Schlagwort: Liberia

Liberia hat als erstes der drei kritischen Konflikt HIPCs (Liberia, Sudan, Somalia) eine interne Befriedung und Demokratisierung erreicht, die einen Schuldenerlass politisch und administrativ möglich macht. Interessanterweise hat Paul Wolfowitz auf den illegitimen Charakter der liberianischen Schulden hingewiesen, und eine Überprüfung aller Forderungen an das Land angeregt. Liberia hat bei einem Staatshaushalt von rund 80 Mio US-$ etwa 3,1 Mrd. US-$ Auslandsschulden.

Ein Mitglied der motorisierten Eskorte von Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf soll Marihuana im Wert von 4 Mio. Dollar über die Grenze von Sierra Leone gebracht haben. Das Büro der Staatschefin erklärte, dass das für den Schmuggel benutzte Fahrzeug vorher außer Betrieb genommen worden war.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den Weg für eine Entschuldung Liberias frei gemacht. Er entsprach damit einem Anliegen, das gerade auch Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul gegenüber Weltbank und IWF vertreten hatte. Die Bundesregierung hat sich bereit erklärt, im Zuge eines Schuldenerlasses bei den internationalen Finanzinstitutionen auch diejenigen Schulden zu streichen, die Liberia bei Deutschland hat.

Der UN-Sicherheitsrat hat das Embargo gegen den Export von Diamanten noch einmal verlängert. Trotz Fortschritten sei der Prozess der Zertifizierung der Diamanten noch nicht weit genug vorangekommen.

Der UN-Sondergerichtshof in Sierra Leone hat den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, sich um die Auslieferung des ehemaligen Präsidenten von Liberia, Charles Taylor, zu bemühen. Gegen Taylor, der seit 2003 in Nigeria im Exil lebt, liegen 17 Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Der 29-jährige Charles McArthur Emmanuel, Sohn des ehemaligen liberianischen Präsidenten Charles Taylor, ist am Mittwoch in Florida wegen Folter angeklagt worden. Er ist US-Bürger. Nach dem Amtsantritt seines Vaters 1997 leitete er die Anti-Terror-Einheit in Liberia, bis er 2003 ins Exil ging. Taylor selbst muss sich vor einem UN-Sondergericht in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen während des Bürgerkriegs in Sierra Leone verantworten.

Nachdem drei Kandidaten, die gegen den Ausschluss ihrer Namen auf der Liste der Präsidentschaftskandidaten geklagt haben, sich zurückgezogen, ist der Weg frei für die Wahlen am 11. Oktober.

Wissenschaftler der Welternährungsorganisation (FAO) haben als Ursache der Raupenplage, die schon über 100 Dörfer verwüstet und Brunnen verseucht hat, eine Mottanart gefunden. Damit kann die Plage mit einem geeigneten Pestizid bekämpft werden.

Neben einer Frau aus dem Jemen, erhalten zwei Liberianerinnen den Friedensnobelpreis: die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf für ihren Kampf für Frieden und Frauenrechte und die Menschenrechtlerin Leymah Gbowee. Während die Würdigung der Präsidentin gerade vor der Wahl umstritten war, wurde die Wahl von Gbowee allgemein begrüßt. Sie hatte zur Zeit des Bürgerkriegs die Frauen ihres Landes aufgerufen, bis zur Erreichung des Friedens in einen Hausarbeits- und Sexstreik zu treten und brachte so die kämpfenden Parteien an den Verhandlungstisch.

Der frühere Präsident, der im vergangenen Jahr vom Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen zu 50 Jahren Haft verurteilt wurde, legt jetzt Berufung ein. Auch will er bei der liberianischen Regierung als Ex-Präsident seinen jährlichen Rentenanspruch geltend machen. Die Reaktionen in Monrovia sind gemischt. Viele Liberianer sind nicht gewillt, für den Mann hinter Gittern zu zahlen. Sein Abgang sei alles andere als ehrenvoll gewesen.

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