Schlagwort: Gabun

Nur 1,5 Mio. Einwohner hat das westafrikanische Land Gabun. Und doch kommt eine wichtige Aufgabeauf es zu: Mitgliedschaft im UN-Menschenrechtsrat. Die Vertreter werden für jeweils drei Jahre gewählt. Die Auszeichnung könnte den Gabunern neuen Antrieb geben und sie anhalten, die Menschenrechte auch im eigenen Land sehr ernst zu nehmen.

Die Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, das ab Juli 2010 den Gebrauch von biologisch nicht abbaubaren Plastikbeuteln verbietet. Die Beutel bleiben bis zu 400 Jahren intakt und gefährden vor allem Ökosysteme im Meer.

Die Regierung hat die Aktivitäten von 20 Nichtregierungsorganisationen zuweilig gestoppt, weil sie sich in die Politik des Landes einmischten. Die Organisationen hatten die Regierung beschuldigt, Staatsgelder für politische Kampagnen zu missbrauchen und nicht genug gegen die Korruption zu tun.

Bei einer kürzlich durchgeführten Beamtenzählung stellte sich heraus, dass in einem Land mit nur 1,2 Millionen Einwohnern 5683 Beamte unberechtigt ein Gehalt bezogen haben. Die illegal empfangenen Gehälter kommen auf jährlich 40 Millionen Euro. Nun sollen die Täter strafgerichtlich verfolgt und die gesparten Gelder für Erziehung, Gesundheit und Soziale Dienste ausgegeben werden.

Am 27. November sind Wahlen in Gabun, einem reichen Land. Seit mehr als 30 Jahren wird dort Erdöl gefördert, doch 50% der 1.4 Millionen Einwohner leben unter der Armutsgrenze. Der amtierende Präsident Bongo ist seit 38 Jahren an der Macht und hat die Unterstützung Frankreichs. Er verspricht bei seiner Wahlkampagne Schulgeldfreiheit für das laufende Jahr und für 10.00 Familien 1 Monat lang Wasser und Strom gratis. Die Opposition hat als Wahlparole ausgegeben „40 Jahre sind genug!“

Von Gabun aus versuchen viele Westafrikaner auszuwandern. Im März 2013kamen 41 Bootsflüchtlingen ums Leben, die je 535€ bezahlt hatten. Vor kurzem ist an der Küste Librevilles ein Boot gestrandet, in ihm waren 16 Menschen aus Mali, der Côte d’Ivoire und Burkina Faso. 8 wurden von der Polizei in Cap Estérias verhaftet, den anderen 8 gelang es, zu entkommen. In Libreville haben die CEMAC-Länder beschlossen, ab 1. Januar 2014 Visafreiheit einzuführen, für Ausreisewillige aus Kamerun, der Republik Kongo, Äquatorialguinea, Zentralafrika und dem Tschad. Den Immigranten aus Westafrika nützt dies wenig.

Dank der hohen Erdölpreise konnte das Budget um 450 Millionen Euro aufgestockt werden. Das Extraeinkommen soll für höhere Pensionen, kostenloses Schulmaterial und eine verbesserte Gesundheitsversorgung verwendet werden.

Die Regierung hat die Errichtung von Bohrinseln vor Gabuns Küste auf unabsehbare Zeit hinausgeschoben. Sicherheit und Umwelt-Garantien seien wichtiger als sofortiger Profit. Die Verzögerung hat mit der Katastrophe im Golf von Mexico zu tun. Öl ist Gabuns Haupteinnahmequelle mit einer Produktion von 220,000 und 240,000 Barrel pro Tag.

Ein Streik auf dem Ölfeld des Landes beeinflusst den weltweiten Ölpreis. Die Notierung für ein Barrel der Ölsorte Brent stieg mit über 123 US-Dollar auf ein neues 30-Monats-Hoch. Auch der Preis für West Texas Intermediate schoss mit über 108 US-Dollar je Barrel auf den höchsten Stand seit September 2008. Der Bürgerkrieg in Libyen und die unsichere Lage in Nigeria führen zu zunehmenden Ängsten vor Lieferengpässen.

Ona, der Gewinner des „African 2009 Goldman Environmental Prize“ für seine Bemühungen um Erhaltung des Regenwaldes im Kongobecken, hat einen geheimen 3.5 Mrd. Dollar Vertag zwischen Gabun und China aufgedeckt, durch den in einem Nationalpark ein Stausee und eine Mine gebaut werden sollten. Die allgemeine Empörung hat die Regierung gezwungen, die Konzession um 90% zu kürzen. Afrika dürfe seine Ressourcen nicht vergeuden, mahnte der Preisträger. Gabun verliere sowieso schon zu viel Wald durch oft illegalen Holzschlag.

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