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Ägypten – Nachdem mehrere koptische Christen auf der Sinai Halbinsel ermordet wurden und IS mit noch mehr Gewalt gegen die christliche Minderheit gedroht hat, sind ganze Familien von Al-Arisch geflohen. Über 250 Menschen haben in der Stadt Ismalia am Suezkanal Schutz gesucht. Zum ersten Mal hat der ägyptische Präsident al-Sisi auf die Angriffe reagiert und seine Minister aufgefordert, den Geflüchteten zu helfen.

Ägypten – In den letzten drei Wochen sind im Nordsinai vier koptische Christen getötet worden, der erste war ein Lehrer auf dem Weg zur Arbeit, die beiden letzten Vater und Sohn. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFR) berichtet auch von Vertreibungen und von einem Video, in dem die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ dazu aufrufe, ägyptische Christen zu töten. Sie seien keine „Schutzbefohlene (Dhimmis)“, sondern „Ungläubige (Kufar)“. Es wäre an der Zeit, dass Ägyptens Regierung sich „der extremistischen Gewalt stellt“, so ein IGFM Sprecher.

Ägypten – Das Oberste Verwaltungsgericht in Kairo hat gestern die Übergabe zweier unbewohnter Inseln, Tiran und Sanafir, im Roten Meer an Saudi-Arabien untersagt. Es ist die schwerste Niederlage für Präsident al-Sisi, der schon im April 2016 die Rückgabe feierlich verkündet hatte. Und König Salman hatte Ägypten Hilfe, Kredite, Öllieferungen und Entwicklungsprojekte versprochen, darunter den Bau einer Brücke über die Inseln von der Sinai-Halbinsel nach Saudi-Arabien. Die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern werden sich durch die Entscheidung weiter verschlechtern.

Ägypten – Einer ihrer Kämpfer habe einen Sprengstoffgürtel in dem für Frauen vorbehaltenen Seitentrakt gezündet. Deshalb sind auch die meisten der 25 Toten Frauen. Orthodoxe Kopten sind die größte christliche Kirche in Ägypten – etwa 10% der 90 Mio. Einwohner. Man wirft ihnen vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mursi unterstützt zu haben.

Ägypten – Bei dem am Sonntagmorgen verübten Attentat auf die orthodoxe Markus Kathedrale in Kairo, dem Bischofssitz des koptischen Papstes, kamen mindestens 25 Menschen ums Leben; über 50 wurden verletzt. Tawadros II. unterbrach seine Griechenlandreise. Die Al Azhar Universität verurteilte die Bluttat und setzte die Feiern zur Geburt des Propheten Mohammed aus. Es war der schlimmste Anschlag auf eine christliche Einrichtung seit sechs Jahren.

Ägypten – Sicherheitskräfte haben gestern in Kairo das wohl größte internationale Netzwerk für illegalen Organhandel aufgedeckt, indem sie 41 Personen verhafteten, darunter Ärzte, Pfleger Professoren, Käufer und Mittelmänner. Auch wurden Millionen Dollar und Goldbarren gefunden. Menschliche Organe sind in Ägypten nicht käuflich, doch die ärmere Bevölkerung ließ sich vielfach überreden, eine Niere herzugeben, die von ausländischen Kunden teuer bezahlt wurde. Schon früher wurde berichtet, dass Migranten auf der Sinai Halbinsel für den Organhandel getötet wurden.

Ägypten – Als Weiterführung der „Heiligen Großen Synode“ der orthodoxen Kirchen in Kreta hat das Patriarchat von Alexandrien und ganz Afrika unter Patriarch Theodoros II. in seiner Herbstsession beschlossen, das altkirchliche Frauendiakonat wieder einzuführen. Das liturgische und karitative Diakonat der Frau im christlichen Osten wurde kirchenrechtlich nie abgeschafft, aber unter islamischem und türkischem Einfluss unterdrückt. Eine dreiköpfige Kommission unter Metropolit Grigorios Stergiou von Kamerun soll bis zur Frühjahrsversammlung konkrete Schritte für die Einführung dieses hierarchischen Weihegrades ausarbeiten.

Ägypten – Es brodelt im Volk, weil Grundnahrungsmittel immer knapper und teurer werden. Touristen bleiben aus; der für viel Geld erweiterte Suez Kanal bringt kaum Profit, und steigende Mehrwertsteuer, Mangel an Medikamenten und Ersatzteilen verursachen mehr Frust. Präsident al-Sisi, von vielen Ägyptern schon als Witzfigur verspottet, warnt vor Protesten und beruhigt die Gemüter. Nun hat der IWF ein Hilfspaket von 12 Mrd. Dollar über drei Jahre gewährt, eine Hilfe, aber viel zu wenig, sagen Kritiker, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Ägypten – Human Rights Watch dokumentiert, dass, besonders bei poltischen Gefangenen „routinemäßig“ Folter und Isolation eingesetzt wurden, ob unter Mubarak, Mursi oder al-Sisi. Wer überlebt, kommt als misshandelter, gebrochener Mensch heraus. Besonders erschreckend ist das berüchtigte Tora-Gefängnis als der Ort, an dem Regierungskritiker „entsorgt und vergessen“ werden können.

Ägypten – Das Unglück geschah nur 12 km von Alexandrien entfernt. Von den etwa 550 Menschen konnten 163 gerettet werden; 42 wurden tot geborgen. 2016 könnte das „tödlichste Jahr“ im Mittelmeer werden, weil immer mehr Migranten die Seeroute nutzen und neben Libyen jetzt auch Ägypten als Startpunkt nehmen. Letztere Reise ist länger – etwa 10 Tage – und viel gefährlicher. Vier Crew Mitglieder wurden gefasst.

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