Schlagwort: Ägypten

Der 76-jährige Präsident Mubarak, der Ägypten seit 1981 regiert, will in Zukunft mehrere Kandidaten bei Präsidentschaftswahlen zulassen. Bisher wurde nur ein einziger Kandidat vom Parlament aufgestellt.

Die jüngste Fernsehansprache des „greisen Pharao“ Mubarak könnte verheerende Folgen haben. „Ägypten wird explodieren“, warnt der Oppositionspolitiker El Baradei. Ein Hoffnungsschimmer ist ein Augenzeugenbericht von der Nacht auf dem Tahrir Platz, nach dem Muslime und Christen sich gegenseitig schützten. Während die eine Gruppe niederkniete, formte die andere einen schützenden Kreis um die Beter.

In einem Beitrag für die Washington Post erklärte der ägyptische Großmufti Ali Gomaa, Muslime könnten frei ihre Religion wechseln, solange diese Entscheidung „nur Gott und den Gläubigen” betreffe und nicht die Grundlagen der Gesellschaft angreife. In Ägypten stehen 10 Kopten vor Gericht, die Muslime geworden waren und zum Christentum zurückkehren wollen.

Papst Schenuda III. hat die Kopten vor Kontakten zu einem abtrünnigen Priester gewarnt, der eine eigene Synode gründen will, um bei den Kopten Reformen wie die Anerkennung der Ehescheidung durchzusetzen. Der Priester hatte sich von orthodoxen Amerikanern zum Erzbischof weihen lassen.

Gewaltsame Zusammenstöße zwischen Christen und Muslimen in Dahshur, einem Dorf 40 km südlich von Kairo, eskalierten, als Muslime die koptische Kirche angriffen. Als die Polizei eingriff, setzte der Mob die Häuser und Geschäfte der koptischen Christen in Brand. Nach Angaben des Erzbischofs von Giza mussten alle Christen fliehen.

Nach Schätzungen des staatlichen Institutes MENA wird nach 2017 der Nil nicht mehr die nötigen 86 Millionen Kubikmeter Wasser für die Versorgung der Bevölkerung liefern können. Ein Abkommen mit dem Sudan von 1959 gibt Ägypten das Recht auf 55 Mio. Kubikmeter. Die 10 Anrainerstaaten des Nil werden diesen Monat über das Problem verhandeln.

Archäologen haben in neu entdeckten Grabstätten 30 Mumien gefunden, manche davon über 4.300 Jahre alt.

Die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ bedauert, dass durch die Schlachtung von 250.000 Schweinen der koptischen Christen die schon bestehenden Spannungen weiter geschürt wurden. Die koptische Minderheit würde weiter isoliert und ihre Lebensgrundlage zerstört, doch die Regierung behauptet, dass die Maßnahme eine Gesundheitsvorsorge sei.

Ägypten will bis 2010 einen eigenen Satelliten bauen, der den Luftraum kontrollieren soll. Der Flughafen von Kairo wird mit einer dritten Landesbahn versehen, um den jährlichen Touristenzuwachs von 6% zu bewältigen.

Als erster Präsident seit der islamischen Revolution in 1979 kam Ahmadinedschad nach Ägypten für das Gipfeltreffen islamischer Länder. Mursi begrüßte ihn mit Bruderkuss; ein führender sunnitischer Kleriker beschimpfte ihn, und ein Syrer versuchte einen Schuhangriff, der vom Iran runter gespielt wurde. Die Annäherung ist nur möglich seit die Islamisten Ägypten regieren. Ägypten hofft nun auf iranische Investitionen und der Iran sucht die Unterstützung Ägyptens gegen die wachsende internationale Isolation.

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