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Kongo-RDC – In den nicht endenden Kämpfen und Gegenattacken zwischen der Guerilla-Gruppe Mai und der kongolesischen Armee in Nordkivu nahe der Grenze zu Uganda und Ruanda wurden am Sonntagabend zwei Priester der Diözese Butembo entführt. Wer hinter der Entführung steht, ist noch nicht klar. Da Kabila die Möglichkeit einer Wahl ausschlägt, wächst der Unwille in der Bevölkerung und auch die Gefahr eines totalen Zusammenbruchs.

Kongo-RDC – Jeden Tag flüchten mehr Menschen vom Kongo in das südliche Nachbarland Angola – bis jetzt sollen es 30.000 sein – um dem erneuten Gewaltausbruch in der Kasai Region zu entkommen. Tausende Menschen sollen umgekommen sein; die UNO spricht von 40 gefundenen Massengräbern. Weder Journalisten noch Hilfsorganisationen haben sicheren Zugang. Präsident Kabila, der nicht von der Macht lassen will, kommt die Gewalt gelegen, weil eine Wählerregistrierung und Wahl fast unmöglich sind. Ex-Generalsekretär der UNO, Kofi Annan hat mit 9 afrikanischen Ex-Präsidenten in einem offenen Brief Kabila gewarnt, die akute Gefahr von seinem Land und Afrika abzuwenden.

Kongo DR – 900 Gefangene konnten bei einem Überfall auf das Gefängnis in Beni entkommen. Es wird vermutet, dass die Rebellengruppe ADF verantwortlich ist. ADF, die mit den islamistischen Al Shabaab Milizen in Somalia in Verbindung stehen soll, hat in der Region schwere Menschenrechtsverletzungen begangen. Auch in zwei Gefängnissen in Kinshaha konnten Rebellengruppen ihre gefangenen Anhänger befreien.

Kongo RDC – Vorgestern Nacht haben 100 Bewaffnete das Zentralgefängnis in Kinshasa gestürmt, den Sektenführer Nsemi und 50 Anhänger befreit und Teile der Strafanstalt zerstört. Nsemi und seine „Bundu dia Kongo“ Bewegung fordern die Wiederherstellung eines Königreiches Kongo, wie vor der Kolonialzeit. Der blutige Konflikt in der Kasai Provinz hat einen ähnlichen Hintergrund. Die wirkliche Ursache aller Proteste ist Kabilas Weigerung, endlich zurückzutreten. Die Leute meinen, dass die traditionellen Führer, Nachkommen der Könige und Zauberer, als einzige die Macht hätten, Kabila aus dem Amt zu zwingen.

Kongo-RDC – Noch gibt es wenige Verdachtsfälle und bisher drei Tote, doch das Gesundheitsministerium ist in Alarmbereitschaft. Die WHO besorgt eiligst qualifiziertes Personal und Schutzausrüstung. Die Bevölkerung solle nicht in Panik verfallen; es sei dies bereits die achte Epidemie, und keine hätte das Ausmaß von 2014 – 2015 erreicht, als in Westafrika über 11.000 Menschen starben.

Kongo-RDC – Vor einem Monat ernannte Joseph Kabila Bruno Tshibala, der nur von einem Teil der Opposition unterstützt wird, als neuen Premier. Vorgestern wurde die Namenliste der 60 Minister der Übergangsregierung veröffentlicht. Die meisten wichtigen Minister der Vorgängerregierung bleiben im Amt. Die Bischofskonferenz, CENCO, nennt die Sache eine „Verzerrung des Abkommens vom Dezember“ und ist besorgt, dass die politische Spannung wächst und ein wichtiger Punkt des Abkommens: Präsidentschafts-, Parlaments- und Provinzwahlen bis Ende 2017, nicht realisiert werden kann.

Kongo-RDC – Das riesige, weit ausgestreckte Land mit 71 Mio. Einwohnern ist die Heimat von etwa 450 Sprachen, 9% von den rund 5000 Sprachen weltweit. Die meisten sind gesprochen, nicht geschrieben. Von den Minderheitssprachen sind die Aufzeichnungen der christlichen Missionare im 19. Jahrhundert die einzigen Dokumente für heutige Philologen. Vier Sprachen haben sich in Gericht, Grundschule und Lokalzeitungen durchgesetzt: Lingala in Kinshasa und im Nordwesten, Kikongo im Westen, Tshiluba in der Mitte und Kisuaheli im Osten. Amtssprache und Sprache der Reichen ist Französisch. Jahrzehntelange Kriege, Armut, Abwanderung in die Städte sind für das Verschwinden weiterer Sprachen verantwortlich.

Kongo-RDC – Als Kind wurde Rodrige Katembo in die Miliz gezwungen; jetzt hat er den Goldman Umwelt Preis 2017 gewonnen, weil er über Jahre wiederholt sein Leben riskierte, um die gefährdeten Tiere, besonders die Berg Gorillas, im Virunga Nationalpark zu retten. 160 Park Rangers wurden in den letzten 15 Jahren getötet, aber Katembo hat trotz Todesdrohungen nie aufgegeben. Er folgte sogar mit versteckter Kamera und Mikrofon den Gold- und Coltangräbern sowie den korrupten Beamten.

Kongo-RDC – In der Kasai Provinz haben Milizen der Kamwina Nsagu Gruppe ein Polizei Konvoi aus dem Hinterhalt angegriffen. Sechs Polizisten, die die lokale Tshiluba Sprache sprechen konnten, wurden befreit, alle andern getötet. Die Unruhen in der Provinz brachen aus, als im August letzten Jahres Sicherheitskräfte ihren Anführer Jean-Pierre Pandi umbrachten. Inzwischen sollen 600 Menschen umgekommen und etwa 200.000 vertrieben sein. Die UNO hat zehn Massengräber entdeckt. Die exzessive Gewalt ist ein Indikator für das zurzeit herrschende politische Vakuum.

Kongo-RDC – Nach dem Tod von Etienne Tshisekedi haben die meisten der neun-Parteien Gruppierung seinen Sohn Felix ernannt. Somit wird er Präsident der Oppositions-Allianz, die sich Joseph Kabila entgegenstellt. Etienne war einer der Unterzeichner des Interim-Abkommens mit Kabila; sein Tod löste Zusammenstöße zwischen Opposition und Sicherheitskräften in Kinshasa aus. Die UNO verurteilte die ungebremste Gewalt der Sicherheitskräfte, die „komplette Straffreiheit“ genießen.

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