Schlagwort: Liberia

Kurz nach der Überstellung des liberianischen Ex-Präsidenten Charles Taylor in die Niederlande hat in seiner Heimat eine Kommission zur Aufarbeitung der Vergangenheit ihre Arbeit aufgenommen. Durch die Anhörung beider Seiten, sowohl Opfer als auch Verantwortliche von Gewalttaten, soll die Kommission nach südafrikanischem Vorbild der Wahrheitskommission eine Versöhnung im Land ermöglichen

Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hat den USA offiziell ein Territorium für die geplante Kommandozentrale der US-Armee für Afrika (AFRICOM) angeboten. Angesichts der wachsenden Bedeutung Afrikas für die Energieversorgung wollen die US die Befehlszentrale für Operationen in Afrika von Stuttgart nach Afrika verlegen.

Nach Angaben der Wahlkommission haben sich in der ersten Woche 19% der Wähler für die Präsidentschaftswahlen registrieren lassen.

Im Prozess gegen Ex-Präsident Charles Taylor hat die Verteidigung einen Aufschub bis Januar 2008 beantragt, weil neue relevante Dokumente gefunden worden seien.

Als die Kleinbauern von der Polizei verprügelt wurden, weil sie gegen die Ausweitung der Palmöl-Anbaufläche der Firma Equatorial Palm Oil (EPO) protestierten, hat Frau Johnson-Sirleaf verfügt, dass nur mit Zustimmung der Dorfbewohner neue Plantagen angelegt werden dürfen. Die Menschen jubelten.

Vertreter von FAO und der westafrikanischen Zivilgesellschaft beklagten bei ihrem Treffen in Monrovia, dass so viel Ackerland – in Liberia sind es bereits 45% – in Händen ausländischer Investoren ist. Man müsse in kleinbäuerliche Landwirtschaft investieren, kommunale Landrechte anerkennen und besonders Frauen Zugang zu Land und Wasser verschaffen, denn sie sind die Hauptagenten in der Ernährung der Bevölkerung. Langfristig seien Getreidereserven für Krisenzeiten und weitere Forschung, deren Resultate auch Familienbetriebe erreichen müssen, notwendige Schritte.

Immer mehr überspült der Atlantik die Küstenregion. Besonders gefährdet ist Monrovias Slum-Siedlung West Point. Viele Bewohner sind schon ins Landesinnere geflohen; andere harren in ihren leicht-gebauten Behausungen aus, immer in Not, dass das Meer sie im Schlaf überraschen könnte. Zum Teil ist die Meererosion selbst verschuldet, denn durch den jahrelangen Sandabbau wurde der Küstenstreifen immer schmaler. Zusammen mit UNDP hat die liberianische Regierung ein Wellenbrecher Projekt gestartet, um die Küste zu schützen, aber die Kosten sind enorm.

Der Präsident der Übergangsregierung, Gyude Bryant, wird von der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS angeklagt, während seiner Amtszeit im Jahr 2003 über eine Million Dollar aus öffentlichen Geldern gestohlen zu haben.

Präsident Ellen Johnson Sirleaf besucht Washington, um einen Schuldenerlass und neue Finanzhilfen für den Wiederaufbau des Landes zu erbitten. Liberia muss eine Schuldenlast von 3.7 Milliarden Dollar bedienen. Beim G7 Gipfel der Finanzminister in Essen befürwortete Weltbankpräsident Paul Wolfowitz ein massiven Schuldenerlass.

Die UN will eine Untersuchung über Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch während des 14-jährigen Bürgerkriegs anstellen. Die Organisation ‚Save the Children Fund‘ beschuldigt vor allem UN-Friedenstruppen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, ihre Machtstellung für Sex mit Kindern zu missbrauchen.

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