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DR Kongo – Eine der von den Dezember Wahlen ausgeschlossenen Regionen ist das Gebiet um die Stadt Yumbi im Westen des Landes, wo Mitte Dezember ein Streit zwischen Angehörigen der Banunu und Batende Ethnien zu einem blutigen Kampf eskalierte. 16.000 Menschen sollen damals über den Kongo-Fluss nach Kongo-Brazzaville geflüchtet sein. Die UNO hat jetzt veröffentlicht, dass 890 Menschen in den Zusammenstößen umgekommen sind, viel mehr als bisher bekannt. Auch wurden 460 Häuser und Gebäude, darunter Schulen und Kliniken, abgebrannt oder ausgeraubt. Die UN-Kommissarin für Menschenrechte verlangt sofortige gründliche Untersuchung.

DR Kongo – In den frühen Morgenstunden wurde der Oppositionskandidat Tshisekedi überraschend zum Wahlsieger erklärt, doch der Zweitplatzierte, Martin Fayulu, der nach Meinungsumfragen und Informationen der 40.000 kirchlichen Wahlbeobachter vorne lag, will das Ergebnis nicht anerkennen. Er beschuldigt Tshisekedi, ein machtteilendes Geschäft mit Kabila gemacht zu haben; seine Lobrede auf Kabila stärkt die Annahme. Und für Kabila wäre Tshisekedi das kleinere Übel. Ob Fayulu vors Verfassungsgericht geht oder zu Massenprotesten aufruft, ist abzuwarten. Noch braucht das Wahlergebnis die Bestätigung des Obersten Gerichts.

DR Kongo – Mit zwei Jahren Verspätung hat die Wahl – außer in drei Bezirken – stattgefunden. Es wurden hunderte Unregelmäßigkeiten berichtet. Das Ergebnis soll am 6. Januar verkündet werden. Inzwischen sind Internet und SMS lahmgelegt; auch Fernsehsender sind blockiert. Kabilas Wunschkandidat und die Opposition beanspruchen den Sieg. Die Kirche mahnt die Bevölkerung zur Ruhe und die Wahlkommission CENI zur wahrheitsgemäßen Veröffentlichung der Ergebnisse. Ein umstrittener Wahlausgang könnte zu einer Welle der Gewalt führen.

DR Kongo – Der neue Friedensnobelpreisträger, der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege, der im Kriegsgebiet in Kivu tausende Opfer sexueller Gewalt in seinem Krankenhaus chirurgisch behandelt und für die weitere psychologische und soziologische Behandlung der traumatisierten Frauen sorgt, drückte in seiner Rede in Oslo die Befürchtung aus, dass die bevorstehenden Wahlen neue militärische Konflikte entzünden könnten. Die Zeit des Wahlkampfs war schon blutig, und nun, gerade zehn Tage vor dem Urnengang, brach in einem Gebäude der Wahlkommission ein Brand aus, der 70% der für Kinshasa vorgesehenen Wahlmaschinen vernichtet hat.

DR Kongo – Nach 17 Jahren an der Macht, zwei Jahre über die gesetzliche Zeit hinaus, will Joseph Kabila das Staatsamt endlich verlassen. Er strebt eine ordnungsgemäße Wahl an, nachdem der Kongo seit 1960 noch keine friedliche, demokratische Machübergabe erlebt hat. Er selbst will in der Politik bleiben, um das von ihm Erreichte zu schützen und in 2023 möglicherweise für eine neue Amtszeit zu kandidieren. In der Wahl am 23. Dezember unterstützt er Emmanuel R. Shadary, der sich gegen Oppositionsführer Etienne Tshisekedi und den Großindustriellen Martin Fayula verteidigen muss.

DR Kongo – Gestern kehrte der Oppositionskandidat aus Belgien nach Kinshasa zurück, um mit seinem Vizekandidaten Kamerhe in den Wahlkampf einzusteigen und Kabilas Partei zu besiegen. Die beiden hatten sich von der in Genf geformten Koalition von 7 Oppositionskandidaten nach nur wenigen Stunden zurückgezogen. Felix Tshisekedi ist der Sohn von Etienne, der durch Jahrzehnte die kongolesische Opposition verkörperte, genießt aber nicht dieselbe Popularität wie sein Vater. Die wiederholt verschobene Wahl ist für den 23. Dezember angesetzt.

DR Kongo – Weil die Menschen in den Straßen von Kinshasa heftig protestierten, als sie von dem Abkommen der sieben Oppositionskandidaten in Genf hörten, die Martin Fayulu als gemeinsamen Kandidaten aufgestellt hatten, zogen zwei von ihnen, Felix Tshisekedi und Vital Kamerhe, ihre Unterschrift zurück. Wie das Verfahren weiter läuft, ist unklar. Klar ist, dass sie ohne die Einigung das Kabila Lager nicht schlagen können. Dabei sind die Wahlen so wichtig für das rohstoffreichste Land Afrikas, das seit der Unabhängigkeit in 1960 noch keine friedliche Machtübergabe erlebt hat.

DR Kongo – Der Ebola-Virus wütet weiter; es ist der zehnte und schlimmste Ausbruch im Kongo seit 1976. Am meisten betroffen ist die Unruheprovinz Nord-Kivu, wo die Hälfte aller Fälle in der 800.000 Einwohnerstadt Beni registriert wurden. Die UNO hatte bewaffnete Gruppen in der Region aufgefordert, die Bekämpfung der Krankheit nicht zu behindern. Trotzdem gibt es immer wieder Drohungen, Attacken, Entführungen und Tote, auch unter den Helfern.

DR Kongo – Weil es nur eine Möglichkeit gibt, den von Kabila favorisierten Emmanuel Ramazani Shadary in den Präsidentschaftswahlen im Dezember zu besiegen, haben sich die sieben Oppositionskandidaten auf den 62-jährigen Martin Fayulu geeinigt. Fayula hat Parlamentserfahrung und ist erfolgreicher Geschäftsmann. Man hofft, dass er nach all dem Chaos ein „demokratisches, freies und unabhängiges“ Land schaffen kann.

DR Kongo – So sehr hat sich das Schulwesen verschlechtert – überfüllte Klassen und unterbezahlte Lehrer – dass die Bestechung überhandnimmt, und nur das Geld der Eltern oder die sexuelle Beziehung zu den Schülerinnen gute Noten bringt. Die Nichtregierungsorganisation „Pour construire“ unter Henri Mutombo plant eine Reise durch das ganze Land, um die Korruption an Schulen und Universitäten anzuprangern und dem Übel ein Ende zu bereiten.

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