Schlagwort: Elfenbeinküste

Ein Gericht hat 14 Mitglieder der Familie des ehemaligen Präsidenten Laurent Ggagbo, die bereits zwei Jahre ohne Gerichtsverhandlung festgehalten wurden, gegen Kaution freigelassen. Damit will die Regierung zum inneren Frieden iim Lande beitragen, das immer noch tief gespalten ist zwischen Anhängern des alten und des neuen Präsidenten. Ggagbo ist vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt.

Präsident Alassane Ouattara erlässt, trotz Versöhnungsversprechens, Haftbefehle gegen ehemalige Regierungsmitglieder seines Amtsvorgängers Laurent Gbagbo. Obwohl eine „Wahrheits- und Versöhnungskommission“ nach südafrikanischem Vorbild eingesetzt werden soll, sind Ex-Funktionäre wegen „Rebellion“ in Untersuchungshaft.

Sieben Kinder, die in einer Koranschule in Bondoukou mit Handgranaten spielten, kamen ums Leben, als eine Granate explodierte.

„Einwohner der Elfenbeinküste, der Krieg ist vorbei“, sagte Präsident Gbagbo, als er in Bouake, im Norden des Landes, gemeinsam mit seinem früheren Rivalen und jetzigem Premierminister, eingesammelte Waffen verbrannte.

Vertreter der westafrikanischen Staatengemeinschaft treffen sich in Abuja, um einen Bürgerkrieg zu verhindern. Mbeki ist erfolglos abgereist. Die beiden Präsidenten, jeder mit seinem eigenen Kabinett, streiten weiter um die Macht. Die UNO evakuiert zivile Mitarbeiter nach Senegal und Gambia. Menschen fliehen aus Angst in Nachbarländer. Lebensmittel werden knapp und Preise steigen. Internationale Staatschefs drängen den bisherigen Präsidenten Gbagbo, zurückzutreten. Es gibt auch Sanktionsdrohungen. Der Erzbischof von Abidjan hat die Vermittlung der Kirche angeboten. Westerwelle hat den Afrika Beauftragten Walter Lindner gesandt. Es geht um ein genaues Lagebild und Wege aus der Krise.

Ein weiteres AU Expertenteam hat heute Abudja wieder verlassen, nachdem es mit den beiden Präsidenten – Gbagbo in der Présidence und Ouattara im Hôtel du Golf – und ihren Regierungen Wege aus der politischen Sackgasse gesucht hat. Inzwischen hat Gbagbo alle UN Radio Sendungen untersagt.

Bei Zusammenstößen zwischen Bürgern und Sicherheitskräften gab es Tote und Verletzte. Von der lange verschobenen Wahl erhoffte man eine Überwindung der Teilung des Landes, die seit dem Bürgerkrieg in 2002 besteht. Jetzt droht sich die Differenz noch zu verschärfen Die beiden Kandidaten, der amtierende Gbagbo im Süden und Ouattara im rebellischen Norden, waren bei der ersten Runde nahe beieinander. Nun werden in einer angespannten Atmosphäre die ersten Teilergebnisse der Wahl erwartet.

Angeworben von Gbagbos Jugendminister Goude, haben sich Tausende Aktivisten an einem Militärstützpunkt versammelt, um für den abgewählten und gegen Anhänger des rechtmäßigen Präsidenten Ouattara zu kämpfen und das Land „zu befreien“. Die ganze Region könnte destabilisiert werden, warnte Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, deren Land die meisten ivorischen Flüchtlinge aufgenommen hat, obwohl das arme Liberia sich noch von seinem eigenen Bürgerkrieg erholen muss. Als größter Kakaoexporter erfreue sich die Elfenbeinküste früher des höchsten Lebensstandards in ganz Westafrika.

Der sechs Mal aufgeschobene Urnengang hat am Sonntag friedlich und unter hoher Wahlbeteiligung stattgefunden. Nun hoffen die Menschen auf eine Wiedervereinigung des Landes, das seit dem Bürgerkrieg in zwei Teile gespalten ist, und auf eine Gesundung der Wirtschaft, besonders des Kakaosektors. Die Elfenbeinküste beliefert zwei-Drittel des Weltmarktes, aber durch die informelle Kriegswirtschaft über acht Jahre ist das Kakaogeschäft nahe dem Ruin. 9,500 Friedenstruppen und etliche Hundert französische Soldaten sind in Alarmbereitschaft.

Immer mehr Menschen müssen innerhalb des Landes und über die Grenzen hinweg Sicherheit suchen. Die Zahlen könnten rasant steigen, wenn keine Lösung zwischen den beiden Konkurrenten gefunden wird. Der international anerkannte Ouattara erwägt nun, den seit einem Monat geltenden Ausfuhrstopp für Kakao auszuweiten, um den Altpräsidenten finanziell auszubluten. Die Weltmarktpreise für Kakao sind um 10% gestiegen. Die Elfenbeinküste produziert 40% des weltweiten Kakaobedarfs.

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