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Das Büro des neuen Präsidenten hat die Öffentlichkeit aufgefordert, keine Panikkäufe zu tätigen, da die Treibstoffsubventionen erst Ende Juni auslaufen werden. Einige Leute haben Videos ins Internet gestellt, die zeigen, dass Tankstellen die Preise bereits erhöht haben, in einigen Fällen um mehr als 200 %. Einige Fahrer privater Busse, auf die viele Nigerianer angewiesen sind, um sich fortzubewegen, waren ebenfalls nicht in der Lage, ihre Fahrzeuge zu betanken. Dies hat dazu geführt, dass die Menschen an wichtigen Bushaltestellen in der Hauptstadt Abuja und der größten Stadt des Landes, Lagos, festsitzen. Trotz seines Ölreichtums ist Nigeria nicht in der Lage, genügend Rohöl zu raffinieren, um den einheimischen Bedarf zu decken. Daher importiert das Land Erdölprodukte, die dann zu einem von der Regierung festgelegten Preis verkauft werden.

Der neue Präsident von Nigeria, der größten Demokratie Afrikas, hat seine Antrittsrede genutzt, um eine wichtige politische Ankündigung zu machen. Er übernimmt das Amt von Präsident Muhammadu Buhari, der zwei Amtszeiten hatte, inmitten einer hohen Inflationsrate, einer Rekordverschuldung und zunehmender Fälle von Entführungen gegen Lösegeld. Als Teil eines Plans zur Bewältigung der Herausforderungen kündigte er ein Ende der jahrzehntelangen Subventionierung von Erdölprodukten an. Bola Tinubu, 71, gewann die umstrittenen Wahlen im Februar sein Sieg wird von seinen beiden engsten Konkurrenten vor Gericht angefochten. Würdenträger aus dem ganzen Kontinent, darunter die Präsidenten Paul Biya aus Kamerun, Macky Sall aus Senegal und Mohamed Bazoum aus Niger, nahmen an der Zeremonie teil.

Der Global Report on Cocaine 2023 stellt fest, dass die wichtigsten Kokainhandelsrouten im Zeitraum 2018-2021 von Nigeria ausgehen. Der Handel wird in den angrenzenden Ländern und Gebieten (Burkina Faso, Mali, Niger, Ghana, Senegal, Liberia) weiter betrieben. Algerien, Äthiopien, Marokko dienen als Transitländer. Kokain gelangt über eine Vielzahl von Kanälen nach Nigeria: mit Massengutfrachtern, die in Seehäfen wie Apapa, Tincan Island und Onne ankommen; mit Passagierflügen auf Flughäfen wie Lagos, Abuja, Enugu und Kano, über Landgrenzen wie Seme (an der Grenze zu Benin) und Ilela (an der Grenze zu Niger); sowie mit Paketen, die von Kurierdiensten oder der Post zugestellt werden. Der steile Anstieg des Angebots geht mit einem ähnlichen Anstieg der Nachfrage einher.

Mit der Einweihung der ersten einheimischen Raffinerie in Nigeria, der 18,5 Milliarden US-Dollar teuren Dangote Petroleum Refinery in Ibeju-Lekki, Lagos, wurde Geschichte geschrieben. Der reichste Mann Afrikas, Aliko Dangote, ist Eigentümer der neuen Raffinerie, die die anhaltende Kraftstoffknappheit in Nigeria, dem größten Ölproduzenten Afrikas, beheben soll. Präsident Muhammadu Buhari bezeichnete die Dangote-Raffinerie als einen bedeutenden Meilenstein für die nigerianische Wirtschaft und einen Wendepunkt für den Markt für nachgelagerte Erdölprodukte in der gesamten afrikanischen Region. Nachgelagerte Produkte in der Ölindustrie sind raffinierte Produkte, die aus Rohöl gewonnen werden, wie Benzin, Diesel und Schmiermittel.

