Schlagwort: Kongo-RDC

250 ukrainischen Soldaten der UN-Friedensmission sind nach Hause zurückgekehrt, um den Kampf gegen die russischen Streitkräfte zu unterstützen. Der Abzug der ukrainischen Luftwaffeneinheit bedeutet eine Schwächung der UN- Friedensmission. Die 8 ukrainischen Hubschrauber machen etwa 1/3 der UN-Flotte aus und sind im Kampf gegen die verschiedenen Rebellengruppen in den dichten Wäldern im Osten der DR Kongo von entscheidender Bedeutung. Seit der russischen Invasion im Februar hatte die Ukraine ihre Truppen bereits aus der anderen UN-Friedensmission abgezogen, in der sie stationiert waren.

Während des Gipfeltreffens der Regierungschefs der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika SADC vom 17. bis 18. August in Kinshasa löste der kongolesische Präsident den Malawier Lazarus Chakwera ab. Neben aktuellen lokalen Problemen konzentrierten die Staatschefs sich auf die Bestrebungen der SADC, „die eine industrialisierte, friedliche, integrative, mittlere bis zu einer einkommensstarken Region vorsehen, in der Bürger nachhaltiges wirtschaftliches Wohlergehen genießen“.

Nach Angaben des Ministeriums für Kohlenwasserstoffe wird die Zahl der zu versteigernden Lizenzen für Erdöl- und Erdgasexplorationsblöcke auf 30 erhöht; es werden nun 240.000 km2 versteigert.  Ursprünglich hatte Kinshasa geplant, 16 Blöcke zu versteigern, aber da der Krieg in der Ukraine die Forderungen des Westens nach Öl verschärft, will das zentralafrikanische Land nicht zurückbleiben und hat diese Zahl am Montag fast verdoppelt. Zu den Blöcken, die am 28. Juli versteigert werden, gehören 3 im Küstenbecken der Provinz Kongo Central, 9 in der Cuvette Centrale, 11 in der Nähe des Tanganjikasees und 4 in der Nähe des Albertsees. Die drei Gasblöcke liegen am Kivusee. Greenpeace verurteilt diese Entscheidung, da sie „die kongolesische Bevölkerung der Korruption, der Gewalt und der Armut aussetzt, die unweigerlich mit dem Fluch des Öls einhergehen“. Nach Angaben der Umwelt-NGO überschneiden sich mindestens 9 dieser Blöcke mit Naturschutzgebieten.

Zehntausende Vertriebene haben sich auf einem abgelegenen Hügel in der Ituri Provinz  im Osten des Landes in Sicherheit gebracht. Sie suchen Schutz vor den Angriffen, die die Region seit Jahrzehnten verwüsten. Unzählige bewaffnete Gruppen, darunter auch solche, die mit dem Islamischen Staat verbunden sind, bringen Angst und Terror. Es geht oft um ethnische Streitigkeiten, politische Instabilität und besonders um den Kampf um den riesigen Mineralreichtum des Landes. Auf dem Hügel ist das Wasser knapp, sanitäre Einrichtungen begrenzt, und es gibt keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Nahrungsbeschaffung ist riskant; um Pflanzen, die auf umliegenden Hügeln wachsen, zu sammeln, müssen die Menschen sich immer auf einen tödlichen Angriff gefasst machen. Nach UNO Angaben wurden rund 6 Mio. Kongolesen, meist aus Nord – und Süd Kivu und Ituri vertrieben.

