Ägypten – Um religiösen Extremismus einzudämmen, hat Präsident al-Sisi angeordnet, dass alle Imame beim Freitagsgebet die gleiche Predigt halten müssen, die von Islam-Gelehrten verfasst wird. Nicht alle Imame und Beter sind damit einverstanden.
Ägypten » Seite 12
Ägypten – Um religiösen Extremismus einzudämmen, hat Präsident al-Sisi angeordnet, dass alle Imame beim Freitagsgebet die gleiche Predigt halten müssen, die von Islam-Gelehrten verfasst wird. Nicht alle Imame und Beter sind damit einverstanden.
Ägypten – Mit dem Gerichtsentscheid, dass die beiden Inseln im Roten Meer nicht an Saudi-Arabien gehen dürfen, ist Präsident al-Sisis umstrittener Plan erst mal gestoppt. Die strategisch wichtigen Inseln Tiran und Sanafir am Eingang zum Golf von Akaba sind seit 1950 unter ägyptischer Verwaltung. Der vor zwei Monaten unterschriebene Vertrag hatte in Ägypten zu heftigen Unruhen geführt.
Ägypten – In Ägypten versucht man, die Wälder mit Abwasser aufzuforsten – und mit Erfolg. In der Wüste Unterägyptens läuft schon länger ein Forschungsprojekt. Abwasser der 500,000-Einwohner-Stadt Ismailia wird gespeichert, gefiltert, gereinigt und zum Begrünen der Wüste genutzt. Mit regelmäßiger Pflege wachsen viele einheimische Bäume, aber auch Eukalyptus und Mahagoni. Wegen der reichen Nährstoffe im Abwasser ist das Wachstum vier Mal so schnell wie normal. Die Nutzung von Abwasser könnte in allen Wüstenregionen als Mittel gegen Wüstenbildung eingesetzt werden.
Ägypten – Das war der Kommentar des Papstes an die wartenden Journalisten über seine Begegnung am Montag mit dem ägyptischen Großimam Scheich Ahmed al-Tayyib im Vatikan. Der Imam der berühmten Al-Azhar Universität in Kairo ist die höchste Autorität im sunnitischen Islam und kam auf Einladung von Papst Franziskus. Es ging um Einsatz für den Frieden, Ablehnung von Gewalt und die Lage der Christen in Nahost. Fünf Jahre nach Abbruch der Beziehungen hoffen beide Seiten auf eine Wiederaufnahme des Dialogs.
Ägypten – 51 Demonstranten wurden zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil sie gegen die Übergabe der beiden Inseln Tiran und Sanefir an Saudi-Arabien protestierten. Präsident al-Sisi musste sich manche Kritik gefallen lassen, wegen der Inseln und auch wegen der schlechten Wirtschaftslage.
Ägypten – In den fünf Tagen, die der Saudi König Salman am Nil weilte, belebte er, zusammen mit al-Sisi, den alten Plan, Ägypten und Saudi-Arabien an der Meerenge, die vom Roten Meer zum Golf von Aqaba führt, durch eine bis zu 32km lange Brücke zu verbinden, ein historischer sowie politisch und wirtschaftlich wichtiger Schritt. Saudi-Arabien versprach Milliarden-Investitionen. Salman wurde umjubelt, doch der Plan, die Inseln Tiran und Sanafir in arabische Souveränität zu geben, provozierte massive Empörung.
Ägypten – Das Berufungsgericht hat die Todesurteile gegen 149 Islamisten, die letztes Jahr in einem Massenprozess verhängt wurden, aufgehoben. Die Angeklagten sollen im Sommer 2013 nach dem Sturz Mursis bei Straßenkrawallen elf Polizisten ermordet haben. Nun soll das Verfahren neu aufgenommen werden.
Ägypten – Fünf Jahre nach dem Aufstand auf Kairos Tahrir Platz besteht die Gefahr, dass das Volk sich wieder wehrt. Der Sturz von Mubarak in 2011 und der Aufstieg von al-Sisi seien nur eine „Verjüngung der Diktatur“. Streiks, massive Arbeitslosigkeit, brodelnder Unmut sind günstige Bedingungen für eine neue Welle von Protesten. Um das Land am 25. Januar ruhig zu halten, gab es im Vorfeld Drohungen, Verhaftungen Hausdurchsuchungen – eine wahre Terrorherrschaft. Heute ist das Militär in Kairo und in andern Städten aufgezogen, und auf dem Tahrir Platz stehen Schützenpanzer.
Ägypten – Fünfzehn wurden getötet und acht verletzt, als sie sich auf dem Sinai dem Grenzzaun näherten, um in Israel Asyl anzufragen. Ägyptische Sicherheitskräfte taten es als Kreuzfeuer ab. Diese Menschen fliehen vor der Gewalt in ihren Heimatländern und setzen sich Tod durch Grenzposten und Folter durch Menschenhändler aus. Laut HRW wird die Gefahr immer wahrscheinlicher, dass die bedrängten Migranten im Sinai auch von den umherschweifenden IS-Milizen rekrutiert werden, um Terroranschläge auszuführen.
Ägypten – Obwohl russische und ägyptische Behörden eher von einem technischen Defekt ausgehen, beharren auf dem Sinai marodierende IS-Milizen auf ihrem Anspruch, die Maschine zum Absturz gebracht zu haben. Es sei eine Racheaktion für das russische Eingreifen in Syrien. Die Vermutung, dass „eine mechanische Einwirkung“ den Absturz ausgelöst habe, gibt mehr Raum für Spekulationen. Mehrere Fluggesellschaften wollen die Sinai-Halbinsel meiden. Seit 2013 sind in Gefechten zwischen ägyptischen Sicherheitskräften und der IS-Miliz hunderte Soldaten und Polizisten umgekommen.