Schlagwort: Nigeria

Die Zentralbank wird mit Wirkung vom 9. Januar 2023 eine Obergrenze für Bargeldabhebungen am Schalter durch Einzelpersonen und Organisationen einführen. Haruna Mustafa, Direktor der Bankenaufsicht, wies alle Banken und sonstigen Finanzinstitute an, dafür zu sorgen, dass die Barabhebungen an den Schaltern den Betrag von 225 US-Dollar bzw. 1.125 US-Dollar pro Woche nicht überschreiten. Die Zentralbank beginnt auch mit der Verteilung der neu gestalteten Banknoten, die nach eigenen Angaben Inflation, Fälschungen und Korruption eindämmen sollen. Die Menschen haben bis zum 31. Januar 2023 Zeit, ihre alten Scheine abzugeben.

Die nigerianische Regierung hat beschlossen, den Unterricht in den ersten sechs Jahren der Grundschulbildung nicht mehr in Englisch zu geben, sondern in der Sprache der jeweiligen Region. Kinder lernen besser, so der Bildungsminister, wenn sie in der Muttersprache unterrichtet werden. Es ist noch nicht absehbar, wann dieser Plan verwirklicht werden kann, weil erst die Unterrichtsmaterialien entwickelt und qualifizierte Lehrer engagiert werden müssen. Die größte Herausforderung ist die Anzahl der Sprachen, die in Nigeria gesprochen werden – über 600. Englisch ist Nigerias offizielle Sprache und ist in allen Bildungseinrichtungen die gemeinsame Lehr- und Lernsprache.

Daten belegen, dass im November 2022 mehr als 10.000 in Nigeria ausgebildete Ärzte im Vereinigten Königreich registriert waren, und dass über 1.000 dieser Ärzte zwischen dem 1. Januar und dem 30. September 2022 zugelassen wurden. Der Präsident von NARD (Nigerian Association of Resident Doctor) teilte mit, dass im Durchschnitt jeden Monat zwischen 100 und 160 Ärzte das Land verlassen. Doctors for Change (DFC) wurde als WhatsApp-Gruppe ins Leben gerufen, um eine Plattform für zurückkehrende medizinische Fachkräfte zu schaffen. Sie sehen die Diaspora als „Nigerias Brain Gain“. DFC ist nun eine Bewegung von über 300 nigerianischen Gesundheitsfachleuten mit unterschiedlichem Hintergrund und aus verschiedenen Fachbereichen, die in Nigeria und in der Diaspora praktizieren und sich für die Umgestaltung des nigerianischen Gesundheitssystems, nach indischem Vorbild, einsetzen.

Im südöstlichen Bundesstaat Ebonyi haben unbekannte Angreifer die Büros der Wahlkommission (INEC) zerstört, darunter 340 Wahlurnen, 130 Wahlkabinen, 14 Stromgeneratoren und große Wasserspeicher Tanks. Sicherheitsbehörden untersuchen den Vorfall. Man vermutet, dass die Täter eine Beeinträchtigung der Präsidentschaftswahl im Februar 2023 durch Wahlgewalt befürchten.

China Habour Engineering LFTZ Enterprise (CHELE), eine Tochtergesellschaft von China Habour Engineering Company Limited (CHEC), hat den Bauabschluss des 1,5 Milliarden Dollar teuren Hafens östlich der Stadt Lagos bekannt gegeben. Er befindet sich in der Nähe der im Bau befindlichen Dangote Petroleum Refinery, die nach ihrer Fertigstellung 650.000 Barrel Öl pro Tag verarbeiten kann. Sowohl der Hafen als auch die Raffinerie befinden sich innerhalb der Lekki Free Zone, einer 16.500 Hektar großen Freihandelszone.

Die Sicherheitsmaßnahme der USA erfolgte, nachdem die Botschaft am 23. 10. 2022 ihre Bürger aufgefordert hatte, ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken, da in Nigeria, insbesondere in Abuja, ein „erhöhtes Risiko von Terroranschlägen“ bestehe. Die Ziele der Terroranschläge können Regierungsgebäude, Gotteshäuser, Schulen, Märkte, Einkaufszentren, Hotels, Bars, Restaurants, Sportveranstaltungen, Verkehrsterminals, Strafverfolgungseinrichtungen und internationale Organisationen sein.

Das Bundesgericht hat die Beschlagnahmung von Immobilien der ehemaligen Erdölministerin Diezani Alison-Madueke angeordnet. Frau Alison-Madueke war von 2010 bis 2015 Nigerias Erdölministerin und eine Schlüsselfigur in der Regierung des ehemaligen Präsidenten Goodluck Jonathan. Ihr Aufenthaltsort ist unklar, aber sie hielt sich zuletzt in Großbritannien auf. Zu den beschlagnahmten Vermögenswerten gehören Häuser und Autos im Wert von 3 Millionen Dollar.

In 34 der 36 nigerianischen Bundesstaaten sind rund 90 000 Häuser überflutet. Nach Angaben der Behörden haben die Überschwemmungen über 500 Menschen getötet und 1,4 Millionen vertrieben. Das Hochwasser des Niger-Flusses hat inzwischen einen Höchststand von 13,20 Meter, bei den verhängnisvollsten Überschwemmungen vor zehn Jahren waren es 12,84 Meter.  Über Westafrika kommt es zurzeit zu starken Niederschlägen, die anhalten sollen.

Die Öffentlichkeit ist aufgebracht, nachdem eine illegale Pipeline entdeckt wurde, durch die seit über 9 Jahren Öl von einem Exportterminal abgezapft wird. Die Leitung ist 4 km lang. Nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft NNPCL wurde die Leitung bei einer Aktion gegen Öldiebstahl entdeckt. Die Behörden erklärten, dass sie täglich schätzungsweise 600.000 Barrel Rohöl – etwa 30 % ihrer Produktion – verliert, was teilweise auf Öldiebstahl zurückzuführen ist. Die nigerianische Marine hat internationale Ölgesellschaften (IOCs) und multinationale Ölgesellschaften (MOCs) als Syndikate des Rohöl-Diebstahlrings in der Niger-Delta-Region ausgemacht.

Die Werbeaufsichtsbehörde (Advertising Regulatory Council of Nigeria) hat eine Klage gegen Meta Platforms Incorporated eingereicht, das Eigentümer von Facebook, Instagram und WhatsApp ist. Sie wirft dem Unternehmen vor, in Nigeria nicht genehmigte Werbung geschaltet zu haben, und fordert bis zu 70 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Die Werbeaufsichtsbehörde meint, das Unternehmen solle zahlen, weil es versäumt habe, die Werbung auf den Social-Media-Plattformen vor der Veröffentlichung von der Regierung prüfen zu lassen.

Länder