Schlagwort: Kongo-RDC

DR Kongo – Vital Kamerhe, ein prominenter Politiker, unterstützte Félix Tshisekedi im Wahlkampf während der Präsidentschaftswahlen 2018 und wurde mit dem Posten des Kabinettschef dafür belohnt. Jetzt hat der Präsident ihn seines Amtes enthoben, weil er angeklagt ist, 50 Millionen Dollar, die für ein Infrastrukturprogramm bestimmt waren, veruntreut zu haben. Er sitzt im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Er sieht die Anklage als ein politisches Manöver gegen seine Partei, Union der kongolesischen Einheit (UNC).

Ne Muanda Nsemi, Anführer einer religiös-politischen Bewegung, wurde verhaftet. Der „Guru“ hatte sich selbst auf Grund einer „göttlichen Inspiration“ im Januar zum Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo erklärt. Der ehemalige Chemieprofessor und Parlamentsabgeordnete wurde in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Bei seiner Verhaftung kamen acht seiner Anhänger ums Leben, andere, die Waffen bei sich trugen, wurden verhaftet. Die ‚Bundu Dia Kongo‘ Bewegung strebt die Unabhängigkeit ihrer Provinz Zentralkongo an, um dort das alte Königreich Kongo, das im 15. Jahrhundert existierte, wiederherzustellen.

DR Kongo – Die Regierung hat aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus öffentliche Gebäude geschlossen – darunter auch Schulen und Kirchen. Viele Menschen in Afrika haben keinen Zugang zu Internet oder Fernsehen. Das Radio ist deshalb die beste Möglichkeit, sie zu erreichen. Kirchliche Sender geben den verängstigten Menschen Trost und Hoffnung durch live Gottesdienste, Gebete und geistliche Vorträge. Da auch alle Schulen geschlossen sind, bieten manche Radiostationen auch Unterrichtsstunden für die Kinder an.

DR Kongo – Pläne, am Kongo-Fluss einen weiteren Staudamm zu errichten, wird immer mehr in Frage gestellt. Die Anlage würde mit einer Leistung von 4,8 Gigawatt in der ersten Phase so viel Strom wie drei Atomkraftwerke produzieren. Ursprünglich sollte das Projekt von einem chinesisch-europäischen Konsortium gebaut werden. Die Weltbank zog sich schon 2016 zurück. Jetzt steigen immer mehr Investoren aus. Südafrika, das den Löwenanteil der Elektrizität abnehmen wollte, überdenkt seine Option. Umweltschützer haben von Anfang an das Projekt wegen der vorhersehbaren ökologischen und sozialen Folgen abgelehnt.

DR Kongo – Das Ende der zweittödlichsten Ebola-Epidemie der Welt wurde von der WHO verkündet. Der Ausbruch wurde im August 2018 gemeldet. Es ist die zehnte im Land und die zweitschlimmste weltweit nach der Epidemie in Westafrika von 2014-2016.

DR Kongo – Der bekannte Zwei-Sterne-General und Chef des militärischen Gemeindienstes, Delphin Kahimbi, wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. Den Tag zuvor hatte war er vom Nationalen Sicherheitsrat seine Ämter entbunden worden. Kahimbi stand wegen Menschenrechtsverletzungen auf der Sanktionsliste der UN und der USA, die Druck gemacht haben könnten. Beobachter sehen den Tod als Teil eines Machtkampfes zwischen dem zivilen Regierungschef Tshisekedi und der Armee.

DR Kongo – Das Finanzministerium hat den Haushaltplan der Regierung für 2020 um 50% von 10.59 auf 5.45 MillionenDollar reduziert. Als Grund wird der Preiskollaps für Kobalt auf dem Weltmarkt angegeben. Kobalt wird für die Produktion von Batterien gebraucht und Kongo ist der weltweit größte Produzent. Auch der Internationale Währungsfonds IWF, der dem Kongo kürzlich einen Kredit von 368 Millionen gewährt hatte, kritisierte den Haushaltsplan als unrealistisch. Damit sind Pläne von Präsident Tschisekedi, die Gebühren für Grundschulen abzuschaffen, vorerst gescheitert.

Kongo-Simbabwe – Viele Länder Afrikas sind hochverschuldet. Bei der Suche nach neuen Krediten entwickeln einige Regierungen eine große Phantasie. Die nicht gerade für seine gute Regierungsführung bekannte Republik Kongo hat einen „Versteckten Schulden“-Skandal. Die Regierung hat von den im Land tätigen großen Ölfirmen Vorauszahlungen angenommen, das Öl dann aber nicht herausgerückt, weil sie schon Anderen Zugriff auf seine wichtigste Ressource gewährt hatte. Die Regierung von Präsident Mnangagwa hat einen Verfassungszusatz ins Parlament eingebracht, welcher die Bestimmung, dass Kreditverträge das Land erst dann binden, wenn das Parlament sie gebilligt hat, außer Kraft setzen würde. So kann die Regierung sich ungehindert noch mehr verschulden.

DR Kongo – Die Schlafkrankheit, die mindestens 8 Mio. Menschen in etwa 30 afrikanischen Ländern bedroht, wird durch den Biss einer infizierten Tsetsefliege verursacht, die einen Trypanosoma-Parasiten überträgt. Sobald der Parasit in das Nervensystem eindringt, kann er unbehandelt zum Tod führen. Bis jetzt waren wirksame Medikamente schwer zu finden, toxisch und kompliziert zu verabreichen. Nach zehnjähriger Arbeit an dem neuen, oralen Medikament, genannt Fexidazol, haben die Behörden mit der Verteilung begonnen. Das neue Medikament wird eine Erleichterung für die Opfer sein, die in ländlichen Gebieten leben und nur begrenzten Zugang zu medizinischer Versorgung haben, da sie die 10-tägige Dosis selbst verabreichen können.

DR Kongo – Seit Ausbruch der Epidemie vor einem Jahr sind rund 3-mal mehr Menschen an Masern als an der Ebola-Seuche gestorben. Bislang gab es 310.000 Fälle. Laut der WHO ist dies derzeit der schlimmste Masern-Ausbruch weltweit. Dabei könnte eine Impfung das Risiko einer Ansteckung verhindern. Im letzten Jahr wurden 18 Millionen Kinder unter 5 Jahren geimpft, doch in vielen Gebieten waren die Impfraten wegen Konflikten, schlechter Infrastruktur und Geldmangel niedrig. Neben der Masern-Epidemie kämpft der Kongo auch immer noch gegen Ebola. Fast 3400 Menschen haben sich mit dem gefährlichen Virus infiziert; 2230 sind gestorben.

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