Schlagwort: Ägypten

Saboteure haben die Gas Pipeline von der Sinai-Halbinsel nach Israel und Jordanien gesprengt und so die Lieferung gestoppt. Es war schon der dritte Anschlag seit dem Sturz von Mubarak im Februar. Die Versorgung Israels mit Erdgas, um damit Strom zu erzeugen, ist in Ägypten schon länger umstritten.

Die gewaltsame Räumung von zwei Camps der Anhängern des gestürzten Präsidenten Mursis in Kairo durch die Sicherheitskräfte löste im ganzen Land tagelange gewaltsame Proteste aus, bei denen bereits Hunderte von Toten zu beklagen sind. Die Regierung verhängte den Ausnahmezustand. Koptische Christen werden von den Muslimbrüdern für die Entmachtung Mursi verantwortlich gemacht und duzende christliche Kirchen sollen in Flammen aufgegangen sein. Vize-Präsident Mohamed ElBaradei trat zurück. Das Ausland kritisierte die exzessive Gewalt der Polizei.

Anlässlich der ersten Sitzung des ersten frei gewählten Parlaments seit 1952 war die Atmosphäre gespannt. Da der mächtige Militärrat die Fäden noch in der Hand hält, hat das Parlament kaum Entscheidungsfähigkeit. Viele Ägypter sind enttäuscht über die verschlechterte Wirtschaftslage, die Stärke der islamistischen Parteien (73%) und den langsamen Weg zur Demokratie. Da wird auch die angekündigte Massenamnestie von 2,000 inhaftierten Demonstranten zum Jahrestag der Revolution am 25. Januar nicht viel ändern.

Eine Gruppe von Männern, die HIV positiv betestet wurden, sind von der Sittenpolizei misshandelt und an ihre Krankenhausbetten gekettet worden . Human Rights Watch fordert, Aidskranke nicht zu kriminalisieren.

Der emeritierte Bischof Antonios Naguib of Minya wurden zum neuen Patriarchen von Alexandria der katholischen koptischen Kirche gewählt. Es gibt in Ägypten etwa 250.000 katholische Kopten.

Trotz weit verbreiteter Gewalt konnte in Kairo eine Interim-Regierung zusammengestellt werden, die auch Frauen und Christen enthält, aber keine Islamisten. Der Militärchef el-Sissi, der Präsident Mursi stürzte, wurde Vize-Premier, behält aber seinen Posten als Verteidigungsminister. Die Muslimbrüder und die konservative al-Nur Partei weigern sich, mit der neuen Administration zusammen zu arbeiten und drohen mit weiteren pro-Mursi Protesten.

Die ägyptische Regierung hat mit einer Volksabstimmung umfangreiche Änderungen der Verfassung mit 75% der Stimmen durchgesetzt. Nach offiziellen Angaben lag die Wahlbeteiligung bei 27%, nach unabhängigen Beobachtern bei 5%. Der Imam der Al-Azhar-Universität hatte die Teilnahme an der Volksabstimmung als „Pflicht gegenüber Gott“ bezeichnet. Kritiker sehen in den Änderungen eine Beschneidung der demokratischen Rechte.

Nachdem die Muslimbrüder im Februar als terroristische Organisation eingestuft und ihre Führungsriege eliminiert wurde, hat jetzt ein Gericht in Kairo auch den politischen Arm, die ‚Partei für Freiheit und Gerechtigkeit‘ aufgelöst. Das gesamte Eigentum wird vom Staat konfisziert. Nach Angaben von Human Rights Watch sind bisher über 1300 Änhänger der Organisation ermordet und mehr als 3500 in Haft genommen worden.

Die abfälligen Bemerkungen des Kulturministers, Faruk Hosni, über das islamische Kopftuch und den Einfluss religiöser Verlautbarungen, hat einen Sturm der Entrüstung unter der Bevölkerung entfacht.

Der ehemalige UN-Generalsekretär, Boutros Ghali hält zukünftige Kriege um das Wasser des Nils für wahrscheinlich, wenn es zu keiner gerechten Aufteilung der Wasserressourcen kommt. Äthiopien und Kenia fordern eine größeren Anteil am Nilwasser.

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