Vom 7. bis 13. Juni besucht Belgiens König Philippe mit Königin Mathilde, auf Einladung von Präsident Felix Tshisekedi, das afrikanische Land. Belgische Minister begleiten den ersten Besuch Philippes seit seiner Thronbesteigung in 2013. Zu besuchende Städte sind: Kinshasa, Lubumbashi und Bukavu. Schon im Juni 2020 hatte Philippe als erster belgischer König gegenüber der DR Kongo sein „tiefstes Bedauern“ für die Missbräuche und Grausamkeiten seines Landes während der langen Kolonialherrschaft ausgedrückt. Der Besuch und die Rückgabe der sterblichen Überreste des ersten Präsidenten Patrice Lumumba könnten ein frischer Start für verbesserte Beziehungen sein. Es soll keine Forderung nach Entschädigung geben sondern normale Beziehungen zwischen Führungspersönlichkeiten,  die die Vergangenheit hinter sich gelassen haben.  

Kämpfer, die vermutlich zu den Alliierten Demokratischen Kräften (ADF) gehören, töteten Bewohner und brannten Häuser in dem Dorf Otomabere im Gebiet Irumu in der Provinz Ituri nieder; mindestens 18 Menschen wurden getötet. Die ADF wurde 1995 in Uganda gegründet, bevor sie in den Osten der DRK zog. Die Gruppe verübt häufig Anschläge und hat laut einem Bericht der Vereinten Nationen zwischen Januar 2021 und Januar 2022 mehr als 1.300 Menschen getötet. Uganda hat mindestens 1.700 Soldaten in sein Nachbarland DRK entsandt, um die ADF zu bekämpfen; letzte Woche haben beide Länder ihre Ende letzten Jahres begonnenen gemeinsamen Operationen ausgeweitet.

Aus ethischen Gründen will Italien seit Kriegsanfang sich vom russischen Gas lösen. Neben den von Regierungschef Mario Draghi ausgehandelten Verträgen mit Algerien und Katar war jetzt ein italienisches Team zu Besuch in der Republik Kongo und in Angola. Von der Republik Kongo sollen von 2023 an jährlich  4. 5 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas (LNG) nach Italien kommen. Ähnliche Verträge gibt es mit Angola. Bisher hat Russland 45% des in Italien verbrauchten Erdgases geliefert. Jetzt sichert und diversifiziert Italien seine Energiequellen.

Gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) haben Tausende zur Flucht ins benachbarte Uganda gezwungen. Rund 10 000 Menschen haben im südwestlichen Distrikt Kisoro Zuflucht gefunden; sie kommen aus dem Gebiet Rutchuru in der Demokratischen Republik Kongo, das weniger als 10 Kilometer vom Grenzübergang Bunagana in Kisoro entfernt liegt.

Der Nahrungsmittelkonzern GoCongo Holding Belgium übernimmt Pastorale du Haut-Lomami (PHL), den zweitgrößten Viehzuchtbetrieb in Grand Katanga, für einen nicht genannten Betrag. Das Unternehmen verfügt über eine Rinderherde von 24.000 Tieren auf einem 250.000 Hektar großen Gebiet nördlich von Kamina, der Hauptstadt der Provinz Haut-Lomami. Mit dieser Übernahme wird GoCongo Holding nun über eine Rinderherde von fast 56.000 Tieren auf einem Gebiet von insgesamt 73.000 Hektar verfügen. Dieser große Bestand soll dem Unternehmen helfen, seine Viehverarbeitungsaktivitäten zu stärken und die Wertschöpfungskette für Rindfleisch im Land anzukurbeln. Außerdem soll die durchschnittliche jährliche Geburtenzahl in den nächsten drei Jahren von derzeit 8.000 auf 15.000 Kälber erhöht werden, um die Erneuerung des Viehbestands zu beschleunigen. 

Das Innenministerium und das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) haben gemeinsam 49 Flüchtlinge aus der DR Kongo bei der Rückkehr in ihr Heimatland unterstützt. Die Flüchtlinge kehren in die Hauptstadt Kinshasa und die Stadt Lubumbashi im Südosten des Landes zurück, Gebiete, die als sicher für Flüchtlinge gelten. Das UNHCR geht davon aus, dass im Jahr 2022 bis zu 400 Flüchtlinge aus Südafrika repatriiert werden, gegenüber 275 im Jahr 2021.

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