Schlagwort: Elfenbeinküste

Dieser Ausschluss soll andauern bis der demokratisch gewählte Oppositionskandidat Ouattara vom bisherigen Präsidenten das Amt übernommen hat. Der UN Sicherheitsrat hat den Wahlsieg bestätigt, doch Gbagbo, unterstützt durch die Armee, wiedersetzt sich dem internationalen Druck und bleibt in seiner Residenz, währen Ouattara, beschützt von UNO Friedenstruppen, von einem Luxushotel aus seine Amtsgeschäfte abwickelt.

Die Firma Trafigura, die im August 2006 für das Abladen von giftigem Schlamm in der Elfenbeinküste verantwortlich war, hat sich nun einer Sammelklage mit etwa 30.000 Klägern zu stellen. Sie ist bereit, Entschädigung zu zahlen. Voriges Jahr erhielt die Elfenbeinküste schon 150 Millionen Euro für Umweltschäden. Trotzdem bestreitet Trafigura, von der Gefahr der Giftladung gewusst zu haben. BBC Newsnight jedoch hat nun Beweise aufgedeckt, dass das Risiko der Firma wohl bekannt war.

Trotz Aufforderung vom abgewählten Präsidenten Gbagbo, sich zurück zu ziehen, weil die fremde Einmischung ihm unerwünscht ist, werden die 10,000 Friedenstruppen das Land nicht verlassen. Ban Ki Moon besteht darauf, dass sie ihr Mandat weiter erfüllen. Inzwischen gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern des neugewählten Präsidenten Ouattara. Die Wirtschaftsmetropole Abidjan ist gelähmt: es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel; Geschäfte, Büros und Schulen bleiben geschlossen. Die internationale Gemeinschaft will einen blutigen Konflikt und Bürgerkrieg vermeiden.

Im Auftrag der Regierung hat die Armee eine Siedlung im Regenwald total zerstört. Sie entstand im letzten Jahrzehnt und entwickelte sich in eine Kleinstadt. Für die Regierung in Abidjan war die Entwicklung illegal; so wurden die Bewohner mit Gewalt vertrieben und Häuser, Schule und Kirche dem Erdboden gleichgemacht. Die Menschen berichten von Grausamkeiten, aber die Regierung behauptet, dass durch die Landwirtschaft der unter Naturschutz stehende Wald irreparablen Schaden erleiden würde.

Bei Verhandlungen in Yamousoukro haben sich unter Mitwirkung der UN, Frankreichs und Südafrikas die Kriegsparteien auf einen Zeitplan zur Entwaffnung von 30.000 Rebellen und 15.000 regierungstreuen Milizen bis zum 8. Oktober geeinigt. Präsidentschaftswahlen sollen am 30. Oktober stattfinden, was von politischen Beobachtern als unrealistisch angesehen wird.

Frankreich zieht einen Teil seiner Truppen ab, da – nach Premierminister Francois Fillon – sich die Lage im Land konsolidiert habe. Frankreich will die Kosten der Auslandseinsätze senken.

Nach den tödlichen grenzüberschreitenden Angriffen vor zwei Wochen wurden Land – Luft – und Seegrenze zwischen der Elfenbeinküste und Ghana gesperrt, um weitere Einfälle zu verhindern. Mutmaßliche Täter sind die im ghanaischen Exil lebenden Anhänger des gestürzten Präsidenten Gbagbo. Die Schließung der Grenze hatte die Haupttransportroute entlang des Golfs von Guinea von der Elfenbeinküste nach Nigeria empfindlich getroffen.

Nach 10-stündigen Verhandlungen haben die Staatschefs der ECOWAS Länder ihre Beschlüsse nicht veröffentlicht, um gewalttätige Reaktionen der Konfliktparteien zu vermeiden. Die Präsidenten Ghanas und Südafrikas kamen nicht zum Gipfeltreffen. Ende Oktober läuft das Mandat der Übergangsregierung aus. Die vorgesehenen Wahlen konnten gegen Widerstand von Präsident Laurent Ggagbo und der Rebellen im Norden nicht organisiert werden.

Vor Tausenden von Einwanderern aus Burkina hat Präsident Ggagbo versprochen, die umstrittenen Aufenthaltspapiere für Einwohner, die aus Burkina stammen, abzuschaffen. Sie sind seit Jahren eine Ursache von Spannungen zwischen beiden Volksgruppen.

Der Versuch des Premierministers Charles Konan Banny, die politischen Kräfte im Norden und Süden, die sich seit vier Jahren bekämpfen, zu einer Einigung zu bewegen, ist fehlgeschlagen. Nach wenigen Stunden wurden die Verhandlungen abgebrochen.

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