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Liberia – Das Oberste Gericht hat die für den 7. November angesagte Stichwahl zwischen dem Fußballer Weah und dem bisherigen Vize Präsidenten Boakai blockiert, nachdem Anschuldigungen von Betrug in der ersten Runde laut wurden. Die Herausforderung kam von dem drittbesten Kandidaten Charles Brumskine. Sogar die Ex-Präsidentin Sirleaf soll versucht haben, den Wahlausgang zu beeinflussen. Nach der Untersuchung will die Wahlkommission sich an die Entscheidung des Gerichts halten. Die scheidende Präsidentin rief zu Frieden auf.

Liberia – Nach Auswertung fast aller Resultate hatte der Weltstar 39% und der bisherige Vize Präsident 29% der Stimmen erhalten. Sie werden sich nächsten Monat in einer Stichwahl gegenüberstehen. Liberia, das im 19. Jahrhundert von befreiten US Sklaven gegründet wurde, hatte in 73 Jahren keinen einzigen reibungslosen Machtwechsel.

Liberia – Heute sind 2.1 Mio. Liberianer zur Stimmabgabe aufgerufen. Nach 12jähriger Amtszeit tritt die erste gewählte Regierungschefin Afrikas und Nobelfriedenspreisträgerin, Ellen Johnson Sirleaf, zurück. Sie hat in dem vom Bürgerkrieg geknebelten Land und seiner traumatisierten Bevölkerung viel, aber nicht alles, erwirkt. Nun warten 20 Kandidaten, ein buntes Gemisch, auf ihre Chance, darunter der Fußballstar George Weah mit der Frau des Diktators Charles Taylor als Vize, ein Model, ein Warlord und Geschäftsleute. Alle versprechen dasselbe: mehr Arbeitsplätze, weniger Korruption, bessere Bildung, Gesundheitsvorsorge und Infrastruktur.

Liberia – George Weah, von Fans „King George“ genannt, ist der einzige Afrikaner, der „Fußballer des Jahres“ wurde. Seine besten Jahre kickte er für Monaco, Paris und Mailand. In einem Versuch, seine Popularität politisch zu nutzen, unterlag er 2005 Ellen Johnson Sirleaf, der Harvard Absolventin, in einer Stichwahl. Jetzt ist er auf Wahltournee in Trikot mit Namen und Logo seiner CDC Partei. Selbst in Armut aufgewachsen, engagiert er sich seit den 1990 Jahren für humanitäre Projekte. Er will seinem Volk Wege zeigen, die Folgen der Kämpfe zu überwinden. Sein Gegenkandidat in der Oktoberwahl ist ein Warlord aus dem Bürgerkrieg.

Liberia – Weil die Staatskassen leer sind, hat Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf alle Auslandreisen von Regierungsbeamten für 60 Tage gestrichen. Nur in äußerst wichtigen Staatsangelegenheiten und mit spezieller Erlaubnis der Präsidentin ist eine Reise gestattet. Die Ebola Epidemie und die schwankenden Rohstoffpreise seien für die Devisenknappheit verantwortlich. Schlimmer noch sei die von Geschäftsleuten und Staatsangestellten praktizierte Kapitalflucht; beide brächten das Geld kofferweise ins Ausland.

Liberia – Nach mehreren Cyberangriffen ist das Internet zeitweise total ausgefallen. Sicherheitsexperten befürchten weitere Attacken. Die Infrastruktur des kleinen Landes ist leicht angreifbar, da das ganze Land nur über eine Glasfaserleitung mit dem Internet verbunden ist, die es mit noch weiteren 20 Nationen teilt.

Liberia – Seit Ende des Bürgerkrieges in 2003 war eine UNO-Friedensmission für Ordnung und Sicherheit im Land verantwortlich. Heute übernimmt die liberianische Regierung die Sorge um Stabilität. Bis auf ein kleines Kontingent in unterstützender Rolle, zieht sich die UNO zurück. Die erste große Bewährungsprobe steht bevor, wenn in 2017 Wahlen anstehen.

Liberia – Das Verteidigungsministerium untersucht das 75 km von Monrovia gestrandete Schiff. Keine Crew an Bord; Eigentümer nicht bekannt; Teile des Schiffes verbrannt und noch eins der beiden Rettungsboote vorhanden. Mit dem andern hat sich die Crew wahrscheinlich gerettet. Liberias 563 km lange Atlantikküste ist offensichtlich nicht genügend patrouilliert.

Liberia – „National Institute of Health“ Studien haben gezeigt, dass die meisten Überlebenden auch sechs Monate nach der Entlassung aus Betreuungseinrichtungen unter Schwäche, Gedächtnisverlust und Depressionen leiden, die eine Rückkehr ins normale Leben erschweren. Auch werden viele von der Gemeinschaft und sogar ihren Familien ausgegrenzt. Besorgnis erregt auch die nachgewiesene sexuelle Übertragung des Virus bei Überlebenden.

Liberia – Der 17-jährige Abraham Keita erhielt in Den Haag die von der Stiftung „KidsRights“ organisierte internationale Auszeichnung, weil er sich jahrelang für die Rechte der Kinder in seinem Land eingesetzt hat. Er hat Demonstrationen angeführt und Lobbyarbeit im Parlament gemacht und nicht geruht, bis sich etwas bewegte. In Liberia, das noch unter den Folgen des Bürgerkrieges leidet und eine Ebola-Epidemie hinter sich hat, sind Kinder, mehr als sonst wo, Opfer von Krieg, Armut, Korruption und Gewalt. In Liberia hat fast die Hälfte aller Kinder physische Gewalt erfahren; 13% der Mädchen wurden sexuell missbraucht. Jeder junger Preisträger zeigt, dass Änderung möglich ist. „KidsRights“ investiert auch 100,000 Euro in Projekte im Land des Gewinners.

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