Schlagwort: Madagaskar

Weil Andry Rajoeline den Stichtag zur Einsetzung einer Einheitsregierung verstreichen ließ, werden er und seine Anhänger mit gezielten Sanktionen bestraft, um ihn an den Verhandlungstisch zurück zu zwingen. Nur durch Dialog können die Differenzen mit dem gestürzten Präsidenten Ravalomanana gelöst werden.

Der Wunschkandidat des Putschpräsidenten, Hery Rajaonarimampianina, hat die Stichwahl gewonnen. Rajoelina selbst, sowie sein Rivale Ravalomanana, durften nicht zur Wahl antreten. Nun hofft die geschundene Bevölkerung, dass knapp fünf Jahre nach dem Militärputsch die politische Instabilität und wirtschaftliche Krise ein Ende hat.

Der im Exil lebende frühere Präsident von Madagaskar drängt, auf die Insel zurückzukehren, obwohl Armee und Polizei aus Sicherheitsgründen seine Heimkehr blockieren wollen. Am Wochenende hatten jedoch die 15 SADC Mitglieder den Machthaber Rajoelina aufgefordert, seinen Vorgänger „vorbehaltlos“ einreisen zu lassen, damit er am Friedensprozess mitarbeiten könne.

Obwohl der Übergangspräsident Rajoelina und sein aus dem Amt gedrängter Vorgänger Ravalomanana sich im August vertraglich geeinigt hatten, hält die Krise an. SADC und AU mühen sich um eine Beilegung des Konfliktes, und der anglikanische Erzbischof, zuständig für die Länder des Indischen Ozeans, plädiert für eine sofortige „glaubwürdige politische Führung“.

Ein Abkommen des südkoreanische Handelskonzern Daewoo Logistics, Land von der Größe des Saarlandes für 99 Jahre in Madagaskar zu pachten, um darauf Mais und Palmöl für den Export anzubauen, wurde nach heftigen nationalen und internationalen Protesten nicht unterschrieben.

Der frühere Erzbischof von Antananarivo, starb am vergangenen Wochenende im Alter von 84 Jahren. Er gilt als einer der Väter der Demokratie in Madagaskar. Vor vier Jahren hatte er sein Amt niedergelegt.

Die Regierung verhindert die Einreise des Führers der Arema Partei, Pierrot Rajaonarivelo, der sich als Gegenkandidat bei den kommenden Wahlen aufstellen lassen will, und droht ihn zu verhaften. Der im Exil in Frankreich lebende Oppositionsfüher war Premierminister im vorherigen Regime und wurde im August wegen Unterschlagung zu 15 Jahren harter Arbeit verurteilt. Für die Präsidentschaftswahlen am 3. Dezember haben sich 18 Kandidaten präsentiert.

Viele Erdölkonzerne kämpfen um Lizenzen für die neu entdeckten Erdölvorkommen. Madagaskar kann in den kommenden Jahren mit Einkommen in Milliardenhöhe rechnen. Global Watch, eine Organisation gegen Korruption, fordert von der Regierung Transparenz und Verantwortung, damit die Einnahmen zur Armutsbekämpfung verwendet werden.

Wissenschaftler haben die Regierung gedrängt, den giftigen Eindringling, eine asiatische Krötensorte, zu bekämpfen, bevor sich die gefährliche Amphibie weiter ausbreitet. Sie ist mit der giftigen Aga-Kröte verwandt. Madagaskars endemischer Artenvielfalt steht eine ökologische Katastrophe bevor, denn die Kröte kann Fauna und Flora vergiften. Die ersten Tiere wurden im März gesichtet und können in Containern eingereist sein.

Andry Rajoelina, der 2009 die Macht an sich gerissen hatte, will bei der Präsidentenwahl im Mai nicht kandidieren, eine Entscheidung, die die vier Jahre dauernde politische Krise enden könnte. Auch Ex-Präsident Ravalomanana, den er verdrängt hatte, verzichtet auf ein politisches Amt. So könnten die Wahlen einen Neuanfang und ein besseres Kapitel für Madagaskar bringen. Der regionale Block SADC hat vermittelt und begrüßt den Ausgang.

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