Schlagwort: Kongo Brazzaville

Kommunikationsminister Thierry Moungalla sagte in einer im öffentlichen Fernsehen verlesenen Erklärung: „Zeremonien für zivile, religiöse und traditionelle Eheschließungen und Mitgift werden für 45 Tage ausgesetzt“. Das Verbot dient dazu, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen; das Land sieht sich mit einer dritten Welle des Virus konfrontiert. Bei rund 5,5 Millionen Einwohnern wurden seit dem 14. März 2020 offiziell 15.445 Fälle von Covid-19 registriert, von denen 222 tödlich verliefen.

Guy-Brice Parfait Kolelas (61) starb in dem medizinischen Flugzeug, das ihn am Sonntagnachmittag aus Brazzaville nach Frankreich bringen sollte. Er wurde erstmals am Freitag positiv auf Covid-19 getestet. Den Wahltag verbrachte er im Krankenhaus und richtete sich in einer Videobotschaft an die Wähler: „Erhebt euch als eine Person … Ich kämpfe auf meinem Sterbebett. Kämpft auch ihr für Veränderung“, es geht „um die Zukunft unserer Kinder“. Kolelas war einer von sechs Kandidaten, die gegen Denis Sassou Nguesso (77) antraten und wurde als Hauptkandidat der Opposition angesehen. Er galt als die größte politische Bedrohung für Sassou Nguesso, der das zentralafrikanische Land seit 1979 regiert.

Engpässe bei der Versorgung und Herstellung von Impfstoffen in Amerika und Europa schaffen Möglichkeiten für China und Russland, ihre Impfstoffe nach Afrika zu exportieren. Beide Länder bauen damit auch ihre kommerziellen, diplomatischen, politischen und geopolitischen Sicherheitsbeziehungen mit dem afrikanischen Kontinent aus. Ägypten und Marokko haben mit der Einführung von Chinas Sinopharm-Impfstoff begonnen, während Guinea den russischen Impfstoff Sputnik V einsetzt. China spendet 100.000 Impfstoffdosen dem Kongo. Die Dosen reichen aus, um 50.000 der 5,1 Millionen Menschen im Land zu impfen. Botschafter Ma Fulin teilte auch mit, dass, die chinesische Regierung alle öffentlichen kongolesischen Schulden erlassen werde, die vor Ende 2020 fällig werden, schätzungsweise 13 Millionen Dollar. China hat der benachbarten Demokratischen Republik Kongo im vergangenen Monat Ähnliches angeboten. Peking sagt, dass es weltweit Impfstoffhilfe für 13 Länder geleistet hat und plant, weiteren 38 zu helfen.

Der Wilderer Gerard, bekannt als Guyvanho, der seit 2008 über 500 Elefanten getötet haben soll und Wilderei-Expeditionen leitete, wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt. Die erste strafrechtliche Verurteilung eines Wildtierhändlers im Land, ein Meilenstein im Kampf gegen Wilderer. 1980 gab es in Afrika mehr als 1Million Elefanten; heute sind es etwas mehr als 300.000.

Kongo-Brazzaville – Jacques Joaquim Yhombi Opango (81) Präsident der Republik Kongo von 1977 -1979 starb in einem Pariser Krankenhaus an Covid-19. Als 1997 im Kongo ein Bürgerkrieg ausbrach, floh Yhombi Opango ins Exil nach Frankreich. 2007 kehrte in seine Heimat zurück. Wegen gesundheitlicher Probleme pendelte er zwischen Frankreich und dem Kongo.

Kongo-Brazzaville – Knapp zwei Wochen nach der umstrittenen Wiederwahl von Nguesso haben Anhänger der Ninja-Miliz in der Nacht zum Montag drei Polizeiwachen im Süden von Brazzaville angegriffen. Die folgenden Explosionen waren bis Kinshasa hörbar. Gebäude standen in Flammen, und die Menschen flohen gegen Norden. Der Frust über die Wiederwahl, die nur durch ein angefochtenes Referendum möglich war, ist wahrscheinlicher Auslöser der Gewalt.

Kongo-Brazzaville – Am 25. Oktober sollen die Bürger über zwei Verfassungspunkte abstimmen: keine Begrenzung von Amtszeiten und Alter. Das gäbe Sassou-Nguesso weitere Jahre an der Spitze. Die Bürger wehren sich, doch Proteste werden durch Tränengas erdrückt. Nun decken sie sich ein, weil sie in den nächsten Tagen noch mehr Gewalt erwarten.

Kongo-Brazzaville – Präsident Nguesso hat, trotz heftigem Widerstand der Opposition, verkündet, ein Referendum abzuhalten über eine Verfassungsänderung, die dem Präsidenten eine dritte Amtszeit erlaubt. Uganda und Burundi haben die Änderung vorgenommen mit schlimmen Folgen, besonders in Burundi. Ruanda debattiert noch darüber; Kagame will nämlich unbedingt an der Macht bleiben.

Kongo-Brazzaville – Wo sie vor 50 Jahren begannen, in Brazzaville, werden vom 4. Bis 19. September die 11. Africa Games abgehalten. 8000 Athleten vom ganzen Kontinent nehmen an den Wettkämpfen teil. Papst Franziskus schickte seine Grüße und wünscht, dass „das große Fest des Sports zu Friede, Brüderlichkeit und zur Entwicklung aller Länder Afrikas beiträgt“.

Kongo-Brazzaville – Tausende Studenten randalierten Brazzavilles Schulen und das Bildungsministerium, weil die Behörden wegen „massivem Betrug“ die Schlussexamen gestrichen hatten. Die Examensfragen zirkulierten tags zuvor im Internet. Dass der erst friedliche Protest so viel Schaden anrichtete, lag, so die Studenten, an dem gewaltsamen Vorgehen der Polizei. Die noch ausstehenden Bachelor Examen werden verschoben.

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