Schlagwort: Elfenbeinküste

Ein früherer Premier, C.K. Banny, soll die neue Kommission leiten, die nach monatelangen Konflikten durch anhaltenden Dialog die vielen Wunden heilen soll. Desmond Tutu, Mary Robinson und Kofi Annan, das Trio, das sich um die Lösung globaler Probleme bemüht, wollten durch ihren Besuch in der Elfenbeinküste die Menschen unterstützen. Präsident Ouattara selbst muss, neben der Wiederherstellung von Ordnung und einer funktionierenden Wirtschaft, auch versuchen, die Kluft zwischen Nord und Süd zu überbrücken.

Die Übergangsregierung der Elfenbeinküste ist am Mittwoch wegen eines Giftmüllskandals zurückgetreten. Präsident Laurent Gbagbo akzeptierte den Rücktritt des amtierenden Ministerpräsidenten Charles Konan Banny. Gbagbo bat die Regierung aber, bis zur Bildung eines neuen Kabinetts im Amt zu bleiben. Der Giftmüll war in der Nacht vom 19. auf den 20. August auf mindestens neun Deponien um die Hauptstadt Abidjan abgeladen worden. Nach Regierungsangaben starben daran 3 Personen, rund 1500 Einwohner der Stadt erkrankten.

In Gegenwart von Präsident Ggabgo haben regierungstreue Milizen den UN-Truppen 1000 Waffen übergeben. Es ist schwer, die genaue Anzahl der bewaffneten Kämpfern festzustellen.

Gewalttätigkeiten zwischen Anhängern von Regierungschef Ouattara und Gefolgsleuten des ehemaligen Präsidenten Ggagbo sind an der Tagesordnung. Ggagbos Partei Front Populaire Ivoirien (FPI) macht die Regierung verantwortlich für Angriffe auf Parteibüros in Abidjan und Cocody. Die Regierung beschuldigt Pro-Ggabo Milizen, hinter den jüngsten Angriffen auf Polizeistationen und das Gefängnis in Dabou zu stecken. Die UN-Friedensmission ONUCI verlangt von der Regierung eine Aufklärung der Vorfälle.

Die wichtigsten Oppositionsparteien PDCI und RDR haben ein Bündnis unter dem Namen „Sammlung der Houphouetisten für Demokratie und Frieden“ – im Andenken an den ersten Präsidenten des Landes – geschlossen, um gemeinsam bei den für Oktober geplanten Wahlen gegen Präsident Ggagbo anzutreten.

Als eine erste Maßnahme im vereinbarten Friedensplan hat Präsident Laurent Ggagbo für die Streitkräfte eine gemeinsame Kommandostruktur geschaffen, in der Armee und Rebellen zu gleichen Teilen vertreten sind.

Der US Friedenskorps, besorgt um die Sicherheit der freiwilligen Helfer, hat das Programm zeitweilig eingestellt und das Personal nach Senegal geschickt. Über 40 Jahre hat sich die Organisation für Landwirtschaft, Gesundheit und Erziehung und gegen Wüstenbildung eingesetzt.

Trotz Waffenembargo rüsten Regierung und Rebellen wieder auf, gerade einen Monat vor den Präsidentschaftswahlen. Einnahmen vom Export von Kakao sollen für den Waffenkauf verwendet werden. Auch soll das Nachbarland Burkina Faso Waffen an die Rebellen liefern. Der Bürgerkrieg Anfang dieses Jahrzehnts hatte das Land gespalten, aber in 2007 gab es ein Friedensabkommen. Die großen ethnischen und religiösen Differenzen zwischen Nord und Süd machen ein Zusammenleben immer noch schwierig.

Der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union (AU) hat beschlossen, der Elfenbeinküste eine Übergangsperiode von einem zu geben, da sich die geplanten Wahlen Ende Oktober als undurchführbar erwiesen. Präsident Ggagbo bleibt im Amt. Ein Premierminister mit einem Kabinett aus allen Kriegsparteien soll die Regierung führen.

Nach fünf Monaten werden die Vertreter der Rebellengruppen ‚Forces Nouvelles“ im Norden der Elfenbeinküste zum ersten Mal wieder an einer Kabinettssitzung teilnehmen. In Abobo wurden Oppositionsmitglieder, die vor einem Jahr von Sicherheitskräften getötet wurden, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung offiziell beerdigt.

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