Schlagwort: Elfenbeinküste

Der Weltsicherheitsrat hat gestern den Einsatz der UN-Friedenstruppe in der Elfenbeinküste bis Mitte Dezember – und damit über die geplanten Wahlen hinaus – verlängert. Sowohl die 7000 Mann starke UN-Mission für die Elfenbeinküste (MINUCI) als auch die 4000 französischen Soldaten, die sie unterstützen, sollen bis 15. Dezember in dem westafrikanischen Land stationiert bleiben.

Westafrikanische Staatschef treffen sich in Nigeria, um eine Lösung für den politischen Engpass zu finden, nachdem die für Oktober geplanten Wahlen abgesagt wurden. Eine Schlüsselfrage ist, ob Präsident Laurent Ggagbos Amtszeit noch einmal verlängert wird.

Ein Wahrheits- und Versöhnungskommission, bestehend aus elf Mitgliedern, soll vereidigt werden. Sie ist beauftragt, sich um Einheit des Landes zu bemühen, nachdem die umstrittenen Wahlen über 3,000 Menschen das Leben kostete und eine halbe Million in die Flucht trieb. Zur Kommission gehören Vertreter der verschiedenen Regionen, religiöse Führer und der Fußballer Didier Drogba, der die Interessen der im Ausland lebenden Ivorer vertritt. Erzbischof Desmond Tutu aus Südafrika ermunterte Präsident Ouattara, der Welt zu zeigen, dass Gerichtsverfahren in seinem Land unparteiische sind.

Dieser Kampfruf zeigt Gbagbos unbeugsame Haltung. Er lässt auf friedlich demonstrierende Frauen schießen, mit mehreren Toten. Er verstaatlicht die Kakaoexporte, um sich die Einnahmen für die Bezahlung seiner Armee zu sichern. Der Norden ist von der Strom und Wasserversorgung abgeschnitten. Die Häfen sind geschlossen. Benzin und Nahrung werden knapp. 450,000 Menschen sind vertrieben, darunter 90,000 im Nachbarland Liberia. Die Eskalation der Gewalt bringt das Land immer näher an einen weiteren Bürgerkrieg.

Französische und UN Kräfte haben den japanischen Botschafter mit einem Helikopter in Sicherheit gebracht, nachdem seine Botschaft in der Nähe von Gbagbos bekämpfter Residenz angegriffen wurde. Andere Länder haben um ähnliche Aktionen gebeten, um ihre Diplomaten aus Abidjan herauszuholen.

Ausgedehnte Schusswechsel mit schweren Waffen und Truppenbewegungen in Abidjan, der größten Stadt der Elfenbeinküste, haben in der Nacht zum Freitag Sorgen vor einem möglichen Putschversuch in dem Bürgerkriegsland genährt. . Die Situation in der Elfenbeinküste ist gespannt, weil ein UN-Friedensplan noch immer nicht umgesetzt worden ist, der ab Ende Oktober die Regierungsgewalt von Präsident Laurent Gbagbo an einen neuen Premierminister hätte übertragen sollen.

Regierung und Rebellen haben sich darüber geeinigt, die Entwaffnung aller irregulären Milizen am 27. Juni zu beginnen und bis zum 10. August abzuschließen.

Der abgewählte aber amtierende Präsident Gbagbo hat den UNO Friedenstruppen gedroht, sie wie Rebellen zu behandeln, wenn sie nicht abziehen, wie er befohlen hat. Ihre Unterstützung des Gegenkandidaten sei eine Rebellion. Inzwischen hat die EU ein Einreiseverbot gegen Gbagbo und 18 seiner Vertrauten verhängt. Auch sollen Konten in der EU überprüft und Gelder eventuell eingefroren werden.

Ein Gruppe Soldaten, die Einheiten der FN-Rebellen 450 km nordöstlich von Abidjan angegriffen hatten, sind entwaffnet worden.

Weil Gummibäume leicht zu pflegen sind und stabile, berechenbare Erträge einbringen, sind viele Farmer um Abidjan von Maniok, dem Grundnahrungsmittel der Ivorer, auf Naturkautschuk umgestiegen. Statt einer Ernte können die Bäume zehn Mal im Jahr angezapft werden und in politischen Krisenzeiten sind Dauerkulturen sicherer. Die Elfenbeinküste ist Afrikas führender Gummi-Produzent. Von 230,000 Tonnen in 2012 soll die Produktion auf 600,000 Tonnen in 2025 gesteigert werden, eine Politik, die die Nahrungssicherheit beeinträchtigt. Schon jetzt ist Maniok zeitweise knapp.

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