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Eine Delegation der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) traf sich am Sonntag inmitten der anhaltenden tödlichen Proteste mit der Regierung von eSwatini. Demonstranten haben ihre Kampagne für politische Reformen fortgesetzt. Die Regierung setzte die Armee ein. Die größte Oppositionspartei PUDEMO behauptet, dass mindestens 40 Menschen getötet wurden, Hunderte durch Gewehrkugeln verletzt und Hunderte vermisst sind. Internetdienstleister gaben an, dass sie angewiesen wurden, den Zugang zu sozialen Medien und Online-Plattformen bis auf Weiteres zu kappen. Es wird nicht erwartet, dass der König sich seine Macht nehmen lässt. Er hat 14 Ehefrauen und mehr als 40 Kinder. Laut dem "Forbes"-Magazin besitzt er viele Anteile an Unternehmen.

Die Bewohner von Glen View, einem Vorort mit hoher Bevölkerungsdichte, waren fassungslos, als schwer bewaffnete Polizisten und Beamte der Stadtverwaltung begannen, Marktstände und andere informelle Handelsplätze abzureißen.  In Mbare, Melfort, Goromonzi, wurden ebenfalls Verkaufsstände abgerissen. Die informellen Händler in Harare haben die Entscheidung der Regierung ihre Marktstände abzureißen, mit einem Todesurteil gleichgesetzt, da der Verkauf ihre einzige Überlebensquelle war. Der Minister der lokalen Regierung, Juli Moyo, verteidigte jedoch die laufenden Abrisse in Harare und sagte, die Behörden könnten nicht weiterhin das "Chaos in unseren Städten" mit ansehen. Nun hat die Regierung die Zerstörungsaktionen gestoppt.

Präsident Hage Geingob sagt, dass sein Land vor dunklen und düsteren Momenten steht.  Namibia hat derzeit die höchste tägliche Todesrate auf dem Kontinent. Im Durchschnitt sterben im Land jeden Tag 15 Menschen pro Million, eine höhere Zahl als auf den Seychellen (13 pro Million) und in Tunesien (7,5 pro Million). Südafrika, das die höchste Gesamtzahl an Todesfällen verzeichnet, hat eine tägliche Todesrate von 3 pro Million. Weniger als 5% der Namibier haben mindestens eine Dosis eines Coronavirus-Impfstoffs erhalten. Die Pandemie ist ein schwerer Schlag für ein Land mit nur 2,5 Millionen Einwohnern.

Bis zum 29. Juni wurden in 55 afrikanischen Ländern 5.437.405 Fälle von Covid-19 bestätigt, während auf dem gesamten Kontinent über 32.500.561 Impfungen verabreicht wurden. Gemeldete Todesfälle in Afrika beziffern sich auf 141.649: Südafrika 60.038, Marokko 529.895, Tunesien 408.931, Ägypten 280.770, Äthiopien 275.974, Libyen 192.786und Kenia 182.884. Aktuelle Übersicht

Die University of Lagos testet ihr Zero Emission Vehicle (ZEV), an dem sie seit 2018 arbeitet. Das UNILAG ZEV ist ein zu 63 % aus Hardware und zu 100 % aus Software im Eigenbau hergestelltes mechatronisches Automobilgerät. Es hat ein adaptives und programmierbares Antriebssystem (Power Train). Mit einer überarbeiteten Nickel-Hydrid-Batterie hat das Fahrzeug im Campus-Shuttle-Modus eine Reichweite von bis zu 5 Kilometern. Mit einer entsprechenden Lithium-Ionen-Batterie kommt es bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h auf 350 km.

Simbabwe sieht sich mit längeren Stromausfällen konfrontiert. Stromimporte aus Südafrika beeinträchtigten das Kariba-Wasserkraftwerk und die kohlebefeuerte Hwange-Anlage. Kariba wurde seitdem wiederhergestellt; es ist das einzige der 5 Kraftwerke des Landes, das funktioniert. In Teilen von Harare nutzen Geschäfte Dieselgeneratoren, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.

In Matsapha, einem Industriezentrum am westlichen Rand der Hauptstadt Manzini, wurden über Nacht Geschäfte geplündert und in Brand gesteckt. Die Regierung schickte das Militär, um pro-demokratische Unruhen zu unterdrücken. Sie dementiert Berichte, dass König Mswati III. geflohen sei. 1986 wurde er  mit 18 Jahren zum König gekrönt; wegen seines teuren Geschmacks und seiner Verschwendung wird er kritisiert. 2019 streikten die Beamten und beschuldigten den Monarchen, die öffentlichen Kassen auf Kosten seiner Untertanen zu leeren. Die meisten Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze.

Bei einem Treffen der Anti-IS-Koalition, der 83 Staaten und internationale Organisationen angehören, rief US-Außenminister Antony Blinken die Verbündeten auf, im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) nicht nachzulassen.  Die in Syrien von Oppositionskräften rund 10.000 inhaftierten ausländischen IS-Kämpfer sollen in ihre Heimatländer zurückgebracht und dort vor Gericht gestellt werden. Die Allianz war im September 2014 als Reaktion auf die IS-Offensive in Syrien ins Leben gerufen wurden. Der IS operiert weiter im Untergrund. Der italienische Außenminister Luigi Di Maio erklärte, eine internationale Task Force sollte eingerichtet werden, um der Bedrohung durch die Ausbreitung von ISIL (ISIS)-nahen Gruppen auf dem afrikanischen Kontinent entgegenzuwirken.

Viele Hügel im Ngoma Distrikt haben sich lila verfärbt; es blüht die Chia Pflanze. Das Pseudogetreide wurde schon von den Maya und Azteken angebaut und gilt als „Superfood“, obwohl seine Wirkungen nicht einwandfrei nachgewiesen sind. Die hauptsächlich für den Export produzierte Ernte dient als Nahrungsergänzungsmittel. Die meisten Chia-Bauern in diesem Gebiet sind Mitglieder der Kooperative Tuvugurure Ubuhinzi Ngoma 22 (KOTUNGO), die 2018 gegründet wurde. Die Nachfrage nach den Chia- Samen ist steigend. Die Kooperative verhandelt mit China und der EU während schon der Export nach Dubai floriert. Einige Chia-Bauern haben bereits Motorräder, Zuchtkühe und Häuser gekauft, andere weitere Farmen. Die Blüten der Chia Pflanze wecken Hoffnung auf ein nie dagewesenes Einkommen und so suchen die Kleinbauern ihr Glück in Chia-Samen.

Der in Dubai ansässige globale Hafenbetreiber (DP World) und Somaliland eröffneten einen neuen Containerterminal im Hafen von Berbera. DP World hat seit 2016 eine 30jährige Konzession für den Hafen und arbeitet daran, ihn weiter auszubauen und zu einem wichtigen regionalen Handelsknotenpunkt für das Horn von Afrika zu entwickeln. Die Lage des Hafens macht ihn zur Drehscheibe für Afrika, besonders für den Warenverkehr nach Äthiopien. DP World Group Chairman Sultan Ahmed Bin Sulayem sagte: "Unser weiterer Ausbau des Hafens in einer zweiten Phase und seine Integration mit der Sonderwirtschaftszone, die wir entlang des Berbera-Korridors entwickeln, spiegelt unser Vertrauen in Berbera und unsere Absicht wider, es zu einem bedeutenden Handelszentrum von Weltrang zu entwickeln.“ DP World baut seine Präsenz in Afrika aus und erschließt lukrative Handelsrouten in der Region. Investitionen wurden in Ägypten, Algerien, Dschibuti, Ruanda, Somaliland, Mosambik und Senegal getätigt und es beginnen Arbeiten für die Entwicklung des Tiefseehafens in Banana in der Demokratischen Republik Kongo.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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