Schlagwort: Niger

Obwohl er schon jahrelang keine Kunden hat, hält Abdelkader Baba den Ski-Shop offen, in der Hoffnung, dass doch nochmal Touristen in die Wüstenstadt Agadez zum Ski-Fahren auf den weißen Sanddünen kommen. Damals war es ein internationaler Treffpunkt. Teilnehmer der Dakar Rallye brachten immer wieder Skier und Snowboards mit. Solange aber Tuaregs und al-Qaida Gruppen Niger und die Nachbarländer verunsichern, wird niemand kommen. Nur Flüchtlinge sammeln sich hier für den Transit durch die Sahara zum Mittelmeer. Ski-Sport auf Sandpisten gibt es noch in Namibia.

Nachdem der seit 1999 regierende Mamadou Tandja im Sommer das bisherige Parlament und das Verfassungsgericht auflöste, braucht er nun ein neues ihm gefügiges Parlament, das es ihm ermöglichen soll, am Jahresende eine dritte Amtszeit anzutreten. Deshalb wird heute, 20. Oktober, mit geschlossenen Landesgrenzen und unter verbreitetem Wahlboykott der Opposition und Kritik umliegender Länder gewählt.

Ein Gericht in Niamey fand Niger schuldig, die internationalen Normen gegen Sklaverei nicht angewandt zu haben. So muss nun die Regierung von Niger einer 24-jährigen, die vor 12 Jahren als Sklavin verkauft wurde, 15 000 Euro Entschädigung zahlen. Trotz strenger Gesetze soll es in Niger mindestens 40 000 Sklavinnen und Sklaven geben. Menschenrechtsgruppen begrüßen das Urteil als „bahnbrechend“.

Nach der Verhaftung von 12 Anhängern des ehemaligen Präsidenten Mamadou Tandja haben Sicherheitskräfte in den Außenbezirken von Niamey weitere 600 Personen festgenommen. Extreme Armut und Nahrungsmittelmangel haben zu einer Welle von Kriminalität in der Hauptstadt geführt.

Seit 1927 gibt es Grenzstreitigkeiten zwischen Niger und Burkina Faso. Der IGH (Internationaler Gerichtshof) hat nun, auf Gesuch beider Länder, die Grenzlinie festgelegt, mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der nomadischen Bevölkerung. Die neuentdeckten Goldreserven wurden nicht in Betracht gezogen. Beide Länder sind zufrieden mit der Lösung, die Schule machen könnte.

Laut dem jährlichen Index, in dem „Save the Children“ die Bedingungen für Mütter in 165 Ländern vergleicht, steht Niger an letzter Stelle. Faktoren im Ranking sind Gesundheit, Ausbildung, Einkommen und Ernährung. Die Dürreperiode löste eine Ernährungskrise aus. Schwache Mütter bringen gefährdete Kinder zur Welt. Ein Drittel aller Kinder sind unter- oder mangelernährt. Jedes siebte Kind stirbt vor dem fünften Lebensjahr. Eine flächendeckende Aktion zur gesunden Ernährung von Müttern und Kindern ist notwendig, um das Leben zu verbessern, besonders in den ersten 1000 Tagen eines Kindes, angefangen von der Schwangerschaft. Von den fünf schlimmsten Ländern für Mütter sind drei in Afrika, von den fünf besten vier in West Europa. Deutschland steht erst an zwölfter Stelle.

Niger wird die Rechte zur Ausbeutung der Uranvorkommen nicht länger ausschließlich dem französischen Unternehmen Areva überlassen, sondern neue Partner suchen. Aveva berechnet 41 Euro pro Kilo, während der Weltmarktpreis auf 180 Euro gestiegen ist.

Recherchen des Kommittees gegen die Trockenheit im Sahel (CILSS) zeigen positive Ergebnisse von Programmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Wüste. Durch die Programme hat sich der Baumbestand regeneriert und der Grundwasserspiegel erhöht.

Während Mauretaniens Präsident Aziz sich zurückhält, hat Nigers Staatschef Issoufou dem malischen Präsidenten Traore militärische Unterstützung zugesagt, um die nördliche Region zurückzugewinnen. Zur gleichen Zeit drängen beide Führer die verschiedenen Rebellengruppen, von dem bewaffneten Kampf abzusehen und sich von der nordafrikanischen Al Qaida Bewegung zu trennen.

Nach Medienberichten will die Regierung russische Kampfhubschrauber kaufen. Beobachter befürchten, dass sie gegen die Widerstandsbewegung der Tuareg-Bevölkerung „Mouvemnt des Nigeriens pour la Justice – Bewegung von Nigeriern für Gerechtigkeit (MNJ) im Norden eingesetzt werden sollen. In den vergangenen Monaten ist es zu mehreren militärischen Konfronationen zwischen der Armee und der MNJ gekommen.

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