Schlagwort: Kongo-RDC

DR Kongo – Die Kinshasa Regierung hat mit zwei internationalen Konsortien aus China und Spanien einen Vorvertrag für den 14 Mrd. Dollar „Inga 3“ Staudamm am Kongo Fluss abgeschlossen, der 11.000 Megawatt Strom – so viel wie acht Atomkraftwerke – produzieren soll. Der Prozess stagniert schon seit Jahrzehnten. In 2013 stieg die Weltbank aus. Nur 10% der Bevölkerung hat Zugang zu Strom; Städte, Fabriken und Bergwerke brauchen Elektrizität dringend. Auch Nachbarländer, bis Südafrika, warten auf Lieferung.

DR Kongo – Pierre Kompany kam 1975 als Flüchtling vom Kongo nach Belgien, ist seit 2006 politisch aktiv, seit 2014 im Regionalparlament und wurde jetzt mit großer Mehrheit zum Bürgermeister von Ganshoren, Brüssel, gewählt. Bekannter als er sind seine beiden Söhne: Vincent Kompany ist Kapitän der English Premier League, Manchester, und Francois spielt für die belgische Seite KSV Roeselare. Beide sind stolz auf ihren Vater.

DR Kongo – Der Gynäkologe Denis Mukwege hat, zusammen mit der jesidischen Aktivistin Nadia Murad, den Friedensnobelpreis 2018 erhalten. Seit über 20 Jahren nimmt Mukwege sich in dem von ihm in Bukavu, Süd-Kivu, gegründeten Krankenhaus Panzi tausender sexuell missbrauchter, verstümmelter und traumatisierter Frauen an, die auf brutalste Weise als Kriegswaffe benutzt wurden und bis heute noch Opfer im Kampf der Rebellengruppen um die reichen Bodenschätze der Region sind. Er prangert die Missstände an und wohnt, seit einem entgangenen Mordanschlag, im Krankenhausgelände. Zehn OP.s am Tag und über 3.500 im Jahr machen Mukwege und sein Team. Die Auszeichnung bringt die unsagbaren Leiden der Frauen an die Öffentlichkeit.

DR Kongo – Ein mit mehreren Tonnen beladener Tanker prallte etwa 120 km westlich von Kinshasa auf ein anderes Fahrzeug und explodierte. Das Feuer griff schnell um sich. 50 Menschen kamen um; etwa hundert weitere erlitten Brandwunden. Auch benachbarte Häuser brannten. Die Ursache ist, laut Radio Okapi, noch nicht bekannt, aber oft sind schlechte Straßen und mangelnde Sicherheit an Fahrzeugen verantwortlich.

Kongo DR – Die Wahlkommission CENI hat nicht nur den ehemaligen Rebellenanführer, Jean-Pierre Bemba, sondern auch fünf der aussichtsreichsten Oppositionskandidaten von den Präsidentschaftswahlen suspendiert. Damit werden dem Wunschkandidat des amtierenden Präsidenten Emmanuel Ramazani Shadary massive Vorteile verschafft und die Wahlen schon im Voraus zu einer Farce degradiert.

Kongo DR – Zum zweiten Mal in diesem Jahr breitet sich der tödliche Virus aus, diesmal in einer Region mit der größten Bevölkerungsdichte. Versuche, die Epidemie einzudäummen, werden durch die Unsicherheit im Land behindert. Zahlreiche Rebellengruppen operieren in der Region.

Kongo DRC – Josef Kabila hat nach 17 Jahren als Präsident gemäß der Verfassung auf eine dritte Amtszeit verzichtet und seinen Innenminister Emmanuel Ramazani Shadary als Kandidat der der Regierungspartei PPRD nominiert. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen von Versuchen, demokratische Wahlen zu unterlaufen. Dem wichtigsten Oppositionskandidaten Moise Katumbi wurde die Einreise verweigert und gegen ihn ein internationaler Haftbefehl ausgestellt. Es häufen sich Berichte über Waffenlieferungen an Rebellengruppen, die durch Unruhen eine Wahl unmöglich machen könnten. Die Regierung verkündete den Ankauf von Flugzeugen, Helikoptern und Lastwagen, und will so die Logistik der Wahlen der UN-Friedenstruppe MONUSCO entziehen und selbst kontrollieren. Kritiker befürchten ein „Putin-Modell“, in dem Kabila weiterhin die Zügel in der Hand behält unter einem Strohmann als Präsidenten.

DR Kongo – Joseph Kabila, seit 2001 an der Staatsspitze, hat erstaunlicherweise sich am gestrigen Stichtag nicht registriert, dafür aber einen Gesinnungsgenossen, den früheren Innenminister Shadary, nominiert. Es gibt acht weitere Bewerber, darunter der frühere Häftling Bemba, der mit einem Privatjet zur Registrierung von Brüssel nach Kinshasa eingeflogen war, und Tshisekedi. Moise Katumbi wurde die Einreise verwehrt. Er durfte nicht nach Lubumbashi einfliegen; auch sein Versuch, auf dem Landweg von Sambia in sein Heimatland zu kommen, scheiterte wiederholt. Seine Präsenz unter den Kandidaten ist dem jetzigen Regime nicht genehm, obwohl die Bischofskonferenz sich energisch für ihn einsetzte. Seine Ausgrenzung könnte die Lage weiter destabilisieren. Seit der Unabhängigkeit von Belgien in 1960 gab es noch keinen friedlichen Machtwechsel im Land.

DR Kongo – Kaum war der Ausbruch im Westen des Landes für beendet erklärt, als die neue Nachricht vom Osten, um die Städte Goma und Beni. Die Krankheit soll sich rasant ausbreiten. Dabei ist der Kampf gegen die Epidemie, besonders das Aufspüren und Impfen von Kontaktpersonen, wegen der instabilen Lage äußerst schwierig. Seit Jahrzehnten kämpfen dort mehrere Milizen unnachgiebig um die Kontrolle von Land und Bodenschätzen.

DR Kongo – Jean-Pierre Bemba, ehemaliger Vizepräsident der DR Kongo, ist von seiner Partei in Abwesenheit zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen im Dezember aufgestellt worden. Erst Anfang Juni war er überraschend vom IStGH in Den Haag freigesprochen worden. 2016 wurde er dort wegen Kriegsverbrechen zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Noch hindert ein weiterer Prozess wegen Zeugenbeeinflussung seine Rückkehr in den Kongo. Ein beliebter, im Exil lebender Politiker, Moise Katumbi, kann vielleicht nicht zeitig zurückkehren. Die Frage bleibt: wird Kabila nicht doch wieder antreten?

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