Schlagwort: Ägypten

Zwei Monate nach seinem Sturz müssen Mubarak und seine Söhne Gamal und Alaa sich vor Gericht verantworten. Während die Söhne in einem Kairoer Gefängnis sind, wird der kranke Vater im Militärkrankenhaus verhört. Alle drei bestreiten die Anschuldigungen: Korruption, Verschwendung und Machtmissbrauch. Inzwischen füllen sich Ägyptens Gefängnisse mit ehemaligen Politikern und bekannten Geschäftsleuten.

Nachdem ein 12-jähriges Mädchen bei der Beschneidung gestorben ist, hat die Regierung ein völliges Verbot der Genitalverstümmlung erlassen. 90% aller Frauen, Christen wie Muslime, unterziehen sich dem uralten Ritual.

Israel plant, an zwei Stellen, bei Eilat am Roten Meer und an der Südspitze des Gazastreifens einen Grenzzaun zu Ägypten zu errichten. Zwischen den Zäunen soll es Bewegungsmelder geben. Israelische Sicherheitskräfte berichten von 100 bis 200 arbeitsuchenden Flüchtlingen, die wöchentlich über die unbefestigte Grenze kommen, die meisten aus Eritrea, Somalia und dem Sudan. Regierungschef Netanyahu will illegale Arbeiter abwehren aber weiterhin offen sein für Flüchtlinge aus Konfliktgebieten.

Das Al Azhar Islam-Institut in Kairo, die weltweit einflussreichste Institution der sunnitischen Muslime, fordert ein neues Gesetz gegen den Wildwuchs der Fatwas, islamische Rechtsgutachten. Damit soll verhindert werden, dass selbsternannte Religionsgelehrte ohne entsprechende Ausbildung das islamische Recht nach eigenem Gutdünken auslegen und die Muslime so negativ beeinflussen könnten.

Präsident Husni Mubarak hat sich als Chef der nationaldemokratischen Regierungspartei (NDP) wiederwählen lassen. Er erhielt von den Teilnehmern des 9. NDP Parteitags 5248 Ja- und nur 9 Nein Stimmen. Der 79-jährige Staatschef ist seit 26 Jahren im Amt. Es war seit 1981 das erste Mal, dass über den Parteivorsitz abgestimmt wurde. Mubarak hatte keinen Gegenkandidaten.

Seit Baubeginn vor 150 Jahren sorgt der Kanal für Kontroversen zwischen Afrika und Asien. Im Moment sind die illegalen Waffenlieferungen via Suez zum Gazastreifen problematisch. Ägypten kassiert jährlich etwa vier Milliarden US Dollar an Gebühren. Diese Einnahmen schrumpfen wegen der globalen Wirtschaftskrise und den Piratenattacken südlich des Kanals. Manche Reeder ziehen schon den viel weiteren aber sicheren Weg ums Kap der Guten Hoffnung vor.

Präsident Mursi hat den patriotischen, unabhängigen bisherigen Minister für Wasserangelegenheiten, Hisham Qandil, beauftragt, eine neue Regierung zu bilden. Es wird erwartet, dass dieser das aktuelle Szenario meistern kann und mit Technokraten, Christen und Frauen ein funktionsfähiges Kabinett zusammenstellt, um Mursis „Programm der Renaissance“ umzusetzen.

Die ägyptische Führung, zusammen mit Saudi-Arabien, hat beschlossen, die seit 1988 geplante gigantische Brücke über den Golf von Aqaba zu bauen. Bei einer Länge von knapp 32 km und geschätzten Baukosten von fünf Milliarden Dollar soll es auf Straße und Schiene möglich sein, in 50 Minuten von Afrika nach Asien zu gelangen, und das ohne Israel durchqueren zu müssen – für Nordafrikas Araber ein Triumph. Nutzungsgebühren von Millionen Pilgern, von Touristen und Gastarbeitern sollten zur Kostendeckung beitragen. Umweltforscher sind jedoch besorgt über mögliche Schäden an den Korallenriffen.

Der gestürzte Präsident Mursi steht wieder vor Gericht, diesmal wegen Gefängnisausbruch. In Ägypten sitzt der Angeklagte in einem Käfig mit schalldichten Glaswänden. Im weißen Gefangenen Gewand wütet und schimpft Mursi. Noch weitere Prozesse gegen ihn sind in Vorbereitung; Experten jedoch glauben, dass die meisten Anklagen politisch motiviert sind.

Eine Journalistin des arabischen Senders Al-Dschasira wurde in Kairo wegen Schädigung der Landesinteressen zu sechs Monaten Haft verurteilt. Sie hatte einen Dokumentarfilm über Folter in ägyptischen Polizeistationen gedreht.

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