Schlagwort: Madagaskar

Das Rote Kreuz und das Pasteur Institut warnen vor einer Epidemie, wenn die Regierung die Ausbreitung von Krankheiten nicht eindämmen und die schmutzigen, überfüllten Gefängnisse nicht säubern kann. Mit der anbrechenden Regenzeit kommen auch die Flöhe, die die Pest übertragen; und Ratten gibt es in Scharen. Insekten und Nager müssen ausgerottet werden. Letzten Oktober registrierte man 256 Erkrankungen und 60 Todesfälle, die höchste Zahl weltweit.

Etwa 10% des 81,500 ha großen Isalo Nationalparks sind von einem Waldbrand am Wochenende zerstört worden. Der in 1962 gegründete Park beheimatet seltene Arten von Pflanzen und Tieren, darunter die berühmten Lemuren.

Eine Verfassungsänderung soll der englischen Sprache die gleiche Bedeutung wie dem Französischen und der einheimischen Sprache Malagassi einräumen.

Eine von Mosquitos übertragene Viruskrankheit, die auf der Insel Réunion letztes Jahr 20% der Bevölkerung befiel und 90 Todesfälle verursachte, hat Madagaskar erreicht. Auch in Mauritius und den Seychellen werden Fälle gemeldet.

Mit der Präsidentenwahl am 25. Oktober erhoffen sich die 22 Mio. Einwohner des Inselstaates eine Normalisierung. Seit dem Putsch in 2009 haben sich die Lebensbedingungen der Menschen wegen Korruption, Misswirtschaft, Sanktionen und mageren Ernten sehr verschlechtert. Zurzeit sind 4 Mio. vom Hunger bedroht. Die beiden wichtigsten Politiker der letzten Jahre, Rajoelina und Ravalomanana, dürfen nicht zur Wahl antreten. Angst und Zweifel in der Bevölkerung sitzen tief, da die Wahlen immer wieder verschoben wurden.

The UNESCO hat die tropischen Regenwälder auf die Liste von gefährdetem Welterbe gesetzt. Die Atsinanana Wälder, die Heimat von einmaligen Menschenaffen und Lemuren, werden durch illegale Abholzung bedroht.

Der Zyklon Ivan und Tage mit schweren Regenfällen hat Verwüstungen vor allem im Nord-Westen des Landes hinterlassen. 60 Menschen kamen ums Leben, 145.000 wurden obdachlos. Auch in der Hauptstadt gab es Überflutungen.

Bundespräsident Köhler ist auf seiner zweiten Afrikareise in Madagaskar angekommen. Während seines Besuches will er sich vor allem über die Themen Bildung und Umwelt informieren.

Für die im Juli anstehenden Wahlen hat die Partei des gestürzten Präsidenten Marc Ravalomanana dessen Frau Lalao als Kandidatin aufgestellt. Die Entscheidung könnte Gemüter neu erhitzen. Lalao war seit 2009 mit ihrem Mann im Exil in Südafrika. Sie durfte im März wegen ihrer kranken Mutter zurückkommen, falls sie sich von allen politischen Aktivitäten fernhält. Ihre Kandidatur könnte scheitern. Die Hauptgegner, Ravalomanana, und Rajoeline, der ihn stürzte, wollen sich vom politischen Rennen im Juli distanzieren, um einen friedlichen Übergang zu erleichtern.

Die ersten direkten Gespräche in den Seychellen zwischen Präsident Rajoelina und seinem Vorgänger Ravalomanana, den er 2009 gestürzt hat, brachten keine Ergebnisse. Die SADC hatte die Gespräche vermittelt, sogar mit aktiver Intervention von Südafrikas Jacob Zuma, und wird das Problem Madagaskar beim nächsten Gipfel behandeln. Der 31. Juli ist das gegebene Ultimatum für die Rivalen. Dann soll ein Zeitplan für Wahlen enthüllt werden, die dem von Krisen geplagten Land zum Frieden verhelfen sollen.

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