Schlagwort: Ägypten

Für den zum Christentum gekehrten Mohammed Ahmed Hegazy, der seine Religionszugehörigkeit offziell registrieren lassen wollte, forderten mehrere Islamgelehrte die Todesstrafe. Zwei Mitglieder der christlichen „Middle East Christian Association“ (MECA), die Hegazy verteidigten, sind seit drei Wochen in Haft.

Schon zwölf Mal seit dem Sturz Mubaraks wurde die Gasleitung, die Israel und Jordanien mit Gas versorgt, das Ziel von starken Explosionen; die neueste war nahe der Stadt Al-Arish im Norden der Sinai Wüste, gerade nachdem die Schäden vom letzten Angriff am 5. Februar beseitigt waren. Die Vereinbarung über die Gaslieferungen wird heftig kritisiert.

Die koptische Kirche hat den ersten christlichen Fernsehsender Aghapy in Betrieb genommen. 10% der Bevölkerung gehören der koptischen Kirche an.

Die öffentlichen Ergebnisse der Stichwahl sind noch nicht veröffentlicht, doch beide Kandidaten sehen sich als Sieger, und der Militärrat hat nach Auflösung des Parlaments Kontrolle über Gesetzgebung und Finanzen übernommen. Die Muslimbrüder rufen zu landesweiten Protesten auf, während die Generäle die aufgebrachte Bevölkerung versichern, dass der neugewählte Präsident seine Befugnisse erhalten und gemeinsam mit dem Militärrat Entscheidungen treffen würde.

Ein Bericht der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) beklagt die bedrohliche Situation von Konvertiten zum Christentum und Zwangskonversionen und Heiraten christlicher Mädchen zum Islam. Folter sei in ägyptischen Haftanstalten an der Tagesordnung, in manchen Fällen mit Todesfolge.

Die Opfer der Repression durch das Militär wird auf 1000 bis 1500 Menschen geschätzt und nimmt weiter zu. Nachdem die kritischen lokalen Medien weitgehend ausgeschaltet sind, werden auch ausländische Korrespondenten in ihrer Arbeit gehindert. Der Anführer der Muslimbrüder, Mohammed Badiew, wurde verhaftet, während Ex-Präsident Hosni Mubarak auf seine Freilassung wartet. Der zurückgetretene Viz-Präsident, Mohammed el Baradei, soll wegen Hochverrat angeklagt werden. Die neue Führung ist wenig beeindruckt von Androhungen der USA und der EU, Finanzhilfen zu streichen. Saudiarabien und Russland sind bereit, die Verluste auszugleichen, während Katar weiterhin die Muslimbrüder unterstützt.

Ex-Präsident Hosni Mubarak wurde zur Eröffnung des Verfahrens gegen ihn auf einem Krankenbett in den Gerichtssaal gebracht. Die Anklage lautet: Korruption und Erteilung eines Schießbefehls auf Demonstranten, worauf die Todesstrafe steht. Vor dem Gebäude in der Polizeiakademie bewarfen sich Anhänger und Gegner Mubaraks mit Steinen. 600 Ägypter können den Prozess im Gerichtssaal und Millionen auf dem Fernsehschirm verfolgen.

Ägypten wird am heutigen Donnerstag 650 sudanesische Flüchtlinge und Asylanten ausweisen, die zu der Gruppe der 2.000 Sudanesen gehören, die in der vergangenen Woche mit Gewalt vom Gelände des UNO Büros in Kairo vertrieben wurden.

Drei Koreaner und ihr ägyptischer Fahrer kamen um und 14 weitere Passagiere wurden verletzt, als eine Bombe in oder in der Nähe des Busses explodierte. Der Bus befand sich bei dem Badeort Taba auf der Sinai Halbinsel unweit der Grenze zu Israel. Die Badeorte am Roten Meer galten in der letzten Zeit als relativ sicher. Eine Islamisten-Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag.

Die Militär Regierung dementiert Berichte, dass der am 11. Februar gestürzte Präsident nach Saudi-Arabien geflohen sei. Er und seine Familie seien unter Hausarrest im Ferienort Sharm el-Sheikh am Roten Meer.

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