Schlagwort: Madagaskar

In nur zwei Jahrzehnten hat Madagaskar 25% seines Regenwaldes verloren, zum großen Teil durch illegalen kommerziellen Holzschlag. Eine frühere Holzfällerin will den Wald wieder wachsen lassen, indem sie Gesundheitsdienste anbietet und als Bezahlung Baumsamen und Baumsetzlinge erhält. Die Gemeinde, viel gesünder als zuvor, kümmert sich auch um die Pflege des 50 Hektar großen neuen Waldes. Hilfe erfährt Madagaskars Wald auch durch das Projekt Lokange Forest, in dem Geigenbauer aus der Schweiz und Deutschland und das Beethoven-Orchester Bonn dazu beitragen, dass mit der lokalen Bevölkerung 80.000 Bäume gepflanzt werden, darunter die dort heimischen Klanghölzer für Musikinstrumente, ein Beitrag zum Naturschutz, zur Verbesserung der Lebensumstände und eine kulturelle Brücke zwischen den Kontinenten.

Der UN-Unterausschuss zur Verhütung von Folter warnt, dass die Gefängnisse in Madagaskar gefährlich überfüllt sind; manche überschreiten das Zehnfache der Kapazität. Die Bedingungen werden als grausam, unmenschlich, erniedrigend und völkerrechtswidrig beschrieben. Das Land wird aufgefordert, seine Strafvollzugspolitik zu überdenken und Alternativen zu den Gefängnissen anzubieten.

7 Monate vor den Präsidentschaftswahlen hat die Regierung öffentliche Proteste verboten. Die Büros der Zeitung La Gazette de la Grande wurden durchsucht und ihre Eigentümerin Lola Rasoamaharo verhaftet. Im Juli 2022 wurden zwei Oppositionsführer verhaftet, als Hunderte von Menschen in der Hauptstadt Antananarivo gegen steigende Lebenshaltungskosten und sich verschlechternde wirtschaftliche Bedingungen protestierten. Regierungskritiker sehen das Verbot als Teil eines größeren Vorgehens gegen Andersdenkende im Vorfeld der Wahlen im November. Im Jahr 2022 lag Madagaskar auf dem Index für Pressefreiheit auf Platz 98 von 180 Ländern.

Tropensturm „Cheneso“ wütet seit gut einer Woche auf der Insel: mindestens 16 Menschen sind ums Leben gekommen, 19 weitere werden vermisst, 50.000 Menschen sind betroffenen, 20.000 sind  auf der Flucht, 12.000 Häuser beschädigt. An der West- und Südostküste des Inselstaats mit rund 28 Millionen Einwohnern werden weiterhin heftige Regenfälle erwartet.

Der kleinste Primat der Welt, der Madame-Berthe-Mauslemur, könnte vom Aussterben bedroht sein, da weite Teile seiner Heimatwälder für den Ackerbau gerodet werden. Der Lemur, der ausgewachsen kaum mehr wiegt als eine Haselmaus, wurde erstmals 1992 entdeckt. Doch Forscher haben seit 2018 kein Exemplar mehr gesehen. Das Tier hat ein winziges Verbreitungsgebiet innerhalb des 210.000 Hektar großen Menabe-Antimena-Schutzgebiets (APMA), das erst 2015 eingerichtet wurde. Trotz seines Schutzstatus hat das Gebiet bereits 30 % seiner Wälder verloren. Allein im Jahr 2017 haben Landwirte 10.000 Hektar abgeholzt und verbrannt.

Der madagassische Präsident Andry Rajoelina ist zu einem diplomatischen Besuch nach Frankreich gereist, um die bilateralen Beziehungen zu stärken. Er wurde von seinem Amtskollegen Emmanuel Macron im Elysee empfangen. Ziel des Besuchs ist es, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Madagaskar und Frankreich zu stärken. Auch andere Themen wie Ernährungssicherheit, Ökologie und Energiewende stehen zur Diskussion.

Batsirai, hinterließ in Mauritius 1.600 Haushalte ohne Strom und einen Toten. Auf Madagascar wurden mindestens 10 Menschen getötet und fast 50.000 Menschen obdachlos. Ganze Dörfer sollen fast vollständig zerstört sein. Der Zyklon traf an der Ostküste auf Land, mit Böen von 235 km/h und hohen Wellen. Einige der Vertriebenen wurden in Evakuierungszentren gebracht, in denen auch die Opfer des Tropensturms Ana vom Januar untergebracht sind.

Kurz vor Weihnachten ist ein Frachtschiff unweit der Küste auf ein Riff gelaufen. Etwa 130 Passagiere sollen unerlaubter Weise an Bord gewesen sein, die meisten von ihnen Saisonarbeiter auf dem Weg nach Hause. Nur 50 konnten gerettet werden. Dann ist der zur Untersuchung beauftragte Regierungshubschrauber auf dem Weg zur Unglücksstelle abgestürzt. 2 der 4 Insassen überlebten, der Staatssekretär General Serge Cellé auf spektakuläre Weise. Der 57-jährige schwamm 12 Stunden im Indischen Ozean. Er benutzte einen der Sitze als Schwimmhilfe. Kurz vor der Küstenstadt Mahambo nahm ihn ein Fischer an Bord.

Die UN lässt verlauten, dass mehr als 1,1 Millionen Menschen in dem ostafrikanischen Inselstaat in irgendeiner Form von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen sind und dringend Nahrungsmittelhilfe benötigen. Die Menschen ernähren sich von Heuschrecken, wilden Blättern, Schlamm und Kaktusfrüchten, um zu überleben. Der Inselstaat leidet seit 4 Jahren unter einer Dürre, deren Verursachung auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Der globale Temperaturanstieg hat die Monsune beeinträchtigt, von denen die Landwirtschaft des Landes zum Überleben abhängt. Die langanhaltende Trockenheit hat zu landwirtschaftlichen Verlusten von bis zu 60 % geführt. Durch die COVID-19-Pandemie hat sich die Situation weiter verschärft. In den letzten 18 Monaten sind keine Touristen mehr ins Land gekommen und so gab es keine Saisonarbeit.

Präsident Rajoelina wollte Corona mit einem Naturheilmittel besiegen. „Covid organics“ ist ein Kräuter Trunk auf Basis der Artemisia Pflanze und wird weitläufig ausgeteilt, ohne dass die Wirksamkeit der Mischung wissenschaftlich nachgewiesen ist. Doch die Infektionszahlen stiegen so stark und die Kritik wurde so laut, dass die Regierung sich als eines der letzten Länder der internationalen Covax Initiative angeschlossen hat, um Vakzine bat und nun auf das Eintreffen der versprochenen Impfstoffe wartet.  Inzwischen werden Schulen in Krankenhäuser umgewandelt. Aus Hotelzimmern werden Behandlungsräume. Sobald sie auch nur provisorisch eingerichtet sind, sind sie auch schon überfüllt. Noch hat die Impfkampagne für die 27 Millionen Einwohner des Inselstaates nicht begonnen.

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