Schlagwort: Sierra Leone

Laut dem Weltwährungsfonds sollte Sierra Leone das am schnellsten wachsende Land Afrikas werden, nicht durch Blutdiamanten, sondern durch Eisenerz und in Zukunft auch Erdöl. Das Wachstum soll zwischen 2012 und 2014 bei 17% liegen, unerreicht in andern Ländern des Kontinents. Ob die Erwartungen der Bevölkerung erfüllt werden können, ist fraglich. Noch immer gibt es nicht genug Grundnahrungsmittel. Auch sind die ethnischen Spannungen nicht überwunden und die Wunden des Bürgerkrieges noch nicht ganz aufgearbeitet.

Die letzten 300 Soldaten der Vereinten Nationen haben am Donnerstag den 15.12. das Land verlassen, in dem wieder Frieden herrscht. Damit endet formal die Friedensmission, die offiziel am 31. Dezember ausläuft.

Das Sondertribunal für Sierra Leone (SCSL) hat drei ehemalige führende Mitglieder einer Rebellengruppe, die wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt sind, für schuldig befunden.

Trotz großer Spannung während des Wahlkampfs sind die zweiten Wahlen seit dem Bürgerkrieg friedlich verlaufen. EU-Wahlbeobachter äußerten sich zunächst zufrieden über die gute Organisation und eine hohe Wahlbeteiligung, gaben aber später zu, dass die Regierung Geschenke an Wähler verteilt hätte. Die ersten Wahlen waren von der UNO organisiert worden.

Die Polizei benutzte Tränengas, um Anhänger der beiden rivalisierenden Parteien in den Straßen der Hauptstadt Freetown zu zerstreuen. Die Vergewaltigungen waren eine beunruhigende Erinnerung an die Brutalitäten früherer Auseinandersetzungen. Die Gewalt müsse gestoppt werden bevor sie eskaliert.

Im Süden des Landes entlang der Küste sind über 10.000 Menschen durch Überschwemmungen obdachlos geworden. Nach vorläufigen Angaben kamen 20 Personen ums Leben.

Unweit der Hauptstadt Freetown wurden 7000 Sack verschmutzter Reis in den Fluss gekippt, um zu verhindern, dass er in einem der ärmsten Ländern der Welt auf den Markt gelangt. Der Reis war auf dem Transport von Vietnam durch ein Leck ungenießbar geworden. Zuschauer am Ufer staunten während Krokodile von unten auftauchten.

Präsident Ernest Bai Koroma hat ein 200 Miol. US Dollar Investmentprojekt über erneuerbare Energien mit Addax Petroleum unterzeichnet. Auf 20 000 Hektar soll eine Zuckerrohrplantage zur Ethanolgewinnung entstehen. Addax Petroleum gab auch kürzlich die erfolgreiche Erforschung und Entwicklung des Ebouri-Ölfelds im Etame Marin Lizenzgebiet vor der Küste Gabuns bekannt.

Präsident Koroma hat seine Minister gewarnt, ihre exzessiven Auslandsreisen einzuschränken, da die hohen Kosten die nationale Entwicklung hemmen. Das müsse ab sofort aufhören. Er selbst wolle jeden Minister überwachen, der nach Übersee reist.

Präsident Ahmad Tejan Kabbah hat angedroht, den Ausnahmezustand zu verhängen, falls die gewaltsamen Zusammenstöße zwischen den Anhängern der beiden Präsidentschaftskandidaten nicht unter Kontrolle gebracht werden können. In Freetown and Kono musste die Polizei in die Straßenkämpfe eingreifen.

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