Schlagwort: Mali

Schriftsteller aus ganz Afrika kommen für eine Woche in Mali zum 15. internationalen Festival der Literatur zusammen.

Manche Klassen sind auf ein Viertel der Schülerzahl geschrumpft, weil Jugendliche und ihre empörten Eltern die Einführung der Scharia mit Lehrplanwechsel und unannehmbaren Verhaltensregeln nicht dulden wollten. Schulen im Süden haben Tausende aufgenommen, und das Ministerium in Bamako hat die Examen verschoben und extra Klassen eingerichtet, um den Geflohenen Anschluss zu geben. Die Verurteilung eines jungen Paares in Timbuktu zu je 100 Peitschenhieben wegen eines unehelichen Kindes hat die Menschen aufgeschreckt.

Ein Anführer der Tuareg-Rebellen, die im Norden einen autonomen Staat ausgerufen hatten, sagte, dass das erste offizielle Treffen mit einer Regierungsdelegation von Bamako positiv verlaufen sei. Er beteuerte auch, dass seine Organisation alles Möglich tun wolle, um eine in Timbuktu entführte Schweizerin zu befreien. Da auch Kämpfer von Aquim und Ansar Dine im Norden aktiv sind, ist die Lage dort undurchschaubar.

Drei Monate war Mali relativ ruhig: Waffenstillstand, Präsidentenwahl und Friedensvertrag. Jetzt lieferten sich malische Soldaten und Tuareg-Kämpfer in der Stadt Kidal heftige Gefechte. In Timbuktu gab es einen Selbstmordanschlag. Die Tuareg Rebellen (MNLA) haben den Friedensvertrag einseitig aufgekündigt, weil der Präsident die darin enthaltenen Versprechen, einschließlich der Freilassung von politischen Gefangenen, nicht gehalten hat.

Französische Truppen haben erneut Positionen von Al-Quaida Kämpfern in der Nähe von Timbuktu bombiert. Anfangs letzten Jahres hatte ein französischer Militäreinsatz die Eroberung der Hauptstadt Bamako durch militante islamistische Milizen verhindert. Eine regionale militärische Aktion unter dem Namen ‚Operation Barkhane‘, in der Truppen aus Mali, Mauritanien, Burkina Faso and Tshad zusammenarbeiten, soll seit Mai die islamischen Extremisten in der Region bekämpfen. Frankreich engagiert sich mit 3000 Soldaten, sechs Kampfjets, 20 Helikoptern und drei Drohnen.

Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS hat zwischen dem Putschanführer Capt. Sanogo und der Interim-Regierung von Djouncounda Traore ein Abkommen vermittelt. Traore hat ein Jahr, um Neuwahlen zu organisieren. Sanogo bekommt für seine drei-wöchige „Regierungsführung“ das Gehalt eines ehemaligen Staatspräsidenten. Bei gewalttätigen Demonstrationen von Anhängern Sanogos gegen das Abkommen wurde Interim-Präsident Traore verwundet. In Vorbereitung ist eine 3000-Mann starke ECOWAS Truppe, die der malischen Regierung helfen soll, den von Tuareg, Al-Kaida und islamistischen Gruppen kontrollierten Norden, zurückzuerobern.

Nördlich der Stadt Mopti ertranken 20 Menschen, darunter 15 Kinder, im Niger, als ihr Schiff in der Nacht entzwei brach und sank. Noch werden viele Passagiere vermisst, doch die Suche musste während der Nacht eingestellt werden. Das Schiff soll mit 400 Insassen völlig überladen gewesen sein.

Papst Benedikt XVI. hat Prälat Dr. Martin Krebs (51), Priester des Bistums Essen, zum Apostolischen Nuntius in Guinea (Conakry) und Mali sowie zum Titularerzbischof von Taborenta (Mauretanien) ernannt.

Präsident Amadou Toumani Toure wird für die Wahlen am 29. April kandidiern. Weitere acht Kandidaten, unter ihnen der ehemaligen Premierminister Ibrahim Boubacar Keita, haben sich registrieren lassen.

Der Präsident Venezuelas, Hugo Chavez, hat bei einem Besuch in Mali jährliche Lieferungen von Erdölprodukten im Wert von 100 Millionen Dollar im Austausch gegen Bauxite und Gold versprochen. Mali und Benin, der zweiten Station seiner Reise, können von der technischen Expertise Venezuelas bei der Suche nach Erdölvorkommen profitieren. Beobachter vermuten, dass Venezula die Unterstützung afrikanischer Länder für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat sucht.

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