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Burkina Faso – Am 15. Oktober vor genau 30 Jahren wurde der gerade 37-jährige Präsident Thomas Sankara nach nur vier Jahren im Amt ermordet. Der charismatische, ungeduldige und radikale Führer hat unheimlich viel bewegt: Kampf gegen Hunger, Korruption und Wüstenbildung, Förderung von Landwirtschaft Gesundheit, Bildung und Gleichberechtigung der Frau sowie nachhaltiges Wirtschaften. So wollte er sein Land umkrempeln. Den Namen des Staates änderte er von Obervolta nach Burkina Faso, „Land der aufrechten Menschen“. Die Ideen des integeren, bescheidenen Hoffnungsträgers inspirieren auch heute noch die Jugend Afrikas.

Burkina Faso – Wieder griffen islamische Terroristen ein bei Ausländern populäres Restaurant in Ougadougou an und töteten 18 Gäste. Schon 2016 kamen bei einem Überfall auf ein anderes Restaurant 30 Menschen um. Seit der IS in Syrien und im Irak Niederlagen erleidet, entwickelt sich die Sahelzone immer mehr zu einem Zentrum dschihadistischer Terrorgruppen. Besonders aktiv ist die Bewegung Al Kaida im Maghreb (AQMI).

Burkina Faso – Die Regierung hat einen internationalen Haftbefehl gegen Blaise Campaoré, der 2014 in einem Volksaufstand gestürzt wurde und jetzt in der Elfenbeinküste lebt, herausgegeben. Campaoré wird beschuldigt, für den Mord an Ex-Präsident Thomas Sankara im Jahr 1987 verantwortlich zu sein. Der Revolutionär Sankara ist bis heute ein Idol für viele West-Afrikaner.

Burkina Faso – Die Sahel Region ist schon länger von Terror Gruppen wie AQIM, Boko Haram und Ansar Dine bedroht. Jetzt hat sich im Norden von Burkina Faso eine neue Gruppe identifiziert: Ansarul Islam (Verteidigung des Islam). Seit Januar häufen sich die Angriffe auf Individuen, auf Dörfer oder Schulen. Inzwischen sind 600 Schulen geschlossen und andere Dienstleistungen beeinträchtigt. Der Anführer der Ansarul Gruppe ist Ibrahim Malam Dicko, der auch schon in Mali aktiv war. Ziel der neuen Terror Gruppe ist eine Wiedererrichtung eines Fulani Königreiches in der Sahel Region.

Burkina Faso – Das diesjährige Filmfestival „Fespaco“ in Ouagadougou ist den starken Frauen gewidmet: mit Frauenthemen, Frauen als Regisseure und als Schauspielerinnen. Nur 150 von 1000 Eingaben konnten ausgewählt werden. Wie in Cannes, geht es um Anschauen, professionellen Austausch und das Feiern von Spitzenleistungen mit Trophäen. Betroffenheit löste die Dokumentation des Belgiers Thierry Michel aus, der mit dem Film „Der Mann, der die Frauen repariert“ dem mutigen Gynäkologen und Menschenrechtler Denis Mukwege aus dem Ostkongo ein Denkmal setzte. Vor der UNO und vor unzähligen Parlamenten ist der Streifen bereits gelaufen; man hofft, dass er hilft, der sexuellen Gewalt im Kongo Einhalt zu gebieten.

Burkina Faso – Weil sie nicht bezahlt wurden, halten Minenarbeiter vorübergehend 43 kg Gold (Wert 1.7 Mio. Dollar) fest. Ein Gerichtsvollzieher hat das Gold in ihrem Namen am Flughafen abgefangen. Der Avocet Mining Konzern in London jedoch behauptet, das geschmolzene Gold werde gebraucht, um Zahlungen für Löhne, Bonusse und Abfindungen der Minenarbeiter zu betätigen. Letztes Jahr hat die Mine 2.210 kg Gold produziert. Der Goldabbau erlebt in mehreren Ländern Westafrikas einen neuen Aufschwung. Neben den großen Konzernen gibt es auch viele informelle Minen, in denen Tausende unter lebensgefährlichen Bedingungen arbeiten.

Burkina Faso – Religiöse Toleranz ist nicht neu. Viele Menschen im Land bauen sich ihren Glauben aus verschiedenen Glaubensrichtungen, auch animistischen Elementen, zusammen, annehmbar für Burkinabe, aber blasphemisch für Salafisten. Von Kindheit an leben sie mit Andersgläubigen zusammen und feiern ihre Feste. Der Erzbischof von Ouagadougou gratuliert Muslime zum Eid. Nun hat Papst Franziskus Präsident Kaboré in den Vatikan eingeladen. Der Rest der Welt könnte von dem westafrikanischen Land etwas lernen, obwohl die bisherige Harmonie durch Angriffe seitens islamistischer Milizen bereits gefährdet ist.

Burkina Faso – Kurz nachdem er aus seinem Exil im Nachbarland Elfenbeinküste zurückgekehrt war, wurde Ex-Regierungschef Luc Alphonso Tiao festgenommen. Er soll sich nun verantworten für den Tod von 33 Demonstranten, weil er beim Niederschlagen der Proteste in 2014 den Schießbefehl erteilt hatte.

Burkina Faso – Die Regierung hat den Export von Eselfellen untersagt, da die Zahl der 1.4 Nutztiere zurückgeht. Grund ist die große Nachfrage in China, wo sie für die Herstellung traditioneller Heilmittel, die Langlebigkeit versprechen, genutzt werden. Letztes Jahr wurden 65.000 Felle exportiert

Burkina Faso – Jahrzehntelang galt Baumwolle aus Burkina Faso als eine der besten der Welt. In 2003, beschloss die Regierung, gentechnisch manipulierte Baumwolle des US-Konzern Monsanto anzubauen. Nun beendet man die Zusammenarbeit, und bereits 2016/17 wird genmanipulierte Baumwollte durch konventionelle Baumwollsamen ersetzt. Dies hat Signalwirkung für die Nachbarländer: Benin, Mali, Elfenbeinküste, Niger, Togo und den Senegal. Die Baumwollqualität hat sich in den Jahren so drastisch verschlechtert, dass der Verband 74 Millionen Euro als Entschädigung von Monsanto fordert.

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