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Nach der größten Massenverurteilung in der modernen Geschichte, in der 529 Anhänger Mursis zum Tode verurteilt wurden, stehen heute weitere 700 Muslimbrüder in Minya vor Gericht. Die gestrigen Todesurteile sind noch nicht rechtskräftig. Menschenrechtler weltweit hinterfragen die Fairness des Verfahrens. Das Urteil sei eine Katastrophe, ein Hohn und Skandal für das Land. Die Militärregierung geht seit dem Sturz Mursis mit außergewöhnlicher Härte gegen die Muslimbrüder vor.
Die Militärregierung will alle Moscheen und islamische Gebetstätten sowie die Ernennung aller Imame unter staatliche Kontrolle stellen. Zu oft hätten islamistische Gruppen die Moscheen benutzt, um ihre Ideologie zu verbreiten. Protestaktionen wären meist nach dem Freitagsgebet ausgebrochen. Ägypten hat etwa 130,000 Moscheen, von denen nur 10,000 nicht unter staatlicher Kontrolle waren.
Durch diese Tunnel auf dem Sinai im Grenzgebiet zum Gaza Streifen haben Hamas Nahrung, Treibstoff, Waffen und Geld geschmuggelt. Ägypten beschuldigt die Hamas, die Bruderschaft von Ex-Präsident Mursi in ihren Terroranschlägen unterstützt zu haben.
Der diesjährige Gebetstag der Frauen, am 1. Freitag im März, gedenkt besonders der Frauen in Ägypten, die auch die Liturgie für den in über 170 Ländern gehaltenen ökumenischen Gottesdienst verfasst haben. Ägyptens Frauen, die in ihrer Hoffnung auf den „arabischen Frühling“ bitter enttäuscht wurden, gehören zu den meist unterdrückten Frauen der Welt. Die ökumenische Bewegung von Christinnen weltweit zeigt sich solidarisch, unter dem Motto: „Informiert beten – betend handeln“.
Nur ein paar Wochen vor der Präsidentschaftswahl im April gab Premier al-Beblawi mit seinem ganzen Kabinett überraschend auf. Die Regierung ist erst seit Juli 2013 an der manche, als al-Sisi den Islamisten-Präsident Mursi verdrängt hatte. A-Sisi, der sich wahrscheinlich um das Präsidentenamt bemühen will, war Verteidigungsminister in dem zurückgetretenen Kabinett.
Drei Koreaner und ihr ägyptischer Fahrer kamen um und 14 weitere Passagiere wurden verletzt, als eine Bombe in oder in der Nähe des Busses explodierte. Der Bus befand sich bei dem Badeort Taba auf der Sinai Halbinsel unweit der Grenze zu Israel. Die Badeorte am Roten Meer galten in der letzten Zeit als relativ sicher. Eine Islamisten-Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag.
Ein früherer Präsidentschaftskandidat sagt eine weitere Revolte voraus. Die Ägypter würden die Militärregierung mit ihren Menschenrechtsverletzungen und sozialer Notlage nicht annehmen. Die momentane Unterdrückung sei zehn Mal schlimmer als zu Mubaraks Zeit. Auch al-Sisis überraschende Reise nach Moskau, um dort über eine Waffenlieferung für zwei Mrd. Dollar zu verhandeln, gibt Anlass zur Sorge.
Der gestürzte Präsident Mursi steht wieder vor Gericht, diesmal wegen Gefängnisausbruch. In Ägypten sitzt der Angeklagte in einem Käfig mit schalldichten Glaswänden. Im weißen Gefangenen Gewand wütet und schimpft Mursi. Noch weitere Prozesse gegen ihn sind in Vorbereitung; Experten jedoch glauben, dass die meisten Anklagen politisch motiviert sind.
Von einem Motorrad aus haben Angreifer an einem Kontrollposten südlich von Kairo 5 Beamte erschossen. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mursi sind die Angriffe auf Sicherheitspersonal stark gestiegen.
Nach Auszählung in der Hälfte der Provinzen, nehmen 90% der Wähler den Verfassungsentwurf an. Die Wahlbeteiligung blieb jedoch unter 50%, was dem Boykottaufruf der Islamisten zuzuschreiben ist, deren Reformen jetzt rückgängig gemacht werden. Die Ägypter bekunden ihre Unterstützung für Militärchef al-Sisi, der in den kommenden Wahlen als möglicher Präsidentschaftskandidat gilt.
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