Schlagwort: Kongo-RDC

Kämpfer, die vermutlich zu den Alliierten Demokratischen Kräften (ADF) gehören, töteten Bewohner und brannten Häuser in dem Dorf Otomabere im Gebiet Irumu in der Provinz Ituri nieder; mindestens 18 Menschen wurden getötet. Die ADF wurde 1995 in Uganda gegründet, bevor sie in den Osten der DRK zog. Die Gruppe verübt häufig Anschläge und hat laut einem Bericht der Vereinten Nationen zwischen Januar 2021 und Januar 2022 mehr als 1.300 Menschen getötet. Uganda hat mindestens 1.700 Soldaten in sein Nachbarland DRK entsandt, um die ADF zu bekämpfen; letzte Woche haben beide Länder ihre Ende letzten Jahres begonnenen gemeinsamen Operationen ausgeweitet.

Aus ethischen Gründen will Italien seit Kriegsanfang sich vom russischen Gas lösen. Neben den von Regierungschef Mario Draghi ausgehandelten Verträgen mit Algerien und Katar war jetzt ein italienisches Team zu Besuch in der Republik Kongo und in Angola. Von der Republik Kongo sollen von 2023 an jährlich  4. 5 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas (LNG) nach Italien kommen. Ähnliche Verträge gibt es mit Angola. Bisher hat Russland 45% des in Italien verbrauchten Erdgases geliefert. Jetzt sichert und diversifiziert Italien seine Energiequellen.

Gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) haben Tausende zur Flucht ins benachbarte Uganda gezwungen. Rund 10 000 Menschen haben im südwestlichen Distrikt Kisoro Zuflucht gefunden; sie kommen aus dem Gebiet Rutchuru in der Demokratischen Republik Kongo, das weniger als 10 Kilometer vom Grenzübergang Bunagana in Kisoro entfernt liegt.

Der Nahrungsmittelkonzern GoCongo Holding Belgium übernimmt Pastorale du Haut-Lomami (PHL), den zweitgrößten Viehzuchtbetrieb in Grand Katanga, für einen nicht genannten Betrag. Das Unternehmen verfügt über eine Rinderherde von 24.000 Tieren auf einem 250.000 Hektar großen Gebiet nördlich von Kamina, der Hauptstadt der Provinz Haut-Lomami. Mit dieser Übernahme wird GoCongo Holding nun über eine Rinderherde von fast 56.000 Tieren auf einem Gebiet von insgesamt 73.000 Hektar verfügen. Dieser große Bestand soll dem Unternehmen helfen, seine Viehverarbeitungsaktivitäten zu stärken und die Wertschöpfungskette für Rindfleisch im Land anzukurbeln. Außerdem soll die durchschnittliche jährliche Geburtenzahl in den nächsten drei Jahren von derzeit 8.000 auf 15.000 Kälber erhöht werden, um die Erneuerung des Viehbestands zu beschleunigen. 

Das Innenministerium und das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) haben gemeinsam 49 Flüchtlinge aus der DR Kongo bei der Rückkehr in ihr Heimatland unterstützt. Die Flüchtlinge kehren in die Hauptstadt Kinshasa und die Stadt Lubumbashi im Südosten des Landes zurück, Gebiete, die als sicher für Flüchtlinge gelten. Das UNHCR geht davon aus, dass im Jahr 2022 bis zu 400 Flüchtlinge aus Südafrika repatriiert werden, gegenüber 275 im Jahr 2021.

Wegen einer kurzen Gleisunterbrechung entgleiste der Zug und stürzte im südöstlichen Dorf Buyofwe in einen Graben. Es war ein Güterzug, der aber hunderte von blinden Passagieren beförderte. 75 Menschen kamen ums Leben; unter den etwa 125 Verletzten sollen auch vier Kinder sein, deren Eltern starben.  Präsident Tshisedkedi kondolierte aus einem Krankenhaus in Brüssel. Die Eisenbahnagentur stufte das Unglück als das drittschwerste in Afrika in den letzten 10 Jahren ein.

