Schlagwort: Ägypten

Die koptischen Christen in den USA haben die amerikanischen Außenministerin Condolezza Rice aufgefordert beim ihrem Besuch in Ägypten die Verfolgung der Kopten anzusprechen. Enteignung, Zwangkonversion und Beleidigungen seien an der Tagesordnung, ohne dass die Regierung dagegen einschreitet.

Ein Kairoer Gericht hat entschieden, dass die Muslim Bruderschaft, wie in Mubaraks Zeiten, illegal ist. Ihr Eigentum soll beschlagnahmt werden und jegliche Tätigkeit verboten sein. Als eins ihrer Mitglieder, Mohammed Mursi, Staatspräsident wurde, war sie auf der Höhe ihrer Macht. Doch der gewalttätige Widerstand nach Mursis Sturz führte zur Verhaftung der Anführer und dem Verbot der Bruderschaft.

Das Parlament in Kairo hat sich hinter Kulturminister Faruk Hosni gestellt. Diesem war vorgeworfen worden, mit Interviewäußerungen Frauen, die den islamischen Schleier tragen, zu beleidigen. Das hatte den Zorn von islamischen Fundamentalisten auf sich gezogen.

Mubaraks Ehefrau Susanne hat ihr Privatvermögen den Behörden übergeben. Auf diese Weise hofft sie, einer Haftstrafe zu entgehen. Als die unter Korruptionsverdacht stehende frühere First Lady befragt werden sollte, brach sie zusammen und musste ins Krankenhaus. Mubarak selbst ist weiter in Untersuchungshaft.

Die neun Anraierstaaten des Nil konnten sich nicht auf einen neuen Vertrag über die Verteilung des Nilwassers einigen. Ägypten und Sudan weigern sich, die Verträge von 1959, die den Bau des Aswan-Damms ermöglichten, zu Gunsten der anderen Länder zu revidieren. Die Wassersituation in Ägypten wird immer prekärer.

Kurz vor dem Referendum über ein neues Wahlrecht hat die ägyptische Polizei 25 Mitglieder von Muslim-Bruderschaften verhaften, die für einen Boykott aufgerufen hatten.

Ein mit 1,300 Soldaten besetzter Zug fuhr bei Gizeh auf einen Güterzug auf. 19 Menschen kamen ums Leben; über 100 wurden verletzt. Der Zugführer hielt trotz Warnung an seiner stark überhöhten Geschwindigkeit fest. Erst im November starben über 50 Menschen, meist Kinder, in einem Unglück bei Kairo.

Nach den noch nie dagewesenen Demonstrationen gegen die Regierung Mubaraks, die gestern drei Todesopfer forderten, und nach sporadischen Zusammenstößen in der Nacht, wollen die Organisatoren weitermachen „bis Mubarak geht“. Die USA schlugen der ägyptischen Regierung vor, auf das „gerechtfertigte Verlangen des Volkes“ zu reagieren.

Bei der Explosion einer Bombe in einem Basar der kairoer Altstadt kamen außer dem Attentäter zwei Touristen ums Leben. Mehrere Personen wurden schwer verletzt. Wer hinter dem Attentat steht, ist bisher unklar.

Kopten, Katholiken und Protestanten wollen nächste Woche einen Rat bilden, der in der zunehmend muslimisch geprägten Gesellschaft die Anwesenheit der Christen stärken und ihre Aktivitäten koordinieren soll. Auch soll er den Christen mehr politisches Gewicht geben. Leiter wird der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. sein.

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