Schlagwort: Ghana

Die staatliche Electricity Company of Ghana (ECG) hat am Donnerstag die Stromversorgung des Parlaments wegen Schulden in Höhe von 23 Mio. ghanaischen Cedi (1,8 Mio. $) unterbrochen. Der Stromausfall unterbrach eine Debatte über die Rede des Präsidenten zur Lage der Nation. Ein Notstromaggregat versorgte den Plenarsaal einige Minuten später wieder mit Strom. Andere Teile des Parlamentsgebäudes blieben jedoch fast den ganzen Tag über ohne Strom, bevor die Versorgung wiederhergestellt war. Die Elektrizitätsgesellschaft, die mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, schaltet häufig den Strom von verschuldeten Kunden ab.

Das Parlament hat ein strenges neues Gesetz verabschiedet, das eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren für jeden vorsieht, der sich als LGBTQ+ identifiziert. Auch die Gründung oder Finanzierung von LGBTQ+-Gruppen wird mit maximal fünf Jahren Gefängnis bestraft. Der Gesetzentwurf sieht eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren für alle vor, die an LGBTQ+-Kampagnen beteiligt sind, die sich an Kinder richten. Außerdem wird die Öffentlichkeit aufgefordert, Mitglieder der LGBTQ+-Gemeinschaft den Behörden zu melden, damit diese die „notwendigen Maßnahmen“ ergreifen können. Der Gesetzentwurf, der von den beiden großen politischen Parteien Ghanas unterstützt wird, tritt in Kraft, wenn Präsident Nana Akufo-Addo ihn unterzeichnet.

Das westafrikanische Land möchte bis 2030 ein oder zwei Kernkraftwerke in Betrieb nehmen. Die Regierung führt Gespräche mit China, Frankreich, Russland, Südkorea und den USA über den Bau der Kernkraftwerke. Finanzierungsprobleme führen zu Verzögerungen. Ghana verfügt über einen kleinen Kernforschungsreaktor, der für Forschungs- und Bildungszwecke, nicht aber zur Stromerzeugung genutzt wird. Von politischer, akademischer, wissenschaftlicher, umweltpolitischer und öffentlicher Seite gibt es starken Widerstand, sich für die Kernenergie als alternative Energiequelle zu entscheiden.

Die Regierung hat ihre Pläne zur Einführung einer 15 %igen Steuer auf Strom ausgesetzt. Die Mehrwertsteuer (VAT) sollte von den inländischen Stromverbrauchern erhoben werden. Die Gewerkschaften lehnten die neue Steuer jedoch ab und kündigten für nächste Woche landesweite Proteste dagegen an. Die Regierung hat vor wenigen Tagen mit der Einführung einer Abgabe auf Kraftstoffemissionen begonnen und damit gemischte Reaktionen ausgelöst. Die Ghanaer müssen nun eine jährliche Abgabe für die CO2-Emissionen ihrer mit Benzin oder Diesel betriebenen Fahrzeuge entrichten. Ghana durchlebt derzeit eine schwere Wirtschaftskrise und die Regierung kämpft um die Erhöhung ihrer Einnahmen.

Kardinal Peter Turkson hat sich gegen die Kriminalisierung von Homosexualität ausgesprochen und den Gesetzentwurf im ghanaischen Parlament angefochten, der schwere Strafen für die LGBTQ+-Gemeinschaft vorsieht. Er betonte die Notwendigkeit von Bildung, um das Verständnis für Homosexualität zu fördern, und versicherte, dass LGBT-Personen nicht kriminalisiert werden sollten, da sie kein Verbrechen begangen hätten. Hintergrund dieser Diskussion sind die laufenden parlamentarischen Debatten über einen Gesetzentwurf, der zu dreijährigen Haftstrafen für Personen führen könnte, die sich als LGBT identifizieren, und zu bis zu 10 Jahren für Personen, die sich für LGBTQ+-Rechte einsetzen.

Die Behörden haben eine Fahndung nach denjenigen eingeleitet, die einen berühmten 300 Jahre alten Kolabaum gefällt haben, dem Heilkräfte zugeschrieben werden. Der Baum stammt aus dem Königreich Ashanti, einem Teil des heutigen Ghanas. Nach Angaben der Einheimischen wuchs der Baum an der Stelle, an der der berühmte Priester Komfo Anokye in den frühen 1700er Jahren eine Kolanuss auf den Boden spuckte. Der Baum stand in der Mitte einer Hauptverkehrsstraße, die Ghanas Handelszentrum Kumasi mit dem Bosomtwe-See verbindet. Wegen seiner Beliebtheit wurde er beim Bau der Autobahn verschont und war eine Touristenattraktion für Ghanaer und Ausländer gleichermaßen.

Nach den afrikanischen Ländern Äthiopien, Kenia, Nigeria und Sambia hat nun auch Ghana die Samen seiner wichtigsten Nutzpflanzen: Mais, Reis, Auberginen und Schwarzaugenerbsen im Svalbard Global Seed Board deponiert. Diese Einrichtung im arktischen Spitzbergen, Eigentum der norwegischen Regierung, schützt über 1,2 Millionen Samenproben aus fast jedem Land der Erde. Die Anlage soll allen Naturkatastrophen sowie menschlichen Katastrophen standhalten und die zukünftige weltweite Ernährungssicherheit gewährleisten. Daher der Spitzname „Weltuntergangstresor“.

Mehr als 8.000 Menschen wurden in der Volta-Region nach schweren Überschwemmungen gerettet, die durch das Überströmen der Akosombo- und Kpong-Staudämme verursacht wurden. Die „kontrollierte Überflutung“ der Dämme begann vor etwa einem Monat und dauert noch an, so die Volta River Authority. Die Überschwemmungen haben in mehreren Gemeinden flussabwärts in Teilen der Volta-, Ost- und Groß-Accra-Region zu einer humanitären Herausforderung geführt. Mindestens 12.000 Menschen sollen bisher betroffen sein.

Auf Plakaten mit der Aufschrift „Ghana verdient etwas Besseres“ und „Wir haben es satt, Wahlmaschinen zu sein“ endeten 3-tägige Proteste in Accra gegen Lebenshaltungskostenkrise und „moralischen Verfall“ der Regierung. Die Polizei reagierte zunächst mit Gewalt und nahm über 50 Demonstranten, darunter auch Journalisten, fest. Der Protest hat seine Wurzeln in der „Fix the Country“-Bewegung, die im Jahr 2021 entstanden ist.

Eine Gruppe von 13 Ghanaern hat sich mit verschiedenen Fahrzeugen auf die 10.000 km Fahrt begeben, getrieben von Abenteuerlust und Philanthropie – der Erlös soll an Grundschulen in Ghana gehen. Inspiriert wurden sie von Menschen, die auf der Straße von Europa aus in afrikanische Länder reisten. Sie wollten die Reise umkehren. Mit 800 bis 900 km pro Tag fuhr das Team durch mehrere afrikanische Länder und setzte mit der Mittelmeer Fähre nach Spanien über. Sie durchquerten verschiedene Terrains und Klimazonen und machten unendlich viele bereichernde Begegnungen. In London wurden sie vom ghanaischen Hochkommissariat herzlich empfangen. Zusammen wollen sie sich für das Wohl ihres Landes einsetzen. Mit dieser epischen Reise und dem Drang, etwas Positives zu bewirken, setze das ghanaische Team ein inspirierendes Beispiel  für Abenteuer, Philanthropie und interkulturellen Austausch.

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