Im Juli will Papst Franziskus 2 afrikanische Länder besuchen: DR Kongo und Südsudan. Beide stehen seit Jahren auf der Liste des Papstes, doch die politischen Zustände erlaubten bisher keine Reise. Im Kongo ermöglichte erst die Amtsübernahme von Felix Tshisekedi Verhandlungen mit dem Vatikan. Franziskus will die Hauptstadt Kinshasa und, mit dem Präsidenten, die im Osten gelegene Stadt Goma besuchen, wo seit Jahren ein blutiger Konflikt mit verschiedenen Milizen wütet. Der Besuch im Südsudan, wahrscheinlich zusammen mit dem anglikanischen Primas, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, soll eine ökumenische Friedensreise sein. Schon in 2019 hatten die beiden Kirchenmänner Präsident Salva Kiir und seinen Rivalen Rick Machar zu Besinnungstagen in den Vatikan eingeladen. Beim Abschluss des Treffens kniete der Papst in einer „spektakulären Geste“ vor den Rivalen nieder, flehte sie an, ihrem Volk Frieden zu verschaffen und küsste ihnen die Füße.

Über hundert Impfgegner aus Ruanda waren in die DR Kongo geflohen, weil sie sich, meist aus religiösen Gründen, nicht dem Impfdruck zuhause beugen wollten. Die meisten setzten in kleinen Kanus auf die kongolesische, im Kiwusee gelegene Insel Idjwi über. Ruandische und kongolesische Behörden haben es inzwischen geschafft, eine Rückführung zu organisieren. Ruanda hat strenge Regeln gegen die Pandemie ergriffen, mit striktem Testsystem und Kontaktnachverfolgung. Verglichen mit anderen afrikanischen Ländern, ist Ruanda mit über 60% geimpfter Bürger fortgeschritten. Nur Geimpfte können öffentliche Verkehrsmittel benutzen und Bars, Restaurants und öffentliche Veranstaltungen besuchen.

In der ostkongolesischen Stadt Goma stellt seit ein paar Jahren ein kleines Unternehmen Holzkohle Briketts her –  nicht die gewohnte Holzkohle aus geschlagenen Bäumen – sondern aus Haushalts – und Landwirtschaftsabfällen. Der Gründer und Geschäftsführer der innovativen Firma „Brisol“, Patrick Kirere, erklärt den Prozess der Herstellung: Abfälle von Haushalten und Märkten werden gesammelt, sortiert, verkohlt,  gemahlen und mit Bindemittel in eine homogene Masse gemischt. Diese wird in Brikettierpressen geformt, dann getrocknet, verpackt und vermarktet. Diese ökologische Alternative schränkt die Abholzung ein, schafft Arbeitsplätze und bietet den Haushalten einen billigen Brennstoff an. In 30 Jahren hat die Demokratische Republik Kongo 20% ihres Regenwaldes verloren, fast so viel wie Brasilien.

Präsident Felix Tshisekedi, hat ein Verbot der Erteilung von und des Handels mit Bergbaukonzessionen gefordert, bis das Bergbauregister des Landes geprüft wurde, eine Maßnahme zur Bekämpfung von Betrug in diesem Sektor. Tshisekedi sagte den Ministern, er wolle der Verschwendung von Bergbauvermögen durch ungenannte politische Akteure und Beamte, die an der Verwaltung des Bergbauregisters beteiligt sind, in dem die Bergbaukonzessionen erfasst werden, ein Ende setzen. Der Schritt ist eine Eskalation von Tshisekedis fortlaufender Überprüfung von Geschäften, die sein Vorgänger Joseph Kabila abgeschlossen hatte, darunter ein 6 Milliarden Dollar schweres „Infrastruktur-für-Mineralien“ – Geschäft mit chinesischen Investoren.

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