Der Zyklon Giovanna mit einer Geschwindigkeit von bis zu 194 km/h hat Teile der Insel verwüstet. Tausende sind obdachlos, die Stromversorgung ist unterbrochen und Erdrutsche haben Straßen unpassierbar gemacht.
Madagaskar » Seite 14
Der Zyklon Giovanna mit einer Geschwindigkeit von bis zu 194 km/h hat Teile der Insel verwüstet. Tausende sind obdachlos, die Stromversorgung ist unterbrochen und Erdrutsche haben Straßen unpassierbar gemacht.
Der Rebellenführer Rajoelina hat das Angebot des Präsidenten, ein Referendum zur Beilegung der politischen Konflikte zu halten, abgelehnt. Stattdessen droht er mit einer Stürmung des Präsidentenpalasts. Es sollen schon Schüsse gefallen sein. Die AU berät über die Krise.
Wegen Mordes und Beihilfe zum Mord wurde der voriges Jahr gestürzte und im südafrikanischen Exil lebende Expräsident Ravalomanana in Abwesenheit zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Seine Anwältin bezeichnet das Urteil als politisch motiviert, denn ihr Klient kann nicht in sein Land zurück kehren. Sein Nachfolger, Rajoelina, ist wegen der undemokratischen Machtübernahme international isoliert und aller finanziellen Unterstützung beraubt. Die andauernde Staatskrise könnte durch ein neues Abkommen beendet werden, das Neuwahlen für Mai 2011 vorsieht.
Am Rande des AU-Gipfels hat der Kommissar für Frieden und Sicherheit weitere Vermittlungsversuche zwischen Präsident Ravolamanana und dem Chef der Interimsregierung, Andry Rajoelina, angekündigt. Die südafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (SADC) hatte kürzlich den ehemaligen mosambikanischen Präsidenten, Joachim Chissano, als Vermittler eingesetzt. Ravolamanana wird vom Großteil der internationalen Gemeinschaft als rechtmäßiger Präsident angesehen und nahm am AU-Gipfel teil.
Wegen der lang anhaltenden Dürre gibt es im Süden der Insel akuten Wasser und Nahrungsmangel. Besonders gravierend ist die Zerstörung der Haupternte. Obwohl die beiden UNO Organisationen, UNICEF und WFP, ihre Arbeit aufgenommen haben, reichen die Mittel nur für die am schlimmsten Betroffenen. Dazu kommen die sich vertiefenden politischen Spannungen, die SADC Führer durch politische Verhandlungen beilegen wollen, wogegen der frühere Präsident Ravolamana von einer militärischen Lösung sprach.
Nach Auszählung der Stimmen der Wahl vom 3. Dezember zeigt sich, dass der scheidende Präsident bei den Ergebnissen weit vorne liegt. Die offiziellen Zahlen werden noch erwartet. Wahlbeobachter bestätigen einen geordneten Verlauf der Wahlen nach demokratischen Normen.
Präsident Marc Ravalomanana hat per Dekret das Parlament aufgelöst. Nach der Verfassung müssen Neuwahlen vor Ende September stattfinden.
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich beide Konfliktparteien auf eine Kabinettsliste in einer Regierung der Nationalen Einheit geeinigt. Andry Rajoelina soll Interim-Präsident bleiben unter der Bedingung, dass es nicht als Kandidat für die nächsten Präsidentschaftswahlen antritt. Sein Stellvertreter wird Emmanuel Rakotovahiny, das Amt des Regierungschefs übernimmt Eugène Mangalaza.
Die Regierung hat den Bürgermeister der Hauptstadt und Führer der Oppositionsbewegung, Andry Rajoelina, seines Amtes enthoben. In Antananarivo kam es zu weiteren gewaltsamen Protesten.