Schlagwort: Madagaskar

Eine von Mosquitos übertragene Viruskrankheit, die auf der Insel Réunion letztes Jahr 20% der Bevölkerung befiel und 90 Todesfälle verursachte, hat Madagaskar erreicht. Auch in Mauritius und den Seychellen werden Fälle gemeldet.

Mit der Präsidentenwahl am 25. Oktober erhoffen sich die 22 Mio. Einwohner des Inselstaates eine Normalisierung. Seit dem Putsch in 2009 haben sich die Lebensbedingungen der Menschen wegen Korruption, Misswirtschaft, Sanktionen und mageren Ernten sehr verschlechtert. Zurzeit sind 4 Mio. vom Hunger bedroht. Die beiden wichtigsten Politiker der letzten Jahre, Rajoelina und Ravalomanana, dürfen nicht zur Wahl antreten. Angst und Zweifel in der Bevölkerung sitzen tief, da die Wahlen immer wieder verschoben wurden.

The UNESCO hat die tropischen Regenwälder auf die Liste von gefährdetem Welterbe gesetzt. Die Atsinanana Wälder, die Heimat von einmaligen Menschenaffen und Lemuren, werden durch illegale Abholzung bedroht.

Der Zyklon Ivan und Tage mit schweren Regenfällen hat Verwüstungen vor allem im Nord-Westen des Landes hinterlassen. 60 Menschen kamen ums Leben, 145.000 wurden obdachlos. Auch in der Hauptstadt gab es Überflutungen.

Bundespräsident Köhler ist auf seiner zweiten Afrikareise in Madagaskar angekommen. Während seines Besuches will er sich vor allem über die Themen Bildung und Umwelt informieren.

Für die im Juli anstehenden Wahlen hat die Partei des gestürzten Präsidenten Marc Ravalomanana dessen Frau Lalao als Kandidatin aufgestellt. Die Entscheidung könnte Gemüter neu erhitzen. Lalao war seit 2009 mit ihrem Mann im Exil in Südafrika. Sie durfte im März wegen ihrer kranken Mutter zurückkommen, falls sie sich von allen politischen Aktivitäten fernhält. Ihre Kandidatur könnte scheitern. Die Hauptgegner, Ravalomanana, und Rajoeline, der ihn stürzte, wollen sich vom politischen Rennen im Juli distanzieren, um einen friedlichen Übergang zu erleichtern.

Die ersten direkten Gespräche in den Seychellen zwischen Präsident Rajoelina und seinem Vorgänger Ravalomanana, den er 2009 gestürzt hat, brachten keine Ergebnisse. Die SADC hatte die Gespräche vermittelt, sogar mit aktiver Intervention von Südafrikas Jacob Zuma, und wird das Problem Madagaskar beim nächsten Gipfel behandeln. Der 31. Juli ist das gegebene Ultimatum für die Rivalen. Dann soll ein Zeitplan für Wahlen enthüllt werden, die dem von Krisen geplagten Land zum Frieden verhelfen sollen.

Die Regierung von Andry Rajoelina beschuldigt Ex-Präsident Ravolamanana, für Bombenanschläge und Schießereien in der Hauptstadt verantwortlich zu sein. Ravolamanana sieht darin einen Plot Rajoelinas, um die Verhandlungen in Addis Abeba zu boykottieren. Die internationale Kommunität erkennt die vom Militär unterstützte Regierung nicht an und hat alle Hilfe eingefroren.

Die Partei von Präsident Marc Ravalomanana, TIM (Ich liebe Madagaskar), hat bei den Parlamentswahlen 106 der 127 Parlamentssitze gewonnen. Die Wahlbeteiligung lag unter 50%.

Während die Bevölkerung gestern über eine neue Verfassung abstimmte, haben mehrere Offiziere gegen Präsident Rajoilina geputscht. Sie behaupten, die Insel unter Kontrolle zu haben, doch Rajoelina, der letztes Jahr selbst durch einen putschartigen Coup an die Macht kam, erklärt den Putschversuch als gescheitert. Ministerpräsident Vital rief die Armee zur Disziplin und die Bevölkerung zur Ruhe auf.

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