Schlagwort: Sierra Leone

Im Süden des Landes entlang der Küste sind über 10.000 Menschen durch Überschwemmungen obdachlos geworden. Nach vorläufigen Angaben kamen 20 Personen ums Leben.

Unweit der Hauptstadt Freetown wurden 7000 Sack verschmutzter Reis in den Fluss gekippt, um zu verhindern, dass er in einem der ärmsten Ländern der Welt auf den Markt gelangt. Der Reis war auf dem Transport von Vietnam durch ein Leck ungenießbar geworden. Zuschauer am Ufer staunten während Krokodile von unten auftauchten.

Präsident Ernest Bai Koroma hat ein 200 Miol. US Dollar Investmentprojekt über erneuerbare Energien mit Addax Petroleum unterzeichnet. Auf 20 000 Hektar soll eine Zuckerrohrplantage zur Ethanolgewinnung entstehen. Addax Petroleum gab auch kürzlich die erfolgreiche Erforschung und Entwicklung des Ebouri-Ölfelds im Etame Marin Lizenzgebiet vor der Küste Gabuns bekannt.

Präsident Koroma hat seine Minister gewarnt, ihre exzessiven Auslandsreisen einzuschränken, da die hohen Kosten die nationale Entwicklung hemmen. Das müsse ab sofort aufhören. Er selbst wolle jeden Minister überwachen, der nach Übersee reist.

Präsident Ahmad Tejan Kabbah hat angedroht, den Ausnahmezustand zu verhängen, falls die gewaltsamen Zusammenstöße zwischen den Anhängern der beiden Präsidentschaftskandidaten nicht unter Kontrolle gebracht werden können. In Freetown and Kono musste die Polizei in die Straßenkämpfe eingreifen.

Christiana Thorpe, Chefin der unabhängigen nationalen Wahlkommission von Sierra Leone, erhielt gestern im Funkhaus der Deutschen Welle den Deutschen Afrika-Preis 2009. Ihrem Mut und Können ist es zu verdanken, dass nach elf Jahren blutigen Bürgerkriegs in 2007 faire und transparente Parlaments – und Präsidentschaftswahlen möglich waren. Ihr erfolgreicher Einsatz für Freiheit und Menschenrechte, besonders Frauenrechte, gibt dem ärmsten Land der Welt Hoffnung auf eine demokratische Entwicklung und so auf Chancen für eine Besserung der Lebensbedingungen.

Mindestens 19 Schwerverbrecher sind in Freetown bei Tageslicht aus dem Gefängnis ausgebrochen sein. Geheimes Einverständnis mit dem Wachtdienst ist nicht ausgeschlossen. Das Höchstsicherheitsgefängnis hat Plätz für 350 Insassen, muss aber zurzeit 1,000 unterbringen

In dem westafrikanischen Land findet ein blutiger Wahlkampf statt. Bei Ausschreitungen und Drohungen, die seit dem Beginn der Werbekampagnen für die Wahlen am 11. August stattfinden, gab es viele Verletzte. In der Hauptstadt Freetown sowie in Bo bekämpfen einander rivalisierende politische Gruppen. Das ist eine Gefahr für den demokratischen Prozess und freie und glaubwürdige Wahlen.

Nach dem blutigen Bürgerkrieg gab es enormes Wachstum und einen Bau Boom, der riesige Mengen von Sand verlangt. Dieser kommt von den herrlichen Stränden um Freetown. Die Küste, des natürlichen Schutzes beraubt, wird jährlich bis zu sechs Meter weggewaschen. Häuser stürzen ein und die Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Tourismus schwindet. Vorschriften der Behörden, nur an zwei Tagen und in Rotation Sand abzubauen, werden weitgehend ignoriert, denn bei einer Jugendarbeitslosigkeit von 70% bringt Sand graben wenigstens ein kleines Einkommen.

Ernest Bai Koroma leistete als neuer Präsident seinen Amtseid. Nach einem heißen Wahlkampf gewann er die Stichwahl mit 54% gegen seinen Rivalen Solomon Berewa. Die Wahlkommission erklärte, dass einige Unregelmäßigkeiten bei der Wahl das Endresultat nicht verändern würden.

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