Die erste Mega-Stadt entstand, als in den 1950er Jahren New York die 10 Millionen Grenze überschritt. Es folgten Tokio, Delhi und Manila, in Afrika Kairo, Lagos und Kinshasa. Doch jetzt wächst im Westen Afrikas eine Mega-Region heran, die zum größten urbanen Raum unseres Planeten werden könnte. Bis 2100 werden, gemessen an dem Anwachsen der afrikanischen Bevölkerung insgesamt,  in einem einzigen Ballungsraum von Abidjan (Elfenbeinküste) bis Lagos (Nigeria) etwa 500 Millionen Menschen leben. Die 1000 km Strecke entlang der westafrikanischen Küste könnte alles Dagewesene in den Schatten stellen. Jeder vierte Erdenbürger könnte dann Afrikaner sein. Das riesige Ballungszentrum könnte große wirtschaftliche und geopolitische Bedeutung erlangen, aber es könnte auch ein soziales „Pulverfass“ werden mit „Leuchttürmen des Reichtums“ inmitten riesiger Slums. Dazu kommt ein Mangel an Schnellstraßen sowie Sprachbarrieren und Mentalitätsunterschiede zwischen anglo – und frankophonen Ländern. Ein Hoffnungszeichen ist der schon geplante und von der Afrikanischen Entwicklungsbank bezuschusste Bau einer Küstenautobahn zwischen Abidjan und Lagos.

Nach Ghana hat nun auch Nigeria den neuen von Oxford Wissenschaftlern Malaria-Impfstoff R21/Matrix-M zugelassen. Malaria ist für 60 % der ambulanten Besuche in den Gesundheitseinrichtungen des Landes verantwortlich, 30 % der Todesfälle im Kindesalter, 11 % der Todesfälle bei Müttern und 25 % der Todesfälle bei Säuglingen; somit trägt Nigeria angeblich mit 27 % zur weltweiten Malariabelastung bei. Nigeria ist weltweit das Land mit den meisten Malaria-Todesfällen.

Mutmaßliche Terroristen haben bei einem erneuten Angriff auf die Stadt Adara in der Paikoro Local Government Area des Bundesstaates Niger im Norden Zentralnigerias Berichten zufolge nicht weniger als 56 Menschen entführt. Der Angriff ereignete, als die Bewohner der Gemeinde und ihrer Umgebung den Tod von Pater Isaac Achi betrauerten, der im Januar von mutmaßlichen Attentätern brutal ermordet worden war. Die Entführer fordern ein Lösegeld von 200 Millionen N(= 400.786 €).

Wenn alles nach Plan geht, wird  der neugewählte Präsident Bola Ahmed Tinubu am 25. Mai in sein Amt eingeführt, mit Oluremi Tinubu als First Lady an seiner Seite. Während ihr Mann auf einem muslimischen Ticket die Präsidentschaftswahl gewann,  ist Oluremi, das jüngste von 12 Kindern, Pastorin in der Erlösten Christlichen Kirche Gottes. Sie hat einen B. Sc in Pädagogik, ist Mutter von 4 Kindern, Mitglied des All Progressive Congress (APC), Senatorin und war von 1999 bis 2007 schon mal First Lady des Bundesstaates Lagos. In dieser Zeit bemühte sie sich um die umfassende Entwicklung von Kindern, um Umweltgesundheit und gemeinnützige Arbeit. Auch hat Oluremi mehrere Bücher verfasst, darunter „Die Reise der Gnade–Mein Glaubenswandel“. Jetzt, so sagt ihr Gatte, soll man sie nicht in der Politik zurück erwarten; sie wird „meine Hausfrau und die First Lady sein“.

Die chinesische Botschaft in Lagos, Nigeria, hat ihren Staatsangehörigen angesichts von Berichten über Entführungen und Angriffe auf chinesische Staatsangehörige und deren Unternehmen geraten, Reisen in den Bundesstaat Kogi in der North Central Region zu vermeiden. Die Botschaft riet ihren Bürgern auch davon ab, sich nachts oder allein zu bewegen. Schätzungen zufolge leben zwischen 40 000 und 100 000 chinesische Staatsangehörige in Nigeria.

Die nigerianische Wahlkommission hat die Wahlen für die Gouverneure der Bundesstaaten und die Kommunalparlamente verschoben; sie finden nun am 18. März statt. Ein nigerianisches Gericht hat am 8. März 2023 den Wahlbehörden erlaubt, die bei den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im vergangenen Monat verwendeten Wahlmaschinen neu zu konfigurieren, und damit die Forderung der Opposition abgelehnt, diese vorher auf forensische Beweise für die ihrer Meinung nach massiven Manipulationen zu untersuchen.

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