Schlagwort: Madagaskar

Ein Abkommen des südkoreanische Handelskonzern Daewoo Logistics, Land von der Größe des Saarlandes für 99 Jahre in Madagaskar zu pachten, um darauf Mais und Palmöl für den Export anzubauen, wurde nach heftigen nationalen und internationalen Protesten nicht unterschrieben.

Der frühere Erzbischof von Antananarivo, starb am vergangenen Wochenende im Alter von 84 Jahren. Er gilt als einer der Väter der Demokratie in Madagaskar. Vor vier Jahren hatte er sein Amt niedergelegt.

Die Regierung verhindert die Einreise des Führers der Arema Partei, Pierrot Rajaonarivelo, der sich als Gegenkandidat bei den kommenden Wahlen aufstellen lassen will, und droht ihn zu verhaften. Der im Exil in Frankreich lebende Oppositionsfüher war Premierminister im vorherigen Regime und wurde im August wegen Unterschlagung zu 15 Jahren harter Arbeit verurteilt. Für die Präsidentschaftswahlen am 3. Dezember haben sich 18 Kandidaten präsentiert.

Viele Erdölkonzerne kämpfen um Lizenzen für die neu entdeckten Erdölvorkommen. Madagaskar kann in den kommenden Jahren mit Einkommen in Milliardenhöhe rechnen. Global Watch, eine Organisation gegen Korruption, fordert von der Regierung Transparenz und Verantwortung, damit die Einnahmen zur Armutsbekämpfung verwendet werden.

Wissenschaftler haben die Regierung gedrängt, den giftigen Eindringling, eine asiatische Krötensorte, zu bekämpfen, bevor sich die gefährliche Amphibie weiter ausbreitet. Sie ist mit der giftigen Aga-Kröte verwandt. Madagaskars endemischer Artenvielfalt steht eine ökologische Katastrophe bevor, denn die Kröte kann Fauna und Flora vergiften. Die ersten Tiere wurden im März gesichtet und können in Containern eingereist sein.

Andry Rajoelina, der 2009 die Macht an sich gerissen hatte, will bei der Präsidentenwahl im Mai nicht kandidieren, eine Entscheidung, die die vier Jahre dauernde politische Krise enden könnte. Auch Ex-Präsident Ravalomanana, den er verdrängt hatte, verzichtet auf ein politisches Amt. So könnten die Wahlen einen Neuanfang und ein besseres Kapitel für Madagaskar bringen. Der regionale Block SADC hat vermittelt und begrüßt den Ausgang.

Knapp drei Wochen nach dem Wirbelsturm „Giovanna“ raste ein zweiter tropischer Sturm „Irina“ über die Insel und forderte 65 Todesopfer. 74,000 Menschen wurden obdachlos; Ernten wurden vernichtet und Verkehrsverbindungen durch Erdrutsche durchbrochen.

Der Zyklon Giovanna mit einer Geschwindigkeit von bis zu 194 km/h hat Teile der Insel verwüstet. Tausende sind obdachlos, die Stromversorgung ist unterbrochen und Erdrutsche haben Straßen unpassierbar gemacht.

Der Rebellenführer Rajoelina hat das Angebot des Präsidenten, ein Referendum zur Beilegung der politischen Konflikte zu halten, abgelehnt. Stattdessen droht er mit einer Stürmung des Präsidentenpalasts. Es sollen schon Schüsse gefallen sein. Die AU berät über die Krise.

Wegen Mordes und Beihilfe zum Mord wurde der voriges Jahr gestürzte und im südafrikanischen Exil lebende Expräsident Ravalomanana in Abwesenheit zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Seine Anwältin bezeichnet das Urteil als politisch motiviert, denn ihr Klient kann nicht in sein Land zurück kehren. Sein Nachfolger, Rajoelina, ist wegen der undemokratischen Machtübernahme international isoliert und aller finanziellen Unterstützung beraubt. Die andauernde Staatskrise könnte durch ein neues Abkommen beendet werden, das Neuwahlen für Mai 2011 vorsieht.

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