Schlagwort: Nigeria

Fernsehprediger TB Joshua gründete die „Synagogue Church of All Nations [SCOAN]“, eine christliche Megakirche in Lagos. Viele afrikanische Präsidenten, hohe Regierungsbeamte, internationale Fußballspieler, Musiker und andere hochkarätige Gäste haben in seiner Kirche gebetet. TB Joshua war bekannt dafür, Vorhersagen zu machen, zu behaupten, verschiedene Krankheiten heilen zu können und Menschen durch Wunder zu Wohlstand zu verhelfen. Er war jedoch umstritten, da Kritiker seine Behauptungen in Frage stellten und sagten, er profitiere von Menschen, die Hoffnung suchen. Laut Forbes hatte er ein geschätztes Vermögen von mehreren Millionen Dollar. Wegen seinen Äußerungen und Hassreden gegen LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender and Queer) Menschen wurde sein YouTube-Kanal, (mehr als 1,8 Millionen Abonnenten) geschlossen. Facebook entfernte mehrere Videos auf Joshuas Seite (mehr als 5,7 Millionen Follower).

Bewaffnete griffen die Stadt Tegina an und entführten rund 200 Kinder aus einer Koranschule. Die Jüngeren, Vier- bis Zwölfjährigen, haben sie laufen lassen. Die Regionalregierung in Kaduna forderte die Eltern der Entführten auf, kein Lösegeld zu zahlen. Der Erzbischof von Lagos, Alfred Adewale Martins, hat die nigerianische Regierung aufgefordert, den Ausnahmezustand zu verhängen. Der 61-Jährige, ist besorgt über zunehmende Entführungsfälle überall im Land, die Ermordung von Polizisten und Zivilisten sowie das Niederbrennen von Polizeistationen. Die Politik habe auf allen Ebenen versagt. Sie würde weder etwas gegen die Ursachen der Gewalt unternehmen noch die Täter zur Verantwortung ziehen. Der Schritt sei wichtig, um das Land vor drohender Anarchie zu retten, betonte er.

Im kommenden Jahr sollen von deutschen Museen die als Raubgut eingestuften Benin-Bronzen an Nigeria zurückgegeben werden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte, dies sei eine „wichtige Wegmarke für Verständigung und Versöhnung“ und Deutschland stellt sich der „historischen und moralischen Verantwortung“. Die Benin-Bronzen schmückten seit dem 16. Jahrhundert den Königspalast des Königreichs Benin. Die Kolonialmacht Großbritannien entwendete sie und verkaufte die Kunstschätze an europäische Museen.

In 3500 Jahre alten Tongefäßen der Nok-Kultur konnten Spuren von Bienenwachs nachgewiesen werden; dies gilt als ältester direkter Nachweis für Honig-Nutzung in Afrika. Die Nok-Kultur ist durch ihre bis zu lebensgroßen Terrakotta-Skulpturen bekannt; sie stellen die älteste figurative Kunst Afrikas dar, die für Tausende von Euro auf dem internationalen Kunstmarkt gehandelt werden. Die Epoche der Nok-Kultur wird auf 500 v. Chr. bis 200 n. Chr. datiert, sie verdankt ihren Namen dem kleinen Ort Nok, der östlich des Flusses Niger auf dem Jos-Plateau im Zentrum Nigerias liegt.

Unter Androhung schwerer Strafen hat die Zentralbank von Nigeria (CBN) die Schließung aller Kryptowährungs-Konten angeordnet. Die Bank erklärte, dass viele andere Länder, Investoren und Ökonomen wegen der „erheblichen Risiken“ bei Transaktionen vor Kryptowährungen gewarnt hätten. Zu den Risiken gehören Investitionsverluste, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, illegale Fondsströme und kriminelle Aktivitäten.  Kryptowährungen sind im Land äußerst beliebt und Nigeria ist einer der großen Märkte für den Bitcoin.

Der Bundesstaat Kaduna hat einen Vertrag mit der amerikanischen, medizinischen Lieferfirma Zipline unterzeichnet, die den Drohnenversand von COVID-19-Impfstoffen ohne nennenswerte staatliche Investitionen in die Kühlkette ermöglicht. Der Service soll rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche von drei Verteilzentren aus operieren – jedes ist mit 30 Drohnen ausgestattet – und soll mehr als 1.000 Gesundheitseinrichtungen im Bundesstaat beliefern. Auch 255 primäre Gesundheitszentren sollen aufgerüstet und 3.000 Beamte rekrutiert und trainiert werden, um die Einrichtungen zu verwalten. Der neue Service, soll im zweiten Quartal 2021 seinen Betrieb aufnehmen. In Zukunft sollen Zipline-Drohnen auf Abruf und in Notfällen Blutprodukte, Impfstoffe und lebensrettende Medikamente ausliefern.

Nach 13 Jahren Gerichtsverhandlungen hat der niederländische Gerichtshof in Den Haag das nigerianische Tochterunternehmen von Shell für Schäden haftbar gemacht, die 2004 und 2005 im Niger-Delta durch Lecks in Ölpipelines entstanden sind. Die Höhe der Entschädigungssumme ist noch nicht festgelegt. Die Pipelines verlieren durch schlechte Wartung immer wieder Öl. Im Nigerdelta sind bisher mehr als 11 Mill.  Barrel Öl ausgeströmt Die Folge ist, dass das Trinkwasser verseucht, der Fischbestand in Gewässern getötet und Ackerland unbrauchbar wird und so die Lebensgrundlage Tausender von Menschen zerstört wird.  Gegen Shell und andere Konzerne laufen noch weitere Klagen wegen Umweltschäden, Menschenrechtsverletzungen und Korruptionsvorwürfen.

Bei einem einstündigen Überfall in der Nordregion Katsina auf die staatliche Oberschule in Kankara mit 838 Schülern schossen Angreifer mit automatischen Waffen um sich und verschleppten Kinder. Etwa 200 Kinder und Jugendliche konnten entkommen. Hunderte verschwanden jedoch. Regierungstruppen umzingelten ein Gebiet, wo man vermutet, dass dort die entführten Schüler festgehalten werden.

Unruhen im Land, niedrige Ölpreise, wirtschaftliche Verwerfungen auf die globale Coronavirus-Pandemie führen zu einer Devisenkrise. Das dritte Mal wurde die „Naira“ ₦ in diesem Jahr offiziell abgewertet. Am Montag lag auf dem Parallelmarkt der Wechselkurs bei 500 ₦ gegenüber dem US-Dollar, dem niedrigsten Stand seit dem 22. Februar 2017. Der Kurs ist 22% schwächer als der aktuelle offizielle Kurs von 390,89 ₦ pro US-Dollar

Am Tag der ersten Regionalwahlen im Bundesstaat Borno seit 2009, wurden im Nordosten Nigerias bei einem „brutalen“ Angriff über 100 Erntearbeiter getötet. Präsident Muhammadu Buhari verurteilte den Angriff nahe der Regionalhauptstadt Maiduguri. „Das ganze Land ist durch diese sinnlosen Tötungen verwundet worden“, sagte er. Noch ist unklar, wer die Tat verübte. Seit Jahren kommt es aber immer wieder zu Angriffen der Terrorgruppen Boko Haram oder der Splittergruppe ISWAP.

Länder