Schlagwort: Sierra Leone

Mit etwa 59% der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 87,3% kann Präsident Karoma seine zweite und letzte Amtszeit antreten. Es war die dritte Wahl seit dem blutigen Bürgerkrieg, der 2001 endete, und die erste ohne UNO Unterstützung. Sierra Leone ist inzwischen friedlich und demokratisch und im Wachstum begriffen, obwohl ein Großteil der Bevölkerung immer noch arm ist. Soldaten der nationalen Armee sind in UN-Friedensmissionen weltweit eingesetzt.

Illegale Migranten werden angeschuldigt, Drogen – und Menschenhandel zu betreiben und Zehntausende, überwiegend aus Nigeria, befürchten jetzt eine Großfahndung. Hunderte wurden schon inhaftiert und manche ausgewiesen. Die Anzahl der Nigerianer stieg gewaltig, als Friedenstruppen aus Nigeria in dem brutalen Bürgerkrieg in Sierra Leone intervenierten.

In einem Land mit einer der höchsten Raten von Mütter- und Kindersterblichkeit wurde jetzt eine freie Gesundheitsfürsorge beschlossen. Wegen der weitverbreiteten Armut, war es den Familien nicht möglich, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unterstützung für das Projekt kommt von der UNO und von Großbritannien.

Der Chefredakteur der Zeitung „Standard Times“ wurde wegen eines regierungskritischen Artikels verhaftet. Beobachter sehen darin eine Einschüchterung der Medien im Hinblick auf die Wahlen am 11. August.

Valentine Strasser, der nach einem Staatsstreich, Sierra Leone von 1992 bis 1996 regierte, hat sich als Kandidat für die kommenden Präsidentschaftswahlen erklärt. Menschenrechtsorganisation beschuldigen ihn massiver Menschenrechtsverletzung während seiner Amtszeit.

Der Staatsanwalt im Prozess gegen Ex-Präsident Charles Taylor vor dem UN-Sondergericht in Freetown, der Brite Desmond da Silva, hat sein Amt niedergelegt. Nachdem er sein Ziel, Taylor vor Gericht zu stellen, erreicht hat, wolle er den Prozess einem Anderen überlassen.

Der Arzt, der den Kampf gegen Ebola in seinem Land anführte, ist jetzt selbst der Krankheit erlegen. Sheik Umar Khan war der einzige Virologe im Land und behandelte Hunderte Infizierte. Das Gesundheitsministerium sieht den 39-Jährigen als „Nationalhelden“. In dem Versuch, die Krankheit zu stoppen, haben verschiedene Fluggesellschaften in Westafrika ihre Verbindungen zu den meist betroffenen Ländern eingestellt.

Die ehemalige Rebellenbewegung RUF, die sich nach dem Bürgerkrieg in eine politische Partei wandelte, hat sich selbst aufgelöst, da sie nicht die Mittel besaß, an den kommenden Wahlen teilzunehmen.

Präsident Ahmad Tejan Kabbah hat sehr früh den Termin für die Präsidentschaftswahlen auf den 28. Juli 2007 festgelegt. Nach zwei Amtszeiten kann er nicht mehr kandidieren.

Bei der diesjährigen Pilgerfahrt soll niemand unter 18 Jahren nach Mecca reisen. Man will so dem lukrativen Kinderhandel entgegen arbeiten. Die Regierung will auch Flüge organisieren, um den weitgehenden Betrug privater Betreiber zu verhindern. Diese sehen darin eine Einschränkung der Religions – und Versammlungsfreiheit.

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