logo Netzwerkafrika
  • Südafrika

Zum Auftakt der Urlaubssaison verschärft Präsident Cyril Ramaphosa die Corona Maßnahmen. In der Öffentlichkeit, in Bussen und Bahnen sind strenge Maskenkontrollen angesagt. Bei Verstößen drohen bis zu 6 Monate Haft. Strände und Parks in Hotspot-Gebieten wie etwa der Garden Route oder der Ostkap-Provinz werden zwischen dem 16. Dezember und dem 3. Januar 2021 vorübergehend geschlossen. Zwischen 23 Uhr und müssen 4 Uhr morgens gilt ein landesweites Ausgehverbot. Auch an Weihnachten und Silvester müssen Restaurants um 22 Uhr schließen. In der vergangenen Woche sind die Infektionszahlen um 74% gestiegen; die tägliche Todesziffer liegt bei 150 Personen. In Südafrika wurden bisher 866 127 Corona-Fälle bestätigt, mehr als 23 270 Menschen starben in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

  • Afrika
  • Marokko

Die Entscheidung der Trump-Administration, Marokkos Souveränität über die Westsahara anzuerkennen, im Austausch für Marokkos Anerkennung Israels, ist auf breite Verurteilung gestoßen. Die Afrikanische Union, Großbritannien, Frankreich und Russland unterstützen den Plan der Vereinten Nationen, ein Referendum abzuhalten, indem das Volk der Westsahara zwischen Unabhängigkeit und Integration mit Marokko wählen soll. Die Entwicklungen folgen einem erneuten Konflikt zwischen der Polisario-Front, die für die Unabhängigkeit eintritt, und Marokko.

  • Swaziland

Premierminister Ambrose Dlamini (52), seit 2018 Regierungschef von eSwatini, ist nach seiner Corona Virusinfektion verstorben. Die letzte absolute Monarchie auf dem afrikanischen Kontinent mit einer Bevölkerung von etwa 1 Million Einwohnern hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums 6.768 Coronavirus-Infektionen und 127 Todesfälle zu verzeichnen. Das südliche Afrika erlebt gerade eine zweite Corona Welle.

  • Nigeria

Bei einem einstündigen Überfall in der Nordregion Katsina auf die staatliche Oberschule in Kankara mit 838 Schülern schossen Angreifer mit automatischen Waffen um sich und verschleppten Kinder. Etwa 200 Kinder und Jugendliche konnten entkommen. Hunderte verschwanden jedoch. Regierungstruppen umzingelten ein Gebiet, wo man vermutet, dass dort die entführten Schüler festgehalten werden.

  • Ghana

Ghanas Opposition hat die Ergebnisse der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgelehnt, nachdem der 76-jährige Präsident Nana Akufo-Addo mit 51,59 % der Stimmen zum Sieger erklärt wurde. Das Land ist für seine stabile Demokratie bekannt, aber die Spannungen stiegen am Dienstag, nachdem der ehemalige Präsident John Mahama, Anführer des NDC,  behauptete, eine parlamentarische Mehrheit gewonnen zu haben und Akufo-Addo, von der New Patriotic Party (NPP), davor warnte, die Wahl zu stehlen. Die Wahlbeteiligung lag bei 79 %.

  • Marokko

Marokko ist das letzte Land der Arabischen Liga, das mit Israel diplomatische Beziehungen aufgenommen hat. Als Teil des Geschäftes haben die USA zugestimmt, Marokkos Anspruch auf die umstrittene Region Westsahara anzuerkennen.

  • Afrika

Das spanische Urlaubsparadies Gran Canaria ist Europas neuer Migranten Brennpunkt. Allein im November sind über 8000 Flüchtlinge in oft  seeuntüchtigen Kähnen von Afrika über den wilden Atlantik gekommen, seit Januar bereits 20.000, meist aus Marokko, Mauretanien, der West Sahara sowie Senegal und Gambia. Die Zeltlager werden zu klein. Spanien will die Geflüchteten nicht aufs europäische Festland holen, will aber auch kein zweites Lesbos sehen. So hat die Regierung in  Madrid leerstehende Hotels in Gran Canaria bis Jahresende für die Unterkunft von Flüchtlingen angemietet. Die kanarische Regionalregierung ist überfordert und verärgert; ihre Inseln sollen nicht das Gefängnis Europas werden. Spanien  will „human, verantwortungsvoll und solidarisch“ mit der Krise umgehen und die meisten der Ankömmlinge in ihre Heimatländer zurückführen.

  • Äthiopien

Ende letzter Woche wurden 316 äthiopische Juden nach Israel ausgeflogen. Premier Netanjahu und sein Vize Gantz begrüßten sie am Flughafen Ben Gurion. Über 2000 weitere sollen bis Ende Januar 2021 folgen. Die versprochene Rückführung der Juden hatte sich in letzter Zeit extrem verlangsamt, doch die Kämpfe in der Tigray Region sorgten für neue Dringlichkeit, da die meisten Juden, die über Jahrhunderte treu in der Diaspora ausgehalten haben und sogar die Bundeslade zu beherbergen glauben, in der Gondar Region leben. Die Integration der äthiopischen Juden in Israel war wegen Arbeitslosigkeit, Armut und Diskriminierung immer schwierig, sollte sich aber verbessern.

  • Afrika

Chefinspektorin Doreen Malambo aus Sambia, die derzeit in der UN-Mission im Südsudan (UNMISS) dient, ist die diesjährige UNO-Polizistin des Jahres. Sie hat im Südsudan zur Gründung der Initiative "Stand Up for Rights of Women and Girls" beigetragen. Sexuelle und geschlechtsspezifische Verbrechen wurde dadurch begrenzt und teilweise verhindert. Die Auszeichnung "Polizistin des Jahres" der Vereinten Nationen wurde 2011 ins Leben gerufen, um die außergewöhnlichen Beiträge von Polizistinnen zu UNO-Friedensoperationen zu würdigen und das Empowerment von Frauen zu fördern.

  • Ruanda

Am Rusumo One-Stop Border Post (OSBP) zwischen Ruanda und Tansania zahlt jeder Lastwagen aus Tansania 35 US$. Es ist eine Covid-19 Bearbeitungsgebühr. Das Geld geht nicht an die Regierung, sondern an den privaten Sektor, um für Dinge wie Mahlzeiten, Desinfektion und Sterilisation zu sorgen.  Für den nächsten Fahrer soll der Platz sicher sein, während er auf die Abfertigung seiner Ladung wartet.  OSBP Rusumo ist ein strategischer Grenzpunkt; vor Covid-19- wurden täglich 400 Lastwagen abgefertigt, mittlerweile sind es 235.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­