Schlagwort: Sambia

Sambia sieht das Verpachten von Ackerland an ausländische Investoren nicht als eine Form von „Kolonialismus“. Mit so viel Farmland kann Sambia, nach Aussage des Finanzministers, die Golf Staaten einladen. Bis jetzt seien es nur kleine Abkommen, doch sollen demnächst zwei Landstriche von je 100,000 ha ausgegeben werden. Eine Saudi Firma will auch eine 5,000 ha Obstplantage anlegen und eine Saftfabrik bauen.

Direktiven des Internationalen Währungsfonds (IWF), Nahrungsmittel mit 17,5% Mehrwertssteuer zu belegen, hat Präsident Mwanawawa abgelehnt, nachdem Regierungsstellen und Zivilgesellschaft heftige Kritik geäußert hatten. Die Steuer würde die landwirtschaftliche Produktion und die ärmeren Bevölkerungsschichten belasten.

Präsident Michael Sata, seit 2011 an der Macht, glaubt, dass sein Vorgänger, Rupiah Banda, zurzeit auf Besuch in Südafrika, dort um Asyl ansuchen wird. Zuhause wirft er ihm Bestechung und Veruntreuung vor und droht mit der Aufhebung der Immunität, die Banda während seiner Amtszeit genoss. Die Opposition fühlt sich unterdrückt, und fordert einen zeitweiligen Ausschluss des Landes aus dem Commonwealth bis die der Regierung vorgeworfenen Menschenrechtsverletzungen untersucht sind.

Der Priester Frank Bwalya, Leiter des katholischen Senders, wurde in Kitwe verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Die Polizei griff unmittelbar am Ende einer Sendung ein, in der Hörer sich zur Präsidentenwahl äußern konnten, und löste Proteste der Bevölkerung gegen die Festnahme gewaltsam auf. Das Radio sei die „Stimme der notleidenden Bevölkerung“ und könne nicht in seiner Arbeit gehindert werden, forderte der Direktor von „Radio Icewngelo“ von der Regierung.

Eine Gruppe Aktivisten wollte in Lusaka gegen hohe Preise und Streichung von Subventionen demonstrieren. Als die Kundgebung verboten wurde, zogen sie sich zum Gebetsgottesdienst in die Bible Gospel Church in Africa (BIGOCA) zurück. Dort wurden sie von 100 Anhängern von Satas Regierung angegriffen und verprügelt. Die Empörung der interkonfessionellen Gemeinschaft, die von einem „schwarzen Freitag“ spricht, ist groß. Ein Großteil der Bevölkerung leidet schon länger unter eskalierenden Mais – und Benzinpreisen.

Die Oppositionspartei „Forum for Democracy and Development (FDD) hat die 44 jährige Wirtschaftsexpertin Sarah Edith Nawakwi zur Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr gewählt.

Wenn seine Minister ihn nicht besser gegen Angriffe der Opposition verteidigen, will Präsident Michael Sata das Parlament auslösen und Neuwahlen ausrufen. Seit Beginn seiner Amtszeit vor zwei Jahren wird Sata beschuldigt, dass sein Kabinett aufgebläht, stammeszugehörig und inaktiv sei. Die nächsten regulären Wahlen wären erst in 2016.

Dem erfolgreichsten Oppositionskandidat, Michael Sata, auch ‚König Cobra‘ genannt, werden Chancen eingeräumt, die Präsidentschaftswahlen zu gewinnen. Im Wahlkampf verspricht er Steuererleichterungen und die Ausweisung der ausländischen Geschäftsleute. China droht im Falle seiner Wahl, die Beziehungen zu Sambia abzubrechen.

Ein Team von Ärzten soll entscheiden, ob der Gesundheitszustand des ehemaligen Präsidenten Frederic Chiluba eine Fortführung des Prozesses gegen ihn erlaubt. Er ist wegen Korruption im Amt angeklagt.

Seit knapp einem Jahr ist er im Amt, gewählt, weil er ein Ende der hohen Arbeitslosigkeit und der Korruption versprochen hatte. Die Wahl war fair, die Machtübergabe friedlich. Jetzt demonstrieren Jugendliche zu Tausenden für die Einlösung des Versprechens. In einem Massenandrang für wenige Arbeitsplätze gab es im Mai acht Tote. Der Kampf gegen Korruption wurde zur Hexenjagd gegen seine politischen Gegner. Die Regierung gleicht einem Familienunternehmen, dem auch die Geldquellen offen stehen. 70% aller neuen Posten sind an Satas Bemba Stammesangehörige gegangen. Drei unbequeme Richter wurden abgelöst. Vergünstigungen an wohlgesonnene Konzerne und Verstaatlichung anderer lassen aufhorchen. Satas Solidaritätserklärung mit Sudans al-Bashir und seine Freundschaft mit Mugabe aus Simbabwe sind furchterregend. Will er den Diktator südlich des Sambesi nachahmen?

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