logo Netzwerkafrika
  • Sudan
Sudan – Premierminister Abdalla Hamdok hat sich geweigert, ein von den USA ausgehandeltes Abkommen über die Wassernutzung für den äthiopischen „Renaissance Staudamm“ zu unterzeichnen, weil viele technische und legale Probleme über die ökologischen und sozialen Folgen noch ungelöst seien. Die Füllung des Mega-Staudamms könnte für Ägypten ein großes Problem werden. Schon der Bau des Aswan-Damms 1971 hatte negative Auswirkungen auf das Ecosystem des Nildeltas, der Kornkammer Ägyptens. Experten befürchten, dass die enormen Wassermengen, benötigt um den neuen Staudamm aufzufüllen, die Fruchtbarkeit des Deltas weiter verschlechtern könnte.
  • Senegal
Senegal – Präsident Macky Sall hat zugestimmt, die Leichen der Bürger, die im Ausland an Covid-19 gestorben sind, zurückkehren zu lassen. Die Rückführungen wurden im April verboten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Länder wie Frankreich, Italien und die Vereinigten Staaten wurden mit zahlreichen Leichen in Ungewissheit gelassen. Im Senegal wird ein religiöses Begräbnis am Geburtsort als eine Notwendigkeit angesehen. Verzweifelte Familien hatten gegen das Rückführungsverbot gekämpft.
  • Marokko
Marokko – Angst vor Corona, der Stillstand der spanischen Wirtschaft und ständige Polizeikontrollen drängten etwa hundert Marokkaner, nach Hause zu flüchten. Sie waren wieder auf Schleuser angewiesen; nur kostete die Rückreise das fünffache der gefährlichen Fahrt nach Spanien: statt 1000€ jetzt 5400€ pro Person. In der spanischen Nordafrika Exklave Ceuta, nur durch einen hohen Zaun von Marokko getrennt, versuchen immer wieder Geflüchtete schwimmend zurück in ihre Heimat zu gelangen, während afrikanische Migranten in den marokkanischen Wäldern unter unmöglichen Bedingungen auf eine Chance warten, diesen Zaun zu überwinden, um nach Europa zu kommen.
  • Niger
Niger – Das Verteidigungsministerium verkündete zwei erfolgreiche Operationen gegen die Kämpfer der Rebellengruppe Boko Haram. Bei Gefechten im Südosten des Niger und in der Tschadregion in Nigeria wurden 75 Milizionäre getötet.
  • Südafrika
Südafrika – Die Corona Epidemie hat Südafrika besonders hart getroffen, aber auch Gutes bewirkt. Kriminelle Gangs in Kapstadt, die bis vor kurzem noch Krieg gegeneinander geführt hatten, haben einen Waffenstillstand geschlossen und damit begonnen, gemeinsam in den Armenvierteln der Stadt Nahrungsmittel an Bedürftige zu verteilen, selbst an Mitglieder rivalisierender Gangs. Organisiert wurde die Aktion von einem ehemaligen Investmentbanker, der jetzt als Pastor in den Slums arbeitet. „Was wir hier sehen, ist buchstäblich ein Wunder“, sagt Pastor Andie Steele-Smith.
  • Senegal
Senegal – Der Windpark, in Taiba N'Diaye, soll das Land mit 30% seiner Energie versorgen. Laut Senelec (nationale Elektrizitätsgesellschaft) wird der Windpark Strom für 2 Mill. Menschen liefern und den Ausstoß von 300.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr verhindern. Die Elektrizität steht 60% der 16 Mill. Einwohner zur Verfügung. Außerhalb der Städte ist Senegal größtenteils noch nicht elektrifiziert. Lekela, ein britisches Unternehmen, erstellte den Windpark. Es ist auch in Südafrika, Ägypten und Ghana tätig.
  • Mosambik
Mosambik – Inmitten der globalen Pandemie werden die islamistischen Angriffe im Norden des Landes stärker. In den letzten 2 Jahren haben die Aufständischen 900 Zivilisten getötet und die Vertreibung von über 200.000 Menschen verursacht. Es wird vermutet, dass die verstärkten Bemühungen ein Versuch sein könnten, in der gasreichen Region ein islamistisches Kalifat zu errichten. Die Regierung von Tansania entsendet zusätzliche Truppen in das Grenzgebiet zu Mosambik. Grund dafür ist der wachsende sunnitisch-islamistische Aufstand im Norden Mosambiks.
  • Kongo-RDC
DR Kongo – Vital Kamerhe, ein prominenter Politiker, unterstützte Félix Tshisekedi im Wahlkampf während der Präsidentschaftswahlen 2018 und wurde mit dem Posten des Kabinettschef dafür belohnt. Jetzt hat der Präsident ihn seines Amtes enthoben, weil er angeklagt ist, 50 Millionen Dollar, die für ein Infrastrukturprogramm bestimmt waren, veruntreut zu haben. Er sitzt im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Er sieht die Anklage als ein politisches Manöver gegen seine Partei, Union der kongolesischen Einheit (UNC).
  • Nigeria
Nigeria – Abike Dabiri-Erewa, Vorsitzende der Kommission "Nigerianer in der Diaspora", hat die Nigerianer in China aufgerufen ihre Recht einzufordern, auch wenn die Chinesen keine Afrikaner in ihrem Land wollen. "Wir müssen eine Welt des Friedens und der Liebe aufbauen. Es muss Gegenseitigkeit geben: Respektieren Sie mich und ich respektiere Sie, behandeln Sie mich gut und ich behandle Sie gut.“ Sie stellte auch fest, dass viele illegale chinesische Migranten sich in Nigeria aufhalten, diese werden aber von der Regierung mit Respekt behandelt.
  • Südafrika
Südafrika – Laut Geburtsurkunde wurde Fredie Blom 1904 in der Provinz Ost-Kap geboren, und dürfte damit der älteste Mensch auf dem Planeten sein. Mit einer Zigarette im Mund feierte er seinen 116. Geburtstag und betrachtet sein hohes Alter als ein Geschenk Gottes. Das einzige Medikament, das er einnimmt, ist Aspirin. Mit seiner 86-jährigen Jeanette hatte er keine Kinder. Seine größte Sorge ist nicht die Corona Epidemie, sondern das Verbot des Präsidenten, Tabak zu verkaufen.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­