Schlagwort: Gabun

Weniger als einen Monat nach seiner Ernennung wurde der Direktor der Frachtbehörde Rene Ziza, brutal ermordet. Er hatte gleich nach seiner Amtsübernahme wichtige Maßnahmen zu einer stärkeren Überwachung der Tätigkeiten der Behörde, die für den gesamten Schiffsverkehr zuständig ist, eingeführt. Unter anderem wollte er ein System zur elektronischen Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Ladung einführen.

Zum ersten Mal in 42 Jahren ohne den im Juni verstorbenen Omar Bongo, aber dafür mit seinem Sohn Ali Bongo, der an die Macht will. Mit finanziellen Mitteln und starkem Medieneinfluss könnte er seine Kontrahenten besiegen. Obwohl sich manche von den Kandidaten wegen Wahlfälschung zurückgezogen haben, hofft die Bevölkerung auf einen Wechsel, denn trotz großer Ölvorkommen und beachtlicher Holzexporte leben die meisten der 1.4 Millionen Menschen in Armut.

Heute vor hundert Jahren kam Albert Schweitzer zum ersten Mal nach Lambaréné im heutigen Gabun. Er tauschte „Sicherheit gegen Risiko“ ein, um im Urwald ein Krankenhaus zu errichten und sich um die Menschen zu kümmern. Seine Ehrfurcht vor dem Leben prägt auch heute noch sein Werk. Zur Zeit seines Todes war das Urwaldspital ein richtiges Dorf mit Pflege für Menschen, Leprakranke eingeschlossen, und sogar für Tiere. Eigene Gärten und Werkstätten machten es ökonomisch. 1952 erhielt der Mediziner, Theologe, Philosoph und Musiker den Friedensnobelpreis.

Präsident Omar Bongo, dienstältestes Staatsoberhaupt Afrikas, will den Bau einer neuen 9-Millionen-Euro-Basilika für 4.500 Menschen finanzieren. 55% der Bevölkerung Gabuns sind katholisch. Bongo wurde 1974 Muslim.

Der schönste Wasserfall in Zentralafrika, Gabuns Kongou Fälle, soll einem Damm und Kraftwerk zum Opfer fallen. Das 3.5 Milliarden Bélinga Projekt im nordöstlichen Gabun wird von einem chinesischen Konsortium finanziert und soll 2011 die erste Fracht Eisenerz nach China transportieren. 560 km Eisenbahnschiene, ein neuer Hafen und 30.000 Arbeitsplätze sind attraktiv, doch Umweltschützer sind besorgt über die negativen Folgen für den Regenwald und den Ivindo Nationalpark.

Auf Anordnung der Bischöfe der katholischen Kirche sollen am Samstag in allen Bistümern des Landes Prozessionen gegen rituelle Verbrechen stattfinden. Die Praxis, für eigenen Vorteil, Blut aus Organen von Opfern zu entnehmen, ist in Gabun weit verbreitet; und die Verbrechen mehren sich. Um an Opfer zu kommen, greift der Menschenhandel um sich. Jährlich gibt es Verhaftungen. Wo vor drei Jahren noch 34 rituelle Verbrechen gemeldet wurden, waren es ein Jahr später bereits 62.

Als Sarcozy und sein Vorgänger Chirac am Palast in Libreville ankamen, um einen Kranz am Sarg von Präsident Bongo niederzulegen, wurden sie von der Menge verspottet. Die frühere Kolonialmacht hat noch enge Beziehungen mit Gabun, die aber durch die Untersuchung eines französischen Gerichts wegen Veruntreuung sauer wurden.

Sobald Ali Bongo, Sohn des verstorbenen Staatschefs für 41 Jahre, als Wahlsieger erklärt wurde, brachen heftige Unruhen aus. Wütend über Frankreichs Unterstützung des Regimes zündeten Bongo-Gegner das französische Konsulat an und plünderten Geschäfte. Die Polizei ging mit Tränengas vor und riegelte die Unruheherde in Libreville und Port Gentil ab.

Präsident Ali Ben Bongo hat in einem vornehmen Viertel in Paris eine 100 Millionen Euro Villa erstanden. Wegen den reichen Ölvorkommen hat Gabun auf Papier eines der höchsten pro-Kopf Einkommen in Afrika, aber die meisten Gabuner sind bitter arm.

Präsident Ali Bongo, der nach dem Tod seines Vaters Omar Bongo sich um dessen Amt bewarb und nach einem umstrittenen Wahlsieg als Staatschef vereidigt wurde, soll nach Presseberichten heute mit Papst Benedikt zusammentreffen.

Länder