergänzt. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt auf der Beobachtung, Beratung und Ausbildung malischer Polizisten. Die Bundesregierung sieht in dieser Beteiligung einen wichtigen Beitrag zur friedlichen Entwicklung Malis. Das hat das Bundeskabinett beschlossen.

Die Offensive gegen die Islamisten im Norden geht zügig voran. Städte wie Gao und Timbuktu wurden zurückerobert. Eine Geberkonferenz versprach 450 Mio. Dollar. ECOWAS stockt Truppen auf; technische Hilfe und Ausrüstung kommt vom Westen. Doch die islamistischen Kämpfer, nach maßloser Zerstörung (z.B. die wertvolle Bibliothek in Timbuktu), sind verschwunden. Die Angst wächst, dass sie sich in den menschenleeren Gebirgsgegenden entlang der durchlässigen Grenze verstecken und von dort ihre Hit-and-Run Angriffe machen. Die Instabilität der Sahel Zone und die überall präsenten libyschen Waffen begünstigen diesen Krieg, der schwer zu gewinnen ist.

Neben der Dem. Rep. Kongo und Zentralafrika ist jetzt auch Mali bloßgestellt für die Gewalt, die Kindern durch Krieg angetan wurde. Über die Hälfte der 15,8 Mio. Malier sind Kinder, und, laut dem neuesten UN-Bericht, wurden besonders im Norden viele von ihnen rekrutiert, sexuell missbraucht, verstümmelt und getötet.

Zum zweiten Mal haben Mitglieder einer Gruppe von Tuareg Patrouillen der malischen Armee angegriffen und verschleppt. Während die Hauptorganisation der Tuareg am Waffenstillstand mit der Regierung festhalten will, macht eine andere Gruppe gemeinsame Sache mit den Tuareg-Rebellen in Niger. Niger hat Libyen und Sudan um Hilfe im Kampf gegen die Rebellen gebeten.

Die EU eröffnet das erste Immigrationszentrum außerhalb Europas in Malis Hauptstadt Bamako, in der Hoffnung, dass weniger junge Afrikaner ihr Leben riskieren, um nach Europa zu kommen. Das Zentrum soll auf die Gefahren aufmerksam machen und Ausreisewilligen behilflich sein, legale Arbeit finden ohne zu rekrutieren. Auch soll die Entwicklung innerhalb Malis, das in der Mitte der Migrationsrouten liegt, angekurbelt werden.

In einem der schwersten Angriffe seit der Aufkündigung des Waffenstillstands im letzten August haben Touareg-Rebellen in der Nähe von Abeibara einen Konvoi der Armee angegriffen, 20 Soldaten gefangen genommen und acht Fahrzeuge erbeutet.

Tausende Mädchen aus Nigeria, viele minderjährig, sollen in Mali gezwungen werden, als Prostituierte zu arbeiten. Die Menschenhändler haben sie mit Versprechen von Jobs in Europa gelockt und halten sie in Malis Bordellen gefangen. Man spricht von 20,000 bis 40,000, die von älteren Nigerianerinnen am Weggehen gehindert werden. An viele der Bordelle ist eine Abtreibungsklinik angeschlossen. Seit Bekanntwerden der horrenden Situation arbeitet nun eine staatliche nigerianische Organisation gegen Menschenhandel (NAPTIP) zusammen mit der Polizei von Mali, um die Mädchen sicher nach Nigeria zurück zu bringen.

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