Schlagwort: Somalia

Das Parlament hat ein umfangreiches Verteidigungsabkommen mit der Türkei gebilligt. Im Rahmen des auf zehn Jahre angelegten Abkommens wird die Türkei die somalischen Marinestreitkräfte bewaffnen und ausbilden und ihre eigenen Schiffe in somalischen Gewässern einsetzen.

Die Behörden haben das Tragen von Gesichtsmasken in der Hauptstadt Mogadischu aus Sicherheitsgründen verboten; auch das Tragen von Hüten und das Mitführen von Waffen in öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht erlaubt. Ausgenommen von diesem Verbot sind jedoch die traditionellen Sunna-Hüte, die von älteren Menschen getragen werden. Somalia wird seit Jahren von Unsicherheit geplagt, wobei die größte Bedrohung von der militanten Gruppe al-Shabab ausgeht. Seit die Regierung von Präsident Mohamud im August 2022 eine Offensive gegen die Gruppe eingeleitet hat, hat die Al-Qaida nahestehende Gruppe ihre Angriffe wieder verstärkt.

Nadia Mohamed wurde zur Bürgermeisterin von St. Louis Park USA gewählt. Damit ist sie die erste schwarze Bürgermeisterin der Stadt seit 170 Jahren, die erste somalisch-amerikanische Bürgermeisterin in Minnesota und die zweite bekannte somalische Bürgermeisterin in der Geschichte der USA. Nadia Mohamed erhielt 58 % der Stimmen gegen Dale A. Anderson, einem Banker im Ruhestand. Ihre Familie wanderte nach dem somalischen Bürgerkrieg nach Kenia aus und lebte im Flüchtlingslager Kakuma, bis Nadia 10 Jahre alt war. Danach kamen sie nach St. Louis Park. Im Jahr 2020 trat Nadia Mohamed im Alter von nur 23 Jahren ihr Amt im Stadtrat an. Die neue Bürgermeisterin konzentrierte sich in ihrer Kampagne auf die Förderung von Wohneigentum und die Polizeiarbeit. Die Bevölkerung der Stadt ist zu 80 % weiß.

Das somalische Kabinett hat eine Dringlichkeitssitzung einberufen, um über ein Hafenabkommen, zwischen Äthiopien und der abtrünnigen Region Somaliland, über die Nutzung des Rotmeerhafens Berbera, zu beraten. Das vom äthiopischen Premierminister Abiy Ahmed und dem somaliländischen Präsidenten Muse Bihi Abdi unterzeichnete Abkommen ebnet Äthiopien den Weg für die Einrichtung kommerzieller Seeoperationen mit Zugang zu einer gepachteten Militärbasis am Roten Meer. Im Gegenzug erhält Somaliland einen Anteil an der staatlichen Fluggesellschaft Ethiopians. Seit Eritrea 1991 seine Unabhängigkeit erlangte, ist Äthiopien ein Binnenstaat, daher ist es für den größten Teil seines Seehandels auf das benachbarte Dschibuti angewiesen.

Präsident Hassan Sheikh Mohamud sagte, der Beitritt zu dem regionalen Handelsblock sei ein „Leuchtfeuer der Hoffnung“ um das Wirtschaftswachstum in dem Land nach drei Jahrzehnten Krieg anzukurbeln. Somalia wird seit 1991 von Konflikten heimgesucht und viele Teile des Landes werden von der dschihadistischen Gruppe al-Shabab kontrolliert. Einige Nachbarländer haben Truppen entsandt, um den Kampf gegen die islamistische Gruppe zu unterstützen, die mit Al-Qaida verbunden ist. Die „East African Community“(EAC) wurde im Jahr 2000 durch ein Abkommen zwischen Kenia, Tansania und Uganda gegründet. Burundi und Ruanda traten der EAC im Jahr 2007 bei, Südsudan wurde 2016 in die Gemeinschaft aufgenommen.

Die Regierung von Somaliland erklärt, dass es trotz der Bereitschaft des ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni als Vermittler aufzutreten, nicht über die Einheit mit Somalia zu sprechen gedenkt. Sie widersprach dem ugandischen Präsidenten, der erklärt hatte, er werde als „Einigungsvermittler“ zwischen den beiden Ländern auftreten. Die Regierung von Somaliland bekräftigt, dass in einem Dialog zwischen Somaliland und Somalia nicht über die Wiedervereinigung gesprochen wird, sondern darüber, wie die beiden zuvor vereinten Länder getrennt voneinander vorankommen können. Somaliland erklärte 1991 seine Autonomie von Somalia, hat aber keine breite internationale Anerkennung für seine Unabhängigkeit erhalten.

Aber Ismail Ahmed kam als Flüchtling in seiner Jugend ins Vereinigte Königreich.  Während Covid versuchte er, seinen Kindern in London Somali beizubringen, und kam auf die Idee, das Mobiltelefon zu nutzen. Er entwickelte eine kostenlose App, die auch offline funktioniert. Daariz Somali – bietet kostenlose, unterhaltsame und fesselnde Lektionen in Lesen, Schreiben und Verstehen an. Inzwischen haben über 410.000 Menschen sie genutzt. Die Sahamiye Foundation wurde gegründet, die durch die Förderung von Alphabetisierung und Bildung das Leben am Horn von Afrika verändern will. Ismail Ahmed will „seiner Gemeinschaft etwas zurückzugeben“.

Somalia hat erklärt, dass es im Seegrenzstreit mit Kenia im Indischen Ozean, über den der Internationale Gerichtshof (IGH) im Oktober 2021 entschieden hat, keine Vermittlung akzeptieren wird. Der Gerichtshof sprach Somalia den größten Teil des Gebiets zu, während die Grenze leicht nach Norden verschoben wurde, um Kenias Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen zu berücksichtigen. Das Gebiet verfügt über große Öl- und Gasvorkommen und ist auch eine Lebensgrundlage für kenianische Fischer. Kenia behauptet, dass sich einige Weltmächte mit Interessen an großen Mineralienvorkommen in dem umstrittenen Gebiet in den Fall eingemischt haben, um sicherzustellen, dass Somalia – das versucht hat, einige Ölblöcke bei einer internationalen Auktion in London zu verkaufen – das Gebiet übernimmt.

Drei Jahre lang haben 17 Mio. Somalier vergebens auf Regen gewartet. Man zählte 43.000 Dürretote, die Hälfte davon Kinder. Und jetzt werden sie von Überflutungen heimgesucht. Die steinharten Böden können keine Feuchtigkeit aufnehmen. So werden ganze Landstriche überflutet. Rund 200.000 wurden vertrieben, als der Shabelle-Fluss über die Ufer trat. Am meisten betroffen sind die etwa eineinhalb Millionen Binnenflüchtlinge, die wegen der Dürre ihre Heimat verlassen hatten und jetzt in Ästen und Plastikbehausungen lebten. Sie konnten oft nur ihre Kinder mitnehmen und waren dankbar,  mit dem Leben davongekommen zu sein. Dazu kommt immer noch die Angst vor den islamistischen Angreifern. Laut Experten werden die extremen Wetterereignisse immer häufiger und intensiver, und Afrika, das am wenigsten zur globalen Erwärmung beiträgt, trägt die Hauptlast.

Laut UNO Berichten können im vergangenen Jahr nach mehreren gescheiterten Regenzeiten rund 43.000 Menschen gestorben sein, etwa die Hälfte davon Kinder unter fünf Jahren. Die Krise ist noch nicht vorbei; es sterben immer noch Tausende. Im Jahr 2011 tötete die Hungersnot in Somalia über eine Viertelmillion Menschen. Etwa 2,6 Milliarden US $ würden, so die WHO, für die Reaktion auf die Dürre gebraucht, doch weniger als 15% sind bisher eingegangen. Weitere Probleme sind: der Tod von vielen Nutztieren, steigende Lebensmittelkosten, politische Instabilität und unzählige terroristische Anschläge der Al- Shabaab. Letztere erschweren die Bemühungen, die verzweifelten Gemeinschaften zu erreichen. Die Krise könnte auch durch den Ukraine Krieg an den Rand gedrängt worden sein.

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