Schlagwort: Somalia

Ein massives Feuer hat in der Nacht den Markt  von Hargeisa, der Haupstadt von Somaliland verwüstet. Dutzende von Menschen wurden verletzt und Hunderte von Geschäften zerstört. Die Ursache des Brandes, der den ausgedehnten Waheen-Markt – das Herzstück der Stadt mit schätzungsweise 2.000 Geschäften und Ständen – zerstörte, ist noch nicht bekannt.

Muse Bihi Abdi, seit 2017 Präsident der halbautonomen Region Somaliland in Somalia, hat an die internationale Gemeinschaft appelliert, die Unabhängigkeit des Gebiets anzuerkennen.  Somaliland, mit seinen 4 Mill. Einwohnern, hat seit seiner Abspaltung von Somalia im Jahr 1991 eine eigene unabhängige Regierung, eine eigene Währung und ein eigenes Sicherheitssystem. In 13 Ländern gibt es diplomatische Vertretungen, z.B.  in Großbritannien, Frankreich, den USA, Kenia, Südafrika und in Äthiopien.  Somalia betrachtet Somaliland immer noch als Teil seines Territoriums. Seit 2012 haben mehrere Gesprächsrunden über eine mögliche Vereinigung zu keinem Durchbruch geführt.

Das oberste UN-Gericht entschied im Streit um die Seegrenze zwischen Kenia und Somalia weitgehend zugunsten Somalias. Die vom Internationalen Gerichtshof neu gezogene Grenze lag am nächsten an einer von Somalia vorgeschlagenen Linie, die dem Land mehrere von Kenia beanspruchte Offshore-Ölblöcke zuweist.

Die Nachbarn Kenia und Somalia streiten sich um ein 30.000 Quadratseemeilen großes Gebiet im Indischen Ozean, das Aussicht auf große Öl- und Gasvorkommen bietet. Das Gebiet ist auch eine Lebensgrundlage für kenianische Fischer. Kenia hat behauptet, dass sich einige Weltmächte mit Interessen an großen Mineralienvorkommen in dem umstrittenen Gebiet in den Fall eingemischt haben. Somalia soll versucht haben, einige „Ölblöcke“ bei einer internationalen Auktion in London an Großbritannien zu verkaufen. Die beiden Länder sind sich nicht einig über den Verlauf der Grenze in dem Gebiet, in dem sich ihre maritimen Ansprüche überschneiden. Der Internationale Gerichtshof (IGH) wird seine Entscheidung in dieser Angelegenheit am 12. Oktober 2021 verkünden. Es wird erwartet, dass dies weitreichende Folgen für die Nutzung der von beiden Staaten beanspruchten Gewässer des Indischen Ozeans haben wird.

Der in Dubai ansässige globale Hafenbetreiber (DP World) und Somaliland eröffneten einen neuen Containerterminal im Hafen von Berbera. DP World hat seit 2016 eine 30jährige Konzession für den Hafen und arbeitet daran, ihn weiter auszubauen und zu einem wichtigen regionalen Handelsknotenpunkt für das Horn von Afrika zu entwickeln. Die Lage des Hafens macht ihn zur Drehscheibe für Afrika, besonders für den Warenverkehr nach Äthiopien. DP World Group Chairman Sultan Ahmed Bin Sulayem sagte: „Unser weiterer Ausbau des Hafens in einer zweiten Phase und seine Integration mit der Sonderwirtschaftszone, die wir entlang des Berbera-Korridors entwickeln, spiegelt unser Vertrauen in Berbera und unsere Absicht wider, es zu einem bedeutenden Handelszentrum von Weltrang zu entwickeln.“ DP World baut seine Präsenz in Afrika aus und erschließt lukrative Handelsrouten in der Region. Investitionen wurden in Ägypten, Algerien, Dschibuti, Ruanda, Somaliland, Mosambik und Senegal getätigt und es beginnen Arbeiten für die Entwicklung des Tiefseehafens in Banana in der Demokratischen Republik Kongo.

Die heutigen Wahlen nähren die Hoffnung von Somaliland, als unabhängiger Staat international anerkannt zu werden. Mit seiner 850 km langen Küste am Golf von Aden und dem Hafen von Berbera ist es geopolitisch ein wichtiger Ort. Am 18. Mai 1991 erklärte es sich einseitig mit eigenem Pass, eigener Währung, Flagge, Regierung und Armee für unabhängig. Die Bevölkerung wird auf 3,5 Millionen geschätzt. Hauptstadt ist Hargeysa. Völkerrechtlich ist die Republik Somaliland eine autonome Region von Somalia.

„Ich glaube, dass alles, was Männer können, auch Frauen tun können „, sagt Saynab, eine Mutter von 5 Kindern. Nachdem ihr Mann sie und die gemeinsamen Kinder verlassen hatte, nahm sie aus der Not heraus die Arbeit als Rikscha-Taxifahrerin an. Die als „Bajaaj“ bekannten Dreiräder wurden für lange Zeit nur von Männern betrieben. Die Arbeit ist nicht ungefährlich. Rikschafahrer sind auch in Angriffe der bewaffneten Gruppe al-Shabab verwickelt, deren Kämpfer häufig Sicherheitskontrollpunkte in Mogadischu angreifen. Als Reaktion auf Angriffe hat die Regierung mehrere Straßen in Mogadischu gesperrt, zum Nachteil der Rikscha. Die weiblichen Bewohner der Stadt haben sich schon lange weibliche Rikschafahrerinnen gewünscht.

Somalias Regierung hat das Verbot der Einfuhr von Miraa (Khat) aus Kenia offiziell aufgehoben. Khat wird hauptsächlich in den Bergen des Jemens sowie in Saudi-Arabien, Palästina, im Hochland von Ostafrika und Afghanistan angebaut. Es wird schon seit vielen tausend Jahren verwendet; ursprünglich kamen die Blätter als Hilfsmittel bei rituellen Tänzen zum Einsatz und sollten den Trancezustand verstärken. Heute wird Khat bei geselligen Anlässen gekaut. Es unterdrückt Müdigkeits- und Hungergefühle. Im Jemen ist der Handel mit Khat der einzige Wirtschaftszweig, der zuverlässig funktioniert. Der Umsatz wird auf 600 Millionen Euro geschätzt.

Kenianische Diplomaten haben 7 Tage Zeit, Somalia zu verlassen. Im Gegenzug werden somalische Gesandte aus Nairobi abgerufen. Zwischen den beiden Nachbarländern gibt es mehrere Streitpunkte: ein keilförmiges Seegebiet an der gemeinsamen Landesgrenze auf den Indischen Ozean ist umstritten; dort werden Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet. Die Beziehungen zwischen Kenia und der Republik Somaliland, das sich einseitig von Somalia unabhängig erklärt hat, sind ein Stein des Anstoßes. Jubaland, in der 2011 die kenianische Armee auf Bitte der damaligen somalischen Regierung einmarschierte, um die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab in Schach zu halten, ist ein weiterer Streitpunkt. Zahlreiche Somalier leben in Kenia

Die Afrikanische Union wird 2021 ihre Truppen (Amison) aus Somalia zurückziehen. Kenia steht vor der Entscheidung, ob es in ähnlicher Weise sich von dem kriegszerrütteten Land entfernen soll oder nicht. Durch seine Nähe zu Somalia und endlose Terroranschläge der in Somalia ansässigen Mitglieder der Al-Shabaab-Terrorbande, die sich gegen kenianische Zivilisten und wichtige Einrichtungen im Land richten, sieht Kenia seine Sicherheit bedroht. In den vergangenen Tagen kam es am Grenzübergang Bula Hawa zu wahlloser Erschießung kenianischer Zivilisten durch SNA-Truppen, kein einmaliger Vorgang.

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