Schlagwort: Elfenbeinküste

Regierung und Rebellen haben sich auf die Entwaffnung paramilitärischer Kämpfer geeinigt. Die „Neuen Kräfte“ und Milizen, die Präsident Gbagbo nahe stehen, sollten bis Ende Juli ihre Waffen abgeben, erklärten Gbagbo und Rebellenführer Soro nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Annan.

Das leidige Problem, wer ivorischer Staatsbürger sei, ist die Wurzel der blutigen Konflikte des letzten Jahrzehnts und soll nun durch ein neues Gesetz, das im Parlament verabschiedet wurde, geregelt werden. Danach können die meist aus Mali und Burkina stammenden Einwanderer und ihre Familien die Staatangehörigkeit erhalten, wenn sie vor mehr als 40 Jahren ins Land kamen. Kritiker sehen darin einen Trick von Präsident Ouattara, Stimmen für die nächsten Wahlen zu fangen. Jeder vierte Bewohner hat ausländische Wurzeln.

Der kenianische Premier Odinga ist von Abidjan abgereist ohne nennenswerten Erfolg, außer dass Gbagbo sich zum Dialog mit seinem Rivalen bereit erklärt hat. Aufgabe der Präsidentschaft, Exil und Straffreiheit waren kein Thema. Zur gleichen Zeit trafen sich die Generäle der ECOWAS Staaten, um Einzelheiten einer militärischen Intervention zu besprechen. Die Bischöfe der Elfenbeinküste plädieren für „die Achtung der Souveränität“ des Landes. Militärisches Eingreifen hätte unabsehbare Folgen für die ganze Region. Sie riefen die beiden Präsidenten zur friedlichen Lösung des Streites auf.

Die Religionsführer des Landes haben alle Gläubigen vom 13. Bis 18. Dezember zu einem sechs-tägigen Beten und Fasten für den Frieden eingeladen. Sie appellieren an die Bürger, nicht auf Drohungen und Provokationen einzugehen und sich diskriminierender Äußerungen – ob ethnisch, religiös oder nationalistisch – zu enthalten.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat mit 108 Zeugen 22,000 Seiten Dokumenten sowie Audio- und Videoaufnahmen genügend Material, um die Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu erheben. Die blutigen Konflikte mit 3,000 Todesopfern durch Mord, Vergewaltigung und Vertreibung folgten der umstrittenen Präsidentenwahl im November 2010. Ex-Präsident Gbagbo ist seit 2011 in Den Haag inhaftiert und weist alle Vorwürfe zurück.

Im Westen der Elfenbeinküste in der Nähe der von UN-Truppen bewachten Demarkationslinie sind bei Angriffen auf die Ortschaft Duekoue über 50 Menschen ums Leben gekommen. Tausende sind auf Flucht.

Zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Feindseligkeiten haben sich Präsident Laurent Ggagbo, Rebellenführer Guillaume Soro und die Oppositionspolitiker Henri Konan Bedie und Alassane Ouattara zu Gesprächen in Yamoussoukro zusammengefunden. Das Treffen wurde vom Premierminister Charles Konan Banny arrangiert.

Der abgewählte aber noch amtierende Präsident Gbagbo hat sich zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen bereit erklärt. Zwei Delegationen von ECOWAS Präsidenten binnen einer Woche waren nicht erfolgreich. Eine Machtteilung wie in Kenia und Simbabwe ist nach ECOWAS keine Option, eine militärische Intervention nur der letzte Ausweg.

Guillaume Soro, Anführer der Rebellen im Norden des Landes, hat zum ersten Mal seinen Sitz im Kabinett der Regierung der nationalen Einheit als Minister für den Wiederaufbau eingenommen. Seine Leibwächer sind UN-Friedenstruppen.

Über eine Million Kinder könnten in Westafrika im Anbau und in der Verarbeitung von Kakao ausgebeutet werden, berichtet ICI (International Cocoa Initiative). Zum Teil ist es Zwangsarbeit, zum Teil Beschäftigung nach dem Schulunterricht. 20% der Kinder arbeiten etwa 42 Stunden in der Woche. Die Knappheit von Schulen und die Armut der Eltern, die die Kinder zum geldverdienen auf die Plantagen schicken verschlimmern die prekäre Lage der Kinder. Neben Elfenbeinküste und Ghana sind auch Togo und Burkina Faso betroffen.

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