Schlagwort: Algerien

Im Rahmen einer ‚Charta für Frieden und nationale Versöhnung‘ will Präsident Bouteflika etwa 2.000 Personen, die wegen Beteiligung an Massakern während des Bürgerkriegs inhaftiert sind, begnadigen. Andere können mit einer Reduzierung des Strafmaßes rechnen. Die Verantwortlichen für die Massaker bleiben in Haft.

Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Ahmed Ouyahia wurde sein Nachfolger Abdelaziz Belkhadem vereidigt. Er ist Chef der FNL-Partei und enger Vertrauter von Präsident Bouteflika. Ouyahia hatte sich einer Verfassungsänderung, die eine dritte Amtszeit des Präsidenten ermöglicht hätte, widersetzt.

Ein algerischer Arzt, der neugeborene Kinder lediger Mütter illegal wegnahm, um sie im französischen Saint-Etienne zu verkaufen, wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt. Ein Notar erhielt 5 Jahre und sechs weitere Angeklagte in absentia 10 Jahre. Das kriminelle Netzwerk von 13 Personen hat jahrelang zusammen gearbeitet.

Präsident Abd al-Asis Bouteflika genehmigte ein entsprechendes Gesetz, das bei Verstößen Haftstrafen zwischen zwei und fünf Jahren sowie Geldbußen bis zu 10.000 Euro. drohen Zudem ist es verboten, missionarische Schriften herzustellen, zu verteilen und zu lagern. Nach Meinung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte verletzt das Gesetz die UN-Menschenrechtsabkommen.

Viele junge Menschen bleiben der heutigen Parlamentswahl fern, weil sie keine politische Perspektive in ihrem Land sehen. 44 Parteien bewerben sich um 462 Mandate, doch der Sieger ist schon fast klar. Die Umbrüche, die der „arabische Frühling“ den Nachbarländern Tunesien und Libyen brachte, sind an Algerien verbeigegangen, und junge Menschen denken an Auswanderung. Drei Viertel der Bevölkerung ist unter 35 Jahre alt.

In Reghaia und Dergana, zwei Ortschaften östlich von Algiers, haben islamistische Gruppen Autobomben vor der Polizeistation explodiert. Seit 1992 sind über 150.000 Menschen Opfer des Konflikte zwischen Armee und radikalen Gruppen geworden.

Schon wieder wurden zwei Christen zu Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie angeblich versucht haben, Muslime zum christlichen Glauben zu bekehren. Bei einer Routinekontrolle fand die Polizei im Auto der Angeklagten Bibeln und andere christliche Literatur.

Rund 60.000 Flüchtlinge aus der Westsahara, die in einem algerischen Flüchtlingslager in der Sahara leben, verloren ihr gesamten Besitz, als heftige Regenfälle das Lager unter Wasser setzte.

Durch Seewinde und Erdbeben war die Basilika stark beschädigt; jetzt wurde mit kostspieligen Restaurierungsarbeiten begonnen. Seit es in Algerien nur noch wenige Katholiken gibt, kommen viele katholische Schwarzafrikaner zur Schwarzen Madonna. Aber auch viele Muslime sind unter den Pilgern, wie sich aus den Ex-Votos und den Eintragungen im Fürbittbuch erkennen lässt. In der Apsis befindet sich seit 1872 die goldene Inschrift „Unsere Liebe Frau von Afrika, bitte für uns und für die Muslime”.

Die Behörden haben 13 protestantische Kirchen und Gebetsräume geschlossen, die meisten in der Unruheregion Kabylei. Gründe wurden offenbar nicht genannt. Auch die katholische Kirche Algeriens beklagt sich über eine wachsende Intoleranz bei den Behörden. Seit Februar 2006 verlangt ein Gesetz, dass nicht-islamische Kultstätten genehmigt werden müssen